Day Twentysix – Brisbane

Durch die neuerliche Zeitumstellung von einer Stunde und dem damit verbundenen Jetlag sind alle schon vor 0700 wach. Die Badezimmerausstattung bekommt bis jetzt den zweiten Platz. Da wieder Material fürs Frühstück zur Verfügung steht, sind die Ferien für Freddy XI. vorbei. Er nimmt es aber gelassen. Als Spezialität gibt es heute wieder Räucherlachs.

Weihnachtsstimmung bei fast 30 °C

Dann wird los gefahren. Weil für Ansichtskarten noch ein Postamt benötigt wird und außerdem Zeit totgeschlagen werden muss, weil es zum nächsten Campingplatz nur etwas über 50 km sind, wird ein lokales Einkaufszentrum anvisiert. Dort soll auch ein Postamt sein. Ist es auch. Aber weil die Postbeamten hier genau so sind, wie bei uns, öffnen die erst um 0900.

Also wird das Einkaufszentrum angeschaut. Überall ist es schon weihnachtlich. So rechte Weihnachtsstimmung will bei uns bei 28 °C schon in der Früh aber nicht aufkommen. Wenn es wenigstens Glühwein gäbe, so wie voriges Jahr in Lissabon. Schließlich wird es 0900. Mal sehen, ob das Postamt schon offen hat.

Ein Strand mitten in der Stadt

Es ist offen und es stehen schon 10 Leute bei den Schaltern an. Aber heute ist ja Zeit genug. Eine Briefmarke nach Übersee kostet 3 $. Diese Gauner! Vielleicht kommen dir Karten wenigstens an. Dann geht es auf der Autobahn weiter nach Brisbane. Der Campingplatz ist der Brisbane Gateway Resort und liegt südlich der Stadt.

Diesmal haben wir das umgekehrte Problem wie sonst. Nicht ein late checkin, sondern ein early checkin muss diesmal gemacht werden. Es geht sogar. Bei der Rezeption erfahren wir, dass es einen Bus gibt, der uns für 50 Cent ins Stadtzentrum bringt und das ohne Umsteigen. Heute haben wir kein Privatklo, sowas gibt es hier nicht.

Brisbane Skyline

Schon vor Mittag ist es ziemlich heiß. Die ganzen Grade, die uns in Tasmanien und Victoria gefehlt haben, bekommen wir jetzt nachgeliefert. Im Durchschnitt hatten wir also angenehme Temperaturen. Trotz der Hitze machen sich ICBeter und Tami auf den Weg in die Stadt. Wir sind ja schließlich nicht zum Vergnügen da.

Der Weg zum Haltestelle ist nur ein paar Minuten lang. Beim Einsteigen kann man die Kreditkarte zum Leser halten und kann einsteigen. Es gibt hier für die Busse nicht nur eigene Busspuren, sondern gleich ganze Busstraßen. Dort darf niemand anderes fahren. So geht es zügig voran und nach 8 Stationen wir ausgestiegen. Da hält man wieder die Kreditkarte hin und fertig.

Zuerst wird Streets Beach angesteuert. Das ist ein künstlicher Strand, der direkt neben dem Brisbane River angelegt wurde. Dort gibt es drei oder vier Schwimmbecken. Der ist heftig freqentiert, obwohl es Freitag Mittag ist. Hier will scheinbar auch keiner arbeiten. Mit den Füßen wird die Wassertemperatur getestet und es ist warm.

Nachdem das erledigt ist, wird durch den Rainforest gegangen. Das ist ein kleiner Bereich mit Regenwald mitten in der Stadt, durch den man marschieren kann. Der endet beim Brisbane Wheel, was ein Riesenrad ist. Damit fahren wir aber nicht, denn wir wollen viel höher hinaus. Auf der anderen Seite des Flusses ist das Skytop.

Da kann man auf den 23. Stock rauf fahren und runterschauen. Nicht so hoch wie auf der Gold Coast, wo wir im 77. Stock waren, aber immerhin. Der Aufzug ist gut angeschrieben. Misstrauisch macht uns, dass da keine Kassa davor ist. Man kann einfach in den Lift steigen. Wahrscheinlich ist die Kassa oben, damit man nicht mehr aus kann, wenn man schon mal oben ist.

Oben angekommen kassiert aber auch niemand. Das verunsichert uns jetzt total. Wir schauen uns einmal um, ob wir vielleicht Opfer eines Streiches mit versteckter Kamera geworden sind. Und sich gleich alle über die beiden Trottel zerkugeln, die geglaubt haben, als Touristen etwas gratis zu bekommen. Aber nichts dergleichen. Man kann hier gratis auf eine Aussichtsplattform.

Schweben über dem Abgrund

Das Geld zocken sie einem hier viel schlauer ab. Vorne in der prallen Sonne ist die Aussichtsplattform, dahinter befinden sich Lokale. Die sind der einzige Ort, wo es Schatten gibt. Ganz am Ende bei einem kleinen Springbrunnen gibt es auch Schatten. Aber wenn man sich dort hinsetzt, kommt ein Security uns sagt einem sinngemäß, dass man sich gefälligst verzupfen soll.

Es gibt auch einen Glasboden, wo man quasi über dem Nichts steht. Das kennen wir schon von Madeira. Nach ein paar Runden geht es wieder nach unten. Denn die nächste Station wartet, nämlich das Parlament. Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland, also gibt es hier ein Parlament. Wo es ein Parlament gibt, gibt es immer auch eine gratis Führung, das wissen wir schon.

Ken am Skypoint

Die nächste ist um 1500, es ist 1445. Das ist ideal. Erst gibt es einen Securitycheck. Dann muss man sich mit Namen und Telefonnummer registrieren. Und es wird ein Foto von einem gemacht. Wie bei der Einreise in die USA. Nur Fingerabdrücke werden keine genommen. Man bekommt dann einen Ausweis um den Hals gehängt.

Schnell noch alle Taschen und Hüte im Locker verstaut und schon kann es losgehen. Das Gebäude ist etwa 200 Jahre alt. Und es ist auf Raten gebaut worden. Je nachdem, ob gerade Geld da war oder nicht. Der moderne Teil stammt aus den 1970er-Jahren. Dort gibt es sogar Zimmer, in denen die Abgeordneten übernachten können, wenn sie für Sitzungen da sind.

Einheimische Fauna im botanschen Garten

Während der alte Teil im französischen Rennaissance-Stil gebaut wurde, ist der neue im Stil des Brutalismus gestaltet, was wie die Faust aufs Aug passt. Es gibt Sitzungszimmer für zwei Parlamentskammern, obwohl es seit über 100 Jahren nur mehr eine Kammer gibt. Nach der Führung geht es zum Old Government Building. Das ist heute ein Museum, das aber geschlossen ist.

Zurück geht es durch den botanischen Garten von Brisbane. Letzte Station ist die City Hall. Dort findet heute eine Weihnachtsfeier für Senioren statt. Am Eingang steht ein kleines Ensemble, das für die eintreffenden Pensionisten Weihnachtslieder singt. Das wird allerdings von allen ignoriert. Wahrscheinlich weil sie eine Hälfte gar nicht hört und die andere schon im Angriffsmodus auf das Buffet ist.

Parlament von Queenstown

Da suchen wir schnell das Weite. Schlangen, Krokodile und zu allem entschlossene Senioren sind Dinge, mit denen du dich in Australien nicht anlegen willst. Wir gehen also ein Stockwerk nach oben, da gibt es sicher was interessantes zu fotografieren. Wir gehen durch eine Flügeltüre und fotografieren farbige Glasfenster. Am Weg zurück geht diese Tür nicht mehr auf.

Es war eine Tür, die nach beiden Seiten aufgegangen ist. Dann waren wir eingesperrt. Vielleicht ist das ja ein Escape-Room. Wir finden sofort die Lösung, die über den Aufzug nach unten führt. Da die Zeit schon weit fortgeschritten ist, wird die Heimreise angetreten. Google Maps verrät, dass die Buslinie 555, mit der wir gekommen sind, auch hier stehen bleibt.

Botanischer Garten

Also wird den Bus-Schildern nachgegangen. Die führen in den Untergrund. Dort sind alle möglichen Linien angeschrieben. Aber nicht die 555. Also wird wieder in den Obergrund marschiert. Bei der City Hall gibt es Schilder, die für jede Linie angeben, welche Stationsnummer genommen werden muss. Und in welcher Richtung diese Station liegt.

Es bleiben nämlich geschätzte hundert Buslinien bei der City Hall stehen. Aber die richtige wird gefunden und der 555 kommt auch schon nach ein paar Minuten daher. Und er fährt sogar in die richtige Richtung. Wie die Station zum Aussteigen heißt, haben wir schlauerweise bei der Abfahrt fotografiert. So kommt es, dass wir tatsächlich bei der richtigen aussteigen.

Pensionistenparade

Mura hat inzwischen am Campingplatz Wäsche gewaschen. Gleich zweimal, denn er hat beim ersten Mal die Handtücher vergessen. Bei der Ankunft der anderen ist er schon dabei, das Grillen vorzubereiten. Heute kann im Freien gegrillt und gegessen werden. Und weil es kein Gemüsezeug gibt, geht auch alles sehr schnell.

Beim Grillen treffen wir einen Australier, der gerade aus dem Norden kommt. Dort ist es viel heißer als hier. Gut, dass wir dort hin fahren. Außerdem hat er noch ein paar Tipps für uns. Nach dem Essen folgt der Rückzug ins Wohnmobil, bevor die Insekten angreifen können.

Dem Ensemble hört außer uns niemand zu

Momentaner Standort: -27.59022480956164, 153.11000582428517

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *