Tag 31: Heimflug

Der letzte Reisetag ist angebrochen. Nach dem Frühstück werden noch die restlichen Sachen eingepackt. Es ist unglaublich, wieviele Sachen noch in den Koffer reinmüssen, wenn man glaubt, mit dem Packen fertig zu sein. Doch alle drei schaffen es. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft. Weil noch Zeit ist, werden die WM-Spiele samt Elferschießen im Fernsehen angeschaut. Dann wird noch ein Foto mit Freddy I. und Freddy IV. gemacht.

Wiedersehen mit Freddy I. und Abschied von Freddy IV.

Wiedersehen mit Freddy I. und Abschied von Freddy IV.

Um ca. 1300 wir ein Uber XL gerufen. Ein Van kommt und alle Koffer passen gut hinein. Auch Muras und Tamis Campingsessel, die von Tami mit nach Hause genommen werden. Die Fahrt dauert über eine Stunde. Die Golden Gate Bridge sehen wir heute endlich so, wie sie typischerweise zu sehen ist: tief im Nebel versunken. War auch irgendwie surreal mit dem ganzen Sonnenschein…

Vor dem internationalen Terminal wird ausgestiegen und es trennen sich die Wege: Mura und Tami zu Isle 8 und ICBeter zu Isle 6 zum einchecken. Tami lässt aber zuerst Koffer und die Campingsessel einfolieren. Wahrscheinlich soll das Glück bringen…

ICBeter hat seinen Businessclass-Sitz bekommen, da sein Mindestgebot dafür angenommen wurde und so kommt er beim Checkin beim Priority-Schalter sofort dran. Auch beim Security-Check gibt es eine Priority-Schlange. Dort steht aber gerade eine Mutter mit zwei kleinen Kindern und es dauert länger als bei den anderen Schlangen. Aber es ist Zeit genug.

Gleich nach der Security ist die Lounge. Dort gibt es ein Buffet mit kaltem und warmem Essen und alle möglichen Getränke. Auch WLAN gibt es und so kann man dort locker die zwei Stunden verbringen. Boarding beginnt pünktlich und die Businessclass darf als erstes rein. Fast pünktlich hebt die Kiste ab. Dann gibt es Essen mit 4 Vorspeisen und 4 Hauptspeisen zur Auswahl.

Einen Film schauen geht sich auch noch aus. Spiele gibt es aber genauso wenig wie in der Economy Class: Ein Schachspiel. Aber es wird eh Zeit zum Schlafen. Der Sessel kann ganz flach gemacht werden und Bettzeug liegt auch bereit, sodass man ein schönes Bett hat und man gut schlafen kann.

Das beste an der Businessclass ist aber, dass man am WC sitzen kann und gleichzeitig beim Fenster rausschauen kann! Das zweitbeste ist, dass es WLAN gibt. Ansonsten fühlt es sich eigentlich gar nicht wie fliegen an. Dann gibt es noch Frühstück, aber ohne Freddy IV. ist das nur der halbe Spaß.

In Kopenhagen angekommen geht es erst mal durch die Passkontrolle. Natürlich geht es am Nachbarschalter viel schneller weil vorne Leute stehen, deren Pässe genau kontrolliert werden. Eh klar. Hier gibt es auch eine Lounge, die man auch bei der Ankunft besuchen kann. Das ist ein Vorteil, wenn man über 4 Stunden Wartezeit hat. Immerhin gibt es Räucherlachs und Salat. Die erste Halbzeit von Brasilien – Mexiko wird am Großbildfernseher übertragen.

Für die 2. Hälfte fehlt die Zeit, denn der Weiterflug nach Wien steht an. Das Gate ist bummvoll, das ist ein Hinweis darauf, dass auch der Flieger bummvoll sein wird. Und tatsächlich bleibt kein einziger Platz frei. Der Flug ist profitabel für die AUA. Es ist diesmal aber nichts mit einem freien Platz daneben. Aber der Flug geht nur rund 1 ½ Stunden. Und es gibt erstmals seit 5 Wochen wieder Almdudler.

Was ist das wieder für ein Lake?

Was ist das wieder für ein Lake?

Der Landeanflug geht über den Neusiedler See. Das ist eine nette Geste für alle Burgenländer an Bord. Jedenfalls ist der See noch immer da. Beruhigend, dass man mal ein Monat wegfliegen kann und nicht alles ist kaputt… Landung: Pünktlich. Als ICBeter zum Gepäcksband kommt, steht dort 5 – 10 Minuten Wartezeit für das Gepäck aus Kopenhagen. Also nochmal aufs Klo.

Danach raus und das Gepäcksband fängt zum Laufen an. Raus kommt genau ein (!) Koffer. Der von ICBeter. Kein einziger anderer. Und es wartet auch… niemand… sonst auf seinen Koffer. Niemand. Aus einem komplett vollen Airbus A319. Damit ist klar, dass ALLE anderen Passagiere Agenten von NSA, Mossad, MI5 und CIA gewesen sind, die ihn beobachtet haben! Vermutlich wollten sie in Erfahrung bringen, ob wir es wirklich geschafft haben, die Weltherrschaft an uns zu reißen!

Aber das verraten wir natürlich nicht. Auch hier nicht!

Mal sehen, ob bei Mura und Tami auch alles glatt gelaufen ist. Nach der Auftrennung der Taskforce sind sie erst einmal in die Firstclass Lounge gegangen. Mura checkt sich erst mal den Schlüssel für die Dusche. Pünktlich sind sie dann zum Flugzeug marschiert und das ist auch brav zum richtigen Zeitpunkt abgehoben. Tami wird auf der rechten Seite auch sehr zuvorkommend bedient und haut sich wieder ein paar Whisky-Cola rein. Natürlich mit dem besten Whisky, der vorhanden ist.

Mura geht es nicht ganz so gut wie ihm, denn auf seiner Seite ist der Steward anscheinend auch noch für die Economy-Class zuständig und schaut nur hin und wieder vorbei. Der Flug geht glatt und ist nach etwa 11 Stunden in London angekommen. Das Ausetzen ist hart, vorne in der Schnauze der Boeing 747 merkt man das besonders.

Die Zeit in London ist relativ knapp bemessen. Da die Arrival-Lounge für Firstclasser in einem anderen Terminal ist, wird nichts riskiert. Deshalb wird nur eine Businessclass-Lounge besucht. Rechtzeitig wird wieder zum Flieger nach Prag marschiert.

Im Flugzeug heißt es dann aber leider warten. Und zwar so lange, bis der Slot für den Start weg ist. In Heathrow ist es nicht so einfach, wieder einen zu bekommen. Der Kapitän meldet sich: Der nächste ist erst in einer halben Stunde. Naja, in Prag ist eh etwa eineinhalb Stunden Zeit, um zum Bahnhof zu gelangen. Kurz darauf meldet sich der Kapitän wieder: Das Vehikel zum Schleppen des Flugzeuges aus dem Terminal ist kaputt.

Aber er ist zuversichtlich, dass bis zum neuen Startslot ein neues da ist. Und so ist es auch. Der neue Slot kann genommen werden und ab geht es in die Lüfte. Es wird sogar aufgeholt und die Landung ist nur mit 15 Minuten Verspätung. Jetzt nur noch die Koffer holen. Damit haben die beiden schon schlechte Erfahrungen. Eine Email mit einer Entschuldigung für verlorene Koffer ist aber nicht gekommen.

Die postive Nachricht gleich vorweg: Sie sind nicht die einzigen, deren Koffer erst einmal nicht kommen. Es kommen nämlich gar keine. Es dauert eine Ewigkeit, bis das Band losläuft. Die Koffer sind schnell gefunden. Außer die Campingsessel von Tami. Die kommen nicht daher. Alle Koffer sind schon weg, aber es kommt nix.

Dann kommen schon die Koffer vom nächsten Flugzeug. Also ab zur Gepäcks-Urgenz. Dort rät man ihnen, doch mal beim Oversize-Gepäck nachzuschauen. Und tatsächlich… da sind die Dinger! Das ist zwar ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft, aber die Tatsache, dass nur mehr 18 Minuten bis zur Abfahrt des Zuges sind, ist das genaue Gegenteil. Da sich das nicht mehr ausgehen kann, wird der bestellte und wartende Fahrer wieder weggeschickt.

Bezahlt muss er trotzdem werden. Noch teurer als der unbenutzte Fahrer ist jetzt aber guter Rat. Wie kommt man um 1930 von Prag nach Wien wenn kein Zug mehr fährt und ein Flieger schon im Vorfeld nicht zu finden war? Letzte Hoffnung: Ein Mietauto. Ob in Prag überhaupt eines bereit stehen wird? Beim Sixt angekommen die gute Nachricht: Es sind zwei österreichische und ein deutsches Auto da.

Die haben den Vorteil, dass sie ohne Einwegmiete zu bekommen sind. Mura gibt seine Kreditkarte hin. Die Mitarbeiterin kontrolliert sie und sagt ihm, dass mit dieser Kreditkarte noch eine Kundenkarte verknüpft ist. Mit so viel Umsatz, dass er ein gratis Upgrade auf eine höhere Wagenklasse bekommt. Also wird ein Mercedes mit Münchner Kennzeichen gecheckt. Ob der wohl aus Merced stammt?

Ohne Einwegmiete und dem Preis der niedrigeren Klasse ist der Spaß sogar bezahlbar. Ein Navi ist auch eingebaut. Alles schön auf tschechisch, versteht sich. Man muss aber nur die Sprache einstellen. Auf dem tschechischen Display… Durch die geballte Kraft der Englisch-, Deutsch- und Ungarischkenntnisse gelingt das dann aber doch.

Tschechische Autobahnen sind super. Ca. 80 % davon sind derzeit mit Hilfe von EU-Geldern eine Baustelle. Immer mit einer schönen 80er-Beschränkung. So kommen die beiden um ca 2300 am Flughafen Wien an. Dort wurde ICBeter schon um 2000 telefonisch informiert, was Sache ist. Der hat sich derweil in ein Cafe gesetzt und Belgien – Japan angeschaut. Die Japsen haben nach einem Kamikaze-Eckball noch in der 94. Minute durch einen Konter 2:3 verloren.

Das ist ungünstig, denn die Verlängerung wäre sich noch locker ausgegangen, bis die Helden aus Prag eintreffen. Also muss ein gemütliches Eck gefunden werden, um Lesen zu können. Der Flughafen ist um ca. 2200 ein ruhiger Ort. Hin und wieder kommen Reinigungskräfte vorbei, mal auch zwei bis an die Zähne bewaffnete Polizisten, die staunen, dass da einer mitten in der Nacht mit einem riesen Koffer herumsitzt und liest.

Dann kommt die Nachricht, dass in 10 Minuten Treffpunkt ist. ICBeter schreibt, dass er beim Dropoff beim Abflug wartet. Mura und Tami stehen bei der Ankunft und warten. Ein Glück, dass es Handys gibt und so findet die Wiedervereinigung der Taskforce Heimflug doch noch statt. Die Fahrt nach Ödenburg, Eisenstadt und Zemendorf ist da nur mehr ein kleiner Katzensprung.

Damit ist die Tour „USA 2018“ abeschlossen. Nachdem wir Grand-Canyon-Regen, heiße Wüsten, noch heißere Hottubs, viele Uber-Fahrten erlebt haben, viele Hektoliter Benzin getankt haben, mit einem Elektroauto die Umwelt geschont haben, eine neue Rekordzahl an Nationalparks besucht haben, in Las Vegas nur ein bisschen Geld und einen Hut verloren haben, einen Höllenritt am Touristentransporter beim Antelope Canyon überlebt haben, den Jumping Jollas entkommen sind, in den Wellen des Pazifik geschwommen sind und viele neue Fastfood-Restaurants getestet haben, kann die Reise in jedem Fall als großer Schritt in Richtung Weltherrschaft verbucht werden.

Aktueller Standort: Daheim

Tag 30: Wohnmobil-Rückgabe

Heute müssen wir uns endgültig von unserem Wohnmobil und damit auch Franzi, dem braven Wachhund verabschieden. Nach dem Aufstehen wird auf Frühstück verzichtet, um pünktlich bei der Rückgabe zu sein. Die Rückgabestelle „San Francisco“ ist – wie schon bei der Abholung bemerkt – eine Autostunde außerhalb von San Francisco. So als wäre die Abholstelle „Wien“ in Zemendorf…

Die GGB wie man sie kennt...

Die GGB wie man sie kennt…

Mit ein paar Umwegen finden wir pünktlich dort hin. Dort angekommen kommen wir drauf, dass wir nicht getankt haben. Wir haben das Wohnmobil mit exakt halb vollem Tank übernommen. Also lassen wir uns vom Navi zur nächsten Tankstelle führen. Der Tank ist knapp ¼ voll, die Gallone kostet 3,68 $. Also Tank-Vollprofis rechnen wir aus, dass das Befüllen bis ½ etwa 70 $ kosten wird. Also geht Mura in den Shop und lässt die Zapfsäule auf 70 $ einstellen.

Mit großer Andacht wird das letzte Tanken dieser Reise durchgeführt. Dann wird der Motor gestartet… die Tankanzeige steigt auf exakt ½! Das soll uns erst einmal einer nachmachen! Nach diesem großen Schritt in Richtung Weltherrschaft bringen wir das Wohnmobil dann wirklich zurück. Es wird angeschaut und der Schaden an der rechten Seite festgestellt.

Da muss dann ein Unfallbericht ausgefüllt werden und es wird der Selbstbehalt von 500 $ fällig. Zum Glück haben wir dagegen eine eigene Versicherung abgeschlossen. Es muss halt daheim ein Papierkrieg erledigt werden. Vor der Abfahrt werden noch positive Karma-Punkte gesammelt, indem der Besen, der jetzt nicht mehr gebraucht wird, einem auf seine Wohnmobil wartendes Paar geschenkt wird. Sodann wird ein Uber gerufen. Das ist pünktlich da und wir fahren los. Nach einer Minute kommt Mura drauf, dass er um einen Hut weniger hat als bei der Herfahrt.

Es geht nichts über ein aufgeräumtes Heim!

Es geht nichts über ein aufgeräumtes Heim!

Also heißt es wieder umdrehen. Das Wohnmobil ist natürlich schon wieder weg. Mura geht ins Office und muss erst mal warten. Der Uber-Fahrerin wird es dann zu lang und wir steigen wieder aus. Wir müssen nur die bisherige Fahrt bezahlen. Nach einer Weile werden Mura und sein Hut wiedervereinigt. Also kann das nächste Uber-Fahrzeug angefordert werden. Diesmal hat niemand etwas vergessen. Die Fahrt geht nach Union City. Dort sind ein Walmart, ein TGI Fridays und ein Kino.

Alles davon werden wir benutzen. Zuerst wird im Walmart nach Ocean Potion 50 gesucht. Weil wir uns klugerweise beim TGI Fridays absetzen ließen, muss eine Wanderung zum Walmart gemacht werden. Erst mal ist die Suche erfolglos. Als die Aktion schon erfolglos abgebrochen werden soll, schaut sich ICBeter noch das letzte Regal an. Und findet ganz unten Ocean Potion Sport 50.

Noch ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft! So geht es zum Essen bei TGI Fridays. Wir müssen uns langsam aber sicher wieder ans Mittagessen gewöhnen. Sonst macht das der Magen daheim nicht mit. Im Fernsehen läuft das Achtelfinale Uruguay – Portugal und es ist nicht gut ausgegangen für CR7 & Kollegen. Gut ausgegangen ist es aber für uns, denn wir haben gut gegessen.

Beim Schlusspfiff sind wir auch fertig und marschieren ins Kino.

4.400 Meilen Fahrstrecke :-)

4.400 Meilen Fahrstrecke 🙂

Ocean‘s 8 wird angeschaut. Dieses Kino ist rückständiger als das in New York, das wir vor 10 Jahren besucht haben. Denn es gibt keine Ticket-Automaten, man muss mit einem Menschen reden, wenn man Karten will. Diese unangenehme Aufgabe übernimmt Mura. Wir gehen gleich hinein, denn es ist freie Platzwahl. Damit haben wir schon schlechte Erfahrungen gemacht. Aber wir sind am Samstag um 1330 fast die einzigen im Saal. Komisch.

Nach dem Film geht es zurück nach Ross. Mit Uber kostet das ca. 75 $. Der Fahrer fährt gerne Langstrecken. Er meint, wenn er zu weit von daheim wegkommt, schläft er halt schon mal im Auto. Die Bremsen hören sich bei dem Auto schon ein wenig seltsam an, aber für diese eine Fahrt werden sie schon noch halten. Tatsächlich schaffen wir es nach Ross.

Dort wird dann noch der Pool benutzt und ein paar Brote zum Abendessen gegessen. Außerdem wird der Tante von ICBeter noch der Anrufbeantworter eingestellt. Der Abend wird dann noch mit einpacken verbracht, denn morgen ist es dann leider wirklich soweit. Die Flieger warten auf uns, um uns in die Heimat zurückzubefördern.

Tag 29: Highway 1

Die letzte Nacht in unserem Wohnmobil ist zu Ende! Um ca. 0830 ist zum letzten Mal Tagwache. Freddy IV. toastet heute nur ein paar Toasts, denn es ist noch Brot vom Grillen übrig. Mura kommt der gestern gekaufte Camembert etwas komisch vor. Dabei soll er noch bis 4. Oktober halten. Dann kommt er aber drauf, dass 04/10/18 und den USA nicht 4. Oktober, sondern 10. April bedeutet. Blöd gelaufen. Aber Tami hat auch einen Camembert gekauft. Und der ist erst vor 4 Tagen abgelaufen.

cat black.water grey.water > dump.hole

cat black.water grey.water >> dump.hole

Da das Wohnmobil morgen retourniert werden muss, ist ein letzter Dump fällig. Denn es muss ohne den ganzen Dreck zurück gegeben werden. ICBeter ist wieder dran, er hat aber schon Routine und der Dump ist schnell erledigt. Dann heißt es noch Gas auffüllen. Der Gastank muss wieder voll sein. Es kommt ein Typ vom Campingplatz zu großen Tank. Alle müssen aussteigen wegen der Explosionsgefahr, dabei wollte Tami eigentlich das Wohnmobil hüten. Das würde natürlich viele Probleme auf einen Schlag lösen, wenn die Kiste einfach in die Luft gejagt wird.

Kein Aufräumen, Putzen, Einpacken… und wir wären nicht einmal schuld. Aber leider geht alles glatt und wir können unseren letzten Weg beginnen. Alles, was heute besichtigt wird, ist Highway 1. Die Küstenstraße entlang der Pazifikküste. Es gibt wieder schöne enge, kurvige Bergstraßen. Aber weder rechts noch links wird angefahren.

Der Gasmann füllt das Gas an

Der Gasmann füllt das Gas an

Hin und wieder wird ein guter Aussichtspunkt gefunden, um die letzten Tourfotos zu machen. Schließlich biegen wir vom Highway 1 zum Sir Francis Drake Boulevard ein, das ist die Straße, die beim Haus von ICBeters Tante vorbeiführt. In der letzten Ortschaft vor Ross wird dann noch mit einem Pickup mit genauso großen Spiegeln abgeklatscht. Aber der bleibt gar nicht stehen und so fahren wir auch weiter. Aber immerhin haben wir im letzten Moment noch einen Unfall zusammengebracht.

Um ca. 1600 ist Ankunft in Ross. Offenbar sind wir wieder in der Wüste, denn es hat fast 40 °C. Jetzt steht das bevor, wovor wir uns schon seit Tagen fürchten: Das Wohnmobil ausräumen und wenigstens halbwegs reinigen. Zumindest soweit, dass die Typen von der Vermietung nicht schreiend davonrennen, wenn sie einen Blick hinein werfen.

Pazifikküste wieder mal

Pazifikküste wieder mal

Zuerst werden mal die wichtigsten Sachen ins Pool-Haus geräumt und die Internetverbindung mit dem WLAN-Extender hergestellt. Dann ist aufgrund der Hitze erst mal der Pool an der Reihe. Zum Glück ist es kein Hot Pool. So einer ist nur cool, wenn es draußen cool ist. ICBeter bekommt eine E-Mail, dass sein Gebot für ein Businessclass-Upgrade angenommen wurde. Und das obwohl er nur das Mindestgebot geboten hat.

ICBeter und Tami fahren dann zu Phyllies Giant Burgers und holen eine ordentliche Portion Burger. Weil dort anscheinend alle telefonisch bestellen, dauert die Wartezeit ziemlich lange. Auch weil alles immer frisch gemacht wird. Nachdem alles verputzt ist, geht es wirklich ans Aufräumen. Jeder schleppt seine Sachen raus, alles unnötige wird dem Müll übereignet und es wird zusammengekehrt.

Vista Point on Highway 1

Vista Point on Highway 1

Dass es nicht immer die beste Idee ist, das billigste zu kaufen sieht man leider am Bettzeug. Das blaue Leintuch hat die Matratze mit schönen blauen Flecken überzogen. Aber hier sind schließlich Techniker am Werk! Kurzerhand wird die Matratze umgedreht und schon ist sie wieder schön sauber! Fachleute leisten eben mehr!

Nachdem der ganze Dreck aus dem Wohnmobil rausgekehrt wurde, liegt es sichtbar höher auf der Straße als vorher. Alles was gekauft wurde und nicht mit nach Hause genommen werden kann, bekommt die Tante von ICBeter geschenkt. Eine Schaufel zum Goldschürfen, ein Strom-Verlängerungskabel, Besteck, Grillbesteck, Gummistiefel, Bettzeug für die Gästebetten, den WLAN-Extender und last but not least Freddy IV.

Haben Einbrecher das Wohnmobil durchwühlt? Nein, es sieht immer so aus...

Haben Einbrecher das Wohnmobil durchwühlt? Nein, es sieht immer so aus…

Der muss aber noch zwei Tage lang für uns arbeiten. Nachdem die Schwerarbeit erledigt ist, wird nach am Pool sitzend Internet benutzt. Zumindest so lange, bis die Gelsen kommen und alle ins Pool-Haus vertreiben. Alle sind gespannt, wie die erste Nacht in echten Betten seit langem sein wird…

Tag 28: Fort Bragg

Um ca. 0800 ist Tagwache. Heute gibt es wieder ein umfangreiches Programm zu absolvieren. Zuerst muss Freddy IV. nach seiner gestrigen Sonderschicht die von gestern verbliebenen 11 Toasts toasten. Dazu gibt es heute Muscheln in Olivenöl. Kurz vor 1100 geht es wieder los. Zuerst geht es noch flott voran. Die Fahrt geht über den Highway 101. Nur ein Flagger verzögert das Vorankommen.

Robbi am Highway 1

Robbi am Highway 1

Dann biegt die Strecke auf den Highway 1 ab. Das ist jene malerische Küstenstraße, die wir schon ganz am Anfang der Tour gefahren sind. Nur ist dieser erste Teil nicht ganz so malerisch. Er geht mitten im Wald mit vielen engen Kurven und Steigungen. Da es zur Küste geht, muss natürlich jede Steigung durch ein anschließendes Gefälle wieder wettgemacht werden.

Mit einem 9 Meter langen Straßenungetüm ist das ein Hauptspaß. Immerhin kommt bald die Küste und es geht nur mehr eben dahin. Inzwischen nähert sich die Tankanzeige wieder stetig dem Nullpunkt. Da wir nicht in der Wüste sind, ist das aber kein Problem. Bald wird eine Tankstelle kommen. Highway 1 ist offenbar eine Straße, die eher selten befahren wird. Zumindest so wenig, dass sich Tankstellen nicht lohnen.

Pazifik-Küste

Pazifik-Küste

Aber inzwischen wissen wir, dass man noch eine ganze Weile fahren kann, wenn die Tank-Warnleuchte leuchtet. Deshalb wird die erste Tankstelle, die gefunden wird ausgelassen. Die hat nicht einmal Preise angeschrieben. Und wir haben es eilig. Denn als erster Programm-Punkt ist der Skunk-Train eingeplant. Das heißt übersetzt Stinktier-Zug und kann daher nur wichtig für die Weltherrschaft sein.

Wir sind um 1240 dort und kaufen Karten für den 1300-Zug. Um 1245 ist Boarding. Skunk-Train ist ein historischer Zug, der bereits 1885 gegründet worden ist, um Holz zu transportieren. Heute ist er nur mehr eine Touristenattraktion. Es gibt sogar eine Dampflok, die aber heute leider nicht in Betrieb ist. So gibt es nur eine Diesellok von 1955.

Island in the sun...

Island in the sun…

Die stinkt zwar, aber nicht so wie ein Stinktier. Das ist natürlich eine Enttäuschung (dass die Diesellok statt der Dampflok fährt, nicht dass sie nicht wie ein Stinktier stinkt). Die Geschwindigkeit des Zuges ist geschätzte 6 km/h. Daneben herlaufen wäre – wenn man ein wenig trainiert ist – problemlos möglich gewesen. Die gefahrene Strecke heißt Pudding Creek Express. Zum Glück ist es ein Express, wer weiß, mit welcher Geschwindigkeit der Zug sonst gefahren wäre.

Die Fahrt geht entlang des Pudding Creek. Der hat aber zu unsere Enttäuschung keinen Pudding, sondern normales Wasser drin. Man sieht auch Rotholzbäume, Farne, Schachtelhalme etc. Nach einer halben Stunde bleibt der Zug stehen. Bei der Geschwindigkeit hat er gerade mal ein paar Kilometer zurückgelegt. Alle sind gespannt, was jetzt passiert. Die Auflösung: Der Zug fährt jetzt zurück.

Taskforce Skunk Train

Taskforce Skunk Train

Da der Rückweg der gleiche ist, bleibt während der Fahrt Zeit, den Zug näher zu beschreiben: Vorne die alte Diesellok, dann ein alter Waggon, der auch ein kleines Kiosk mit Getränken und Knabbereien beinhaltet. Dann kommt ein offener Waggon, der seitlich nur ein Geländer hat. Ein Cabrio-Waggon sozusagen. Dahinter folgt noch ein alter Waggon wie der vorige.

So, jetzt sind wir wieder im Bahnhof angekommen. Gegenüber ist noch eine Modelleisenbahn-Ausstellung. So ähnlich wie in Hamburg, nur kleiner. Und größer, denn die Spurbreite ist größer. Dann geht es weiter zu Glass Beach. Den Namen hat dieser Strand von kleinen, rund geschliffenen Glasstückchen, die überall im Sand herumliegen.

Pudding Creek - ohne Pudding!

Pudding Creek – ohne Pudding!

Dort, wo wir sind, sind hunderte andere Touristen, die die größeren Glasstücke schon alle aufgesammelt haben, sodass wir nur mehr ganz kleine sehen. Dafür ist die Aussicht gut und sehr fotogen. Dann ist endlich Tanken angesagt. Eine Sinclair-Tankstelle mit 3,45 $ pro Gallone wird gefunden. Leider steht davor ein großer LKW, sodass wir nicht reinkommen.

Also fahren wir mal zu nächsten Station, das ist das Postamt. Diesmal sind wir vor 1600 dran und deshalb müssen sie uns reinlassen. ICBeter gibt seine Ansichtskarten auf, damit sie noch vor ihm in Österreich ankommen. Dann geht es von der anderen Seite zurück zur Tankstelle. Mit ein paar mal hin und her reversieren stehen wir endlich vor der Zapfsäule.

Stinktier-Zug

Stinktier-Zug

Mura geht in den Shop um wieder mal einen Hunderter reinzuwerfen. Dann kann mit dem Tanken begonnen werden. Das Tempo der Benzinpumpe lehnt sich stark an den Skunk-Train an. Fast 10 Sekunden dauert es, bis ein Dollar verbraucht ist. Aber es gibt eine LCD-Bildschirm in der Zapfsäule. Dort werden während dem Tanken Werbespots abgespielt. Wahrscheinlich dauert es deshalb so lange, damit die Werbezeit am Display länger ist.

Immerhin wird das Tanken nicht für die Werbung unterbrochen, sondern es läuft beides parallel. Vielleicht steckt hinter dem Tank-Tempo auch die Elektroauto-Industrie, die versprochen hat, dass in 10 Jahren das Strom-Laden nicht länger dauern wird als das Tanken an der Zapfsäule. Wenn dann das Laden immer noch eine halbe Stunde dauert, muss eben das Tanken auch so viel Zeit in Anspruch nehmen.

Cabrio-Waggon

Cabrio-Waggon

Dann geht es weiter zu einer Kurzbesichtigung von Mendocino. An der Straße stehen so komische Schilder wie “Vehicles over 30 ft not advised”. Ein Glück, dass wir nicht mehr als 30 ft haben, sondern genau 30 ft. Mura lässt sich in Mendocino vor dem Gebäude der freiwilligen Feuerwehr und bei der Ortstafel fotografieren. Sodann geht es weiter zu (ja leider) unserem letzten Campingplatz. Den Manchester/Mendocino KOA. Wieder schaffen wir es ohne Late Checkin.

Die Geschwindigkeit beim Checkin ist aber scheinbar auch am Skunk-Train angelehnt. Eine Mitarbeiterin telefoniert ständig, die andere diskutiert gerade mit einer Camperin, welche Hütte die jetzt nimmt oder auch nicht. Vielleicht hätten wir doch zur Late-Checkin-Zeit kommen sollen. Irgendwann klappt es dann doch und wir bekommen unseren Platz.

Heißt er deswegen Skunk-Train?

Heißt er deswegen Skunk-Train?

Erste Aktion ist immer Strom-Anschluss herstellen. Normalerweise ist Internet checken die zweite, heute ist es aber Kohlen anzünden. Denn heute wird zum Letzten Mal gegrillt. Beim Herrichten wird festgestellt, dass wir zu dumm waren, neue Pappteller zu kaufen. Zum Glück gibt es den Camping-Shop. Der hat alles, was das Camperherz begehrt.

Es ist ziemlich kalt. Wieviel Unterschied ein einziger Buchstabe machen kann, stellt man fest, wenn man Küste und Wüste vergleicht. Der Unterschied kann bis zu 20 Grad sein… (Küste = „Kalte Üste“, Wüste = „Warme Üste“). Deshalb wird der Hot Tub aufgesucht. Im Gegensatz zum Hot Tub in Desert Hot Springs legen wir uns danach aber nicht auf die Badeliegen uns lassen uns auskühlen, sondern laufen gleich zum Wohnmobil zurück.

Modelleisenbahn

Modelleisenbahn

Das Internet ist verhältnismäßig gut, nur am Abend wenn alle surfen, geht es etwas zäh. Damit ist der letzte Campingtag offiziell zu Ende gegangen. Immerhin gibt es noch eine Campingnacht. Na dann Gute Nacht!

Akuteller Standort: 38.982085, -123.693211

 

Glass Beach

Glass Beach

Das Glas von Glass Beach

Das Glas von Glass Beach

Highway 1

Highway 1

Nochmal Westküste

Nochmal Westküste

Und schon wieder Küste...

Und schon wieder Küste…

Tag 27: Redwood NP

Heute ist erst nach 0800 Tagwache, weil vorher keiner aufwacht. Aber nur für Mura und ICBeter. Tami wacht um 0945 auf. Im Internet wird gelesen, dass Deutschland bei der WM schon wieder in der Nachspielzeit die Entscheidung herbei geführt hat. Nach Duschen etc. gibt es wieder Frühstück. Diesmal gibt es nur die kleine Dose Spam. Freddy IV. toastet unbeirrt weiter.

Do not approach wildlife!

Do not approach wildlife!

Er muss nur mehr kurz durchhalten, dann kann er seinen Ruhestand gemeinsam mit Freddy I. in Ross verbringen. Zum Abhängen der Stromversorgung muss ICBeter wieder bei den Nachsbarshunden vorbei. Aber zum Glück sind die Besitzer anwesend, um ihn vor dem gefressen werden zu retten.

Wieder ein Abenteuer überlebt. Dann geht es los. Ziel ist der Redwood Nationalpark. Die Fahrt dauert nur ca. eine halbe Stunde. Auf der Fahrt kommen wir in die Tsunami Hazard Zone. Da schauen wir, dass wir möglichst schnell wieder abhauen. Der nächste Tsunami kommt nämlich bestimmt. Es ist nur die Frage wann!

Robbi im Redwood NPRobbi im Redwood NP

Robbi im Redwood NP

Erste Station ist das Visitorcenter. Dort gibt es einen Film über den Park und die Rotholzbäume, die ihm seinen Namen geben. Dann wird Ranger Bob (oder wie der auch immer heißt) gefragt, welche kurze Wanderungen man machen kann, wo man mit dem Wohnmobil hinfahren kann.

Es wird eine kurze, knapp 3 Meilen lange Wanderung ausgewählt. Tami und ICBeter machen sich auf den Weg, Mura hütet inzwischen das Wohnmobil. Es werden viele große Bäume fotografiert. Die sind nicht so dick wie die Sequoia in Yosemite, aber höher. Auch große Farne wachsen entlang dieses Wanderweges.

Nach etwas über einer Stunde ist Rückkehr zum Wohnmobil. Es wird noch die Scenic Road durch den Wald abgefahren und dann ist der nördlichste Punkt der diesjährigen Tour erreicht. Und der liegt deutlich südlicher als der südlichste Punkt auf unserer letzten Tour vor 5 Jahren. Von nun an geht es nur mehr die Küste hinab bis zurück nach San Francisco.

Viele große Bäume

Viele große Bäume

Aber die nächste Station ist ein Walmart. Es müssen wieder Vorräte eingekauft werden und Ocean Potion 50 gefunden werden. Letzteres wird aber auch diesmal nicht entdeckt. Da stecken sicher die Dunklen Mächte dahinter. Dann geht es weiter. Nächste Zwischenstation ist Ferndale. Eine Ortschaft auf dem Weg, die viele alte viktorianische Häuser hat.

Die Straße dorthin führt über eine Brücke, die etwa doppelt so breit ist, wie unser Wohnmobil. Aber ICBeter fährt nach dem Motto „Augen zu und durch“ einfach schnell drüber. Dann geht es zum Campingplatz. Dem Benbow KOA. Auf dem Weg dorthin wird noch was zu Essen gesucht. Auf amerikanischen Autobahnen steht vor jeder Ausfahrt angeschrieben, was es dort zu Essen gibt.

Nicht nur große, sondern auch dicke Bäume

Nicht nur große, sondern auch dicke Bäume

Hier jetzt steht natürlich fast nirgends etwas. Außer eines: Die Pizza-Factory. Das klingt nach einer Kombination aus Pizzeria und Cheesecake-Factory. Tami protestiert aber und will dort auf keinen Fall hingehen. Also heißt es

Nach einiger Fahrt kommt dann doch die Anzeige für ein Grillrestaurant. Dort angekommen sieht es aber von außen nicht gut genug aus und es wird weiter gefahren. Schließlich kommen wir beim Campingplatz an. Ohne late checkin! Dort wird gefragt, ob es da wo ein Restaurant gibt.

Große Bäume haben auch große Wurzeln

Große Bäume haben auch große Wurzeln

Das Benbow Inn ist das einzige. Wir hoffen, dass es ein solides Dorfwirtshaus ist. Wir fahren hin und sehen, dass es eher ein nobles Restaurant ist. Da trauen wir uns angezogen wie die Sandler aber nicht hinein.

Also gehen Mura und Tami zum Campingplatz-Shop, um Brot zu kaufen. Es gibt aber keines. Also muss Freddy IV. jetzt eine Extra-Schicht einlegen. Es wird also ein Abend-Frühstück eingelegt. Dann gehen Tami und ICBeter noch zum Hot Tub. Im Shop sagen sie noch, dass das Internet nicht geht. Der Typ verspricht, dass es rebootet wird. Im Tub sind auch noch zwei andere, aber laut Poolregeln ist Platz für 6 Leute darin.

Im Redwood NP gibt es nicht nur Redwood

Im Redwood NP gibt es nicht nur Redwood

Außerdem steht drauf, dass man duschen soll bevor man hinein geht. Nur sind keine Duschen beim Pool. Kurz vor der Überhitzung wird wieder rausgegangen und zurück zum Wohnmobil gegangen. Dort angekommen wird festgestellt, dass das Internet jetzt funktioniert, aber extrem langsam ist. Das ist kein gutes Zeichen. Es sieht nach einem offline-Abend aus.

Aktueller Standort: 40.069980, -123.787761

Scenic Road

Scenic Road

Ferndale

Ferndale

Hallo, altes Haus!

Hallo, altes Haus!

Tag 26: Trinidad

Um ca. 0730 ist Tagwache. Die Duschen werden getestet und für gut befunden. Allerdings sind die Duschköpfe fast so groß wie die ganze Duschkabine. Es gibt also keinen trockenen Fleck zum Einseifen. Freddy IV. muss heute weniger toasten, weil noch Weißbrot vom Grillen gestern übrig ist. Zusätzlich zum Spam gibt es heute wieder Lachs.

Fotostopp unterwegs

Fotostopp unterwegs

Weil heute nicht viel Besichtigung am Programm steht, wird die Abfahrt auf kurz vor 1100 verschoben. Dann ist nämlich späteste Auscheck-Zeit. Es wird noch der Campingplatz besichtigt. Er ist mitten im Wald und es gibt einen Volleyballplatz, einen Basketball-Korb und zwei Schaukeln. Schließlich wird noch in den Campingsesseln die Zeit bis zur Abfahrt verbraucht.

Dann geht es los. Erstes Ziel ist ein Walmart. Weil es für ICB-VIPs natürlich einen Lieferservice für Produkte aus den USA gibt, wird online bestellte Sonnencreme gesucht. Und zwar Ocean Potion 50. Schnell sind die Sonnencremes gefunden. Es gibt Banana Boat und andere lustige Marken, aber nicht Ocean Potion. Nach einer Weile herumsuchen wird dann sogar Ocean Potion gefunden. Und zwar zwei Varianten: After-Sun und Bräunungsmittel.

Robbi ist von Bigfoot erwischt worden!

Robbi ist von Bigfoot erwischt worden!

Die freundlichen Mitarbeiterinnen sagen dann, dass sie das gewünschte Produkt da noch nie gesehen haben. Eigentlich war es bis jetzt immer so, dass wenn ein Mitarbeiter etwas nicht gefunden hat, wir es dann sofort selbst gefunden haben. Aber das funktioniert diesmal auch nicht. Also wird die Suche vorerst aufgegeben. Aber natürlich nicht endgültig…

Die notwendigsten Dinge werden schnell eingekauft und es wird der Rückmarsch zum Wohnmobil angetreten. ICBeter hat es strategisch klug am Punkt geparkt, der am weitesten vom Eingang entfernt ist. Ein genialer Schachzug, der nur den Nachteil hat, dass man ewig hin und zurück laufen muss. Dann geht es weiter über gebirgige Straßen.

Zwischenstation ist Willow Creek. Dort gibt es ein Bigfoot-Museum. Das am Dienstag geschlossen hat. Heute ist natürlich Dienstag, eh klar… Aber es steht ein großer Bigfoot vor dem Museum, der fotografiert werden kann. Leider kein echter, aber man kann im Leben halt nicht alles haben. Dann geht es weiter.

Strand in Trinidad

Strand in Trinidad

Gebirgsstraßen bedeuten immer, dass bald auch wieder eine Tankstelle angefahren werden muss. Die Hoffnung, eine Indianertankstelle zu finden, erfüllt sich leider nicht. Der Preis ist 3,79 $ je Gallone. Schließlich kommen wir am Zielort an: Trinidad. Aber nicht das in der Karibik, sondern das an der US-Westküste.

Damit haben wir die Küste, die wir in San Diego verlassen haben, wieder erreicht. Als erstes wird ein Lokal gesucht. Ein Fischlokal ist mit Schildern angeschrieben, es wird aber trotzdem nicht gefunden. Also wird das nächste Lokal angesteuert, das einen Parkplatz hat, der groß genug für ein 9-Meter Wohnmobil ist.

Historischer Leuchtturm von Trinidad

Historischer Leuchtturm von Trinidad

Wenn man an der Küste ist, nützt man die Gelegenheit um Seafood zu futtern. Fisch, Schrimps und Muscheln werden verzehrt. Das Testergebnis fällt sehr positiv aus. Dann werden Fotos am Strand gemacht und kurz die Wassertemperatur getestet. Ergebnis: kalt. Die Weiterfahrt zum Campingplatz ist kurz: nur eine Meile ist er entfernt.

Auch dieser Campingplatz liegt mitten im Wald. Mit viel größeren Bäumen als beim vorigen. ICBeter füllt bei der Regisrierung das Fomular aus und die Angestellte ist ganz überrascht, dass er null Haustiere angibt. Am Platz selbst sieht man dann warum. Fast alle haben Hunde dabei. Es gibt auch große Hunde-Spielplätze.

Fliegerangriff

Fliegerangriff

Und Menschen-Spielplätze. Auf denen gibt es z. B. Hufeisenwerfen. ICBeter muss das gleich ausprobieren, trifft aber nur einmal die Stange. Das ist keine große Hilfe auf dem Weg zu Weltherrschaft. Die Nachbarn haben zwei große Hunde, die immer den Krieg erklären, wenn man hinter das Wohnmobil geht, um etwas aus dem Kofferraum zu holen. Immerhin das Internet ist schnell und stabil. Damit ist das schon ein guter Campingplatz und der Tag kann zufrieden für beendet erklärt werden.

Aktueller Standort: 41.072886, -124.142552

Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

Campen im Wald

Campen im Wald

Hufeisen, flieg!

Hufeisen, flieg!

Tag 25: Lassen Volcanic NP

Um ca. 0800 ist Tagwache. Zum Frühstück gibt es wieder Normal-Spam und Freddy IV. toastet wieder mal brav alle Toasts. Weil der Campingplatz nicht im Voraus bezahlt wurde, muss ICBeter noch ins Office gehen und die Gebühren berappen. Da das Greywater wieder voll ist, muss zum dritten Mal gedumpt werden. Diesmal ist Tami dran, der sich als professioneller Dreckkanalisierer entpuppt.

Mura rettet die Welt

Mura rettet die Welt

Kurz vor 1100 geht es dann los. Zuerst zum Safeway, weil die Vorräte werden schon knapp. Der nächste Safeway ist nur 10 Minuten entfernt. Um wieder gutes Karma zu sammeln, legen wir einen Spendenzettel für die Food Bank um 5 $ drauf. Die Kassiererin scannt den Barcode und tippt dann etwas ein. Auf der Rechnung sehen wir dann, dass nur 1 $ gebucht wurde. Da können wir jetzt aber nix dafür… das gilt trotzdem!

Da wir den letzten Tag in Nevada sind, wollen wir noch ein Rubbellos kaufen, um unsere Deppensteuer auch in diesem Bundesstaat zu bezahlen. Leider gibt es keinen Automaten dafür. Vielleicht sind Rubbellose in Nevada verboten, weil sie eine Konkurrenz zu den Casinos wären. Immerhin stehen in diesem Supermarkt ca. 10 einarmige Banditen herum. Dafür haben wir jetzt aber keine Zeit.

Robbi bei Sulfur Works

Robbi bei Sulphur Works

Die Sonne brennt schon wieder unbarmherzig herunter und so schauen wir, dass wir möglichst schnell aus der Wüste fliehen. Denn ab sofort sind wir wieder in Kalifornien und es gibt bis zum Ende keine Wüste mehr. Schade eigentlich. Die Fahrt zum Lassen Volcanic Nationalpark dauert fast drei Stunden.

Während der Fahrt sieht Mura im Rückspiegel, dass sich das Wohnmobil langsam zu zerlegen beginnt. Eine Dichtung aus dem Fenster ist rausgegangen und zappelt im Fahrtwind. Also wird von der Autobahn runter gefahren und das Problem gefixt. Mit dem modischen rosa Ducktape wird das Problem elegant und unauffällig behoben. Irgendwo unterwegs wird dann Fahrerwechsel gemacht.

Lassen Peak

Lassen Peak

Beim Nationalpark sparen wir weitere 25 $ Eintritt. Quizfrage an unsere Blogleser: Wieviel haben wir insgesamt schon gespart? Am Anfang gehen wir gleich ins Visitorcenter, denn die haben immer schöne Klos. Außerdem kann man sich allerhand anschauen. Beim Eingang werden gerade zwei Kinder als Junior-Ranger vereidigt. Warum sind wir eigentlich keine Junior-Ranger? Wir sollten mal fragen und wenn wir zu alt sind, verklagen wir sie wegen Altersdiskriminierung.

Dann machen wir uns auf die Tour durch den Park. Als erstes kommt ein Viewpoint mit einem brodelnden Schlammpool. Quasi ein Hotpool extreme. Und es riecht ordentlich nach Schwefel. Klein Yellowstone irgendwie. Auch die Erde ist überall herum schwefelgelb. Das bleibt allerdings der einzige solche Punkt entlang der Straße. Will man noch mehr von diesem Schwefelzeug haben, dann muss man Wanderwege in Kauf nehmen.

Viel Landschaft im Lassen Volcanic NP

Viel Landschaft im Lassen Volcanic NP

Aber die Straße durch den Nationalpark bietet viele schöne Aussichten und einen guten Blick auf den Lassen Peak, dem Vulkanberg. Wir kommen so hoch hinauf, dass sogar Schnee neben der Straße liegt. Eine gute Gelegenheit für eine Schneeballschlacht. Denn eine Schneeballschlacht im Sommer ist ganz sicher ein Schritt in Richtung Weltherrschaft.

Gegen Ende des Parks kommen wir noch durch ein Trümmerfeld an Steinen, die bei einem Felssturz vor 350 Jahren hier verteilt wurden. Der Berg, von dem sie kommen ist kilometer weit weg… Die Fahrt vom Nationalpark zum Campingplatz dauert nur 12 Minuten. Es ist der Mt. Lassen/Shingletown KOA.

Taskforce Schneeballschlacht

Taskforce Schneeballschlacht

ICBeter geht zum Einchecken ins Office. Dort sehen sie im Computer, dass auf der KOA-Karte schon viele Punkte angesammelt wurden. Wenn die jetzt eingelöst werden, gibt es 10 $ Rabatt. Da haben wir wieder unglaublich gespart! Beim Platz stellen wir fest, dass der Griller so einer ist, der in den Boden eingelassen ist. Damit ist der Abstand zwischen Grill und Boden zu groß für unsere Kohlen.

Also wir ein Bündel Feuerholz gekauft. Den Anzünder gibt’s gratis dazu. Das System wird gleich getestet. Das Zeug sieht aus wie ein Cupcake, den man verkehrt auf das Holz legt und anzündet. Darin ist Wachs das schmilzt und auf das Holz tropft, Feuer fängt und das Holz zum brennen bringt. Es funktioniert sofort und unser Lagerfeuer brennt lichterloh.

Emerald Lake

Emerald Lake

Fürs Absingen von Pfadfinderliedern haben wir allerdings keine Zeit, denn es muss das Grillzeug vorbereitet werden. Weil das WLAN dauernd ausfällt, schaut sich Mura den Sender, der nur etwa 20 Meter von uns entfernt ist, einmal an. Er und ICBeter schleppen einen Tisch von einem anderen Platz dort hin und Mura steigt rauf. Die Antenne wird ausgerichtet und mit Kabelbindern festgemacht. Genutzt hat es aber nicht sehr viel.

Da wir beim Grillen dazulernen, halten wir uns nicht mit diversem Gemüse oder Champignons auf. Auf den Grill kommen nur die drei Fleischstücke. Alles andere kommt aus der Mikrowelle oder wird roh gegessen. Nach einer Runde Eis geht Mura dann noch in den Pool. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wird er aber vertrieben, weil es in Kalifornien nicht erlaubt ist, bei Finsternis in einem unbeleuchteten Pool zu schwimmen. Wieder etwas gelernt. Reisen bildet eben.

Kein Trinkwasser im Helen Lake

Kein Trinkwasser im Helen Lake

Zum Abschluss des Tages werden noch Campingsessel und Bierdosen ausgepackt und der Tag für beendet erklärt. Momenaner Standort: 40.511956, -121.812498

Hat Creek

Hat Creek

Alles kaputt in Devastated Area

Alles kaputt in Devastated Area – wir waren’s nicht…

Felssturz vor 350 Jahren

Felssturz vor 350 Jahren

Grillen die 4.

Grillen die 4.

Tag 24: Reno

Um ca. 0700 wachen schon alle auf. Der Plan, ab 0800 in den Pool zu gehen wird aufgrund der Außentemperatur fallen gelassen. Also muss Freddy IV. gleich wieder ran, um seine Toasts zu toasten. Heute gibt es wieder eine Spam-Pause. ICBeter kauft sich noch ein Lake-Tahoe T-Shirt im Shop und schon kann es wieder weiter gehen.

Nicht zu übersehen: Die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada

Nicht zu übersehen: Die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada

Aber zuerst muss der Nachbar verjagt werden. Genauer gesagt sein Auto, dass so steht, dass wir nicht um die Kurve kommen. Weil die Wassertemperatur von Lake Tahoe mit 16 °C gemeldet wird, kneifen alle und keiner will mehr baden gehen. Deshalb geht es nur zum Ufer zum Fotos machen. Ein Parkplatz direkt am See sieht gut aus.

Wir fahren hin, aber der Parkeinweiser schickt uns gleich wieder weg, weil der Platz voll ist. Dummerweise kann man mit dem Wohnmobil nicht gescheit umdrehen, also muss er uns auf den Parkplatz lassen, damit wir auf der Umdrehstelle ganz am Ende umdrehen können. Die Zeit nutzt ICBeter, um auf der Seite mal ein paar Bilder zu schießen.

Lake Tahoe

Lake Tahoe

Die Staatsgrenze zwischen Kalifornien und Nevada ist unschwer zu erkennen. Mitten in South Lake Tahoe ist eine Straße. Südlich von der sind ganz normale Häuser, nördlich davon riesige Casino-Türme. Mit Kalifornien verlassen wir – vorerst – wieder das Land des teueren Benzins.

In Nevada fällt der Preis gleich von rund 4 $ auf ca. 3,10 $ pro Gallone. Also wird schnell vollgetankt. Ein Halber Tank für 74 $, das ist wie im Sommerschlussverkauf. Und das am Sommeranfang! Dann wird Reno ins Navi einprogrammiert. Dort ist unser nächster Campingplatz. Das River West Resort.

Truckee River

Truckee River

Wir checken schon um 1400 ein. Das Office ist zwar am Sonntag geschlossen, aber es kommt uns ein freundlicher Bewohner des Resorts entgegen und zeigt, in welchem Wohnwagen die Besitzer wohnen. Der Papierkram wird erledigt und wir bekommen unsere Platz zugewiesen. Wie immer werden gleich Klos und Internet getestet. Ersteres ist ok, letzteres sogar sehr gut.

ICBeter und Tami schauen dann noch zum Fluss hinunter. Überraschenderweise liegt das River Resort nämlich an einem Fluss, nämlich dem Truckee River. Das ist ein ziemlich flacher, aber relativ flott fließender Fluss, der ideal ist um mit dem Schlauchboot hinunter zu fahren. Das machen auch sehr viele Leute. Dann wird zurück marschiert und der Plan für den Tag erstellt. Um ca. 1700 wenn es nicht mehr so heiß ist, wird nach Reno reingefahren.

Allerlei komische Wasserfahrzeuge

Allerlei komische Wasserfahrzeuge

Bis dahin verbringt Mura die Zeit am Laptop, Tami mit Schlafen und ICBeter marschiert mit seinem Campingsessel wieder zum Fluss und nimmt eine Bierdose zur Kühlung mit. Dort ist es sehr amüsant, denn die Leute, die mit den Schlauchbooten und diversen Luftmatratzen den Fluss runter treiben, bleiben immer wieder an den Steinen hängen und versuchen sich unbeholfen wieder loszureißen.

Um 1730 wird dann ein Uber gerufen und zum Eldorado Casino gefahren. Laut Internet gibt es dort ein gutes All-you-can-eat-Buffet. Wir fahren nämlich zum Essen hin, nicht zum zocken. Zocken war nur für Las Vegas vorgesehen, nicht in Reno. Dort angekommen schauen wir uns erst mal das Casino an.

Wieder mal ordentlich im Stress...

Wieder mal ordentlich im Stress…

Dann werden doch noch ein paar Dollar gezockt – weil wir halt schon hier sind. Mura verliert beinahe seinen ganzen Einsatz und steigt dann doch noch mit 20 Cent Gewinn aus. ICBeter kommt sogar mit 10 $ ins Plus, verzockt den Gewinn aber wieder und steigt letztlich immerhin pari aus.

Jetzt geht es aber endgültig ins Buffet. Man muss sich nicht anstellen. Es gibt alles mögliche von Seafood (Schrimps, Miesmuscheln, Lachs, Calamari-Salat…) über alle möglichen Fleischsorten bis hin zu italienisch und mexikanisch. Jeder isst so drei Teller auf (das was drauf war natürlich, nicht die Teller selbst) und dann noch eine Nachspeise. Weil in den Eismagen passt immer noch etwas.

All you can mampf

All you can mampf

Beim Rausgehen können wir natürlich nicht an den einarmigen Banditen vorbeigehen. Ein paar Dollar gehen schon noch… Diesmal geht es aber nicht ohne Verluste aus. Letztlich verschwinden wir doch aus dem Casino und flüchten auf die Straße. Bevor wir den Weg ins nächste Casino finden, rufen wir schnell noch ein Uber.

Die Fahrerin findet uns nicht gleich. Dann sehen wir sie aber vorbeifahren. Tami läuft ihr nach und erwischt sie. Er steigt ein und Mura und ICBeter folgen ihm. Dann fährt das Auto los und weg ist es samt Tami. Während noch überlegt wird, ob er jetzt von der Mafia entführt wurde und an Menschenhändler verkauft wird, biegt das Auto nach einer Runde um den Block und ist wieder da.

Unsere Fast-Millionäre in der größten kleinen Stadt der Welt

Unsere Fast-Millionäre in der größten kleinen Stadt der Welt

Dann geht es auf direktem Weg zurück zum Resort. Franzi hat gut aufgepasst und es ist nichts geklaut worden. Da es eine gute Internetverbindung gibt, ist das Abendprogramm auch festgelegt.

Momentaner Standort: 39.523337, -119.830359

Tag 23: Lake Tahoe

Hier im Yosemite Nationalpark gibt es absolut keinen Handyempfang. Um 0200 in der Nacht läutet Muras Telefon von irgendeiner österreichischen Nummer. Er hebt lieber nicht ab, sondern geht – weil er schon mal wach ist – zum Restroom und wieder schlafen. In der Früh wird noch einmal gecheckt und festgestellt, dass wirklich keinerlei Empfang ist. Vielleicht gibt es da ja einen heimlichen Sender, auf den nur die NSA Zugriff hat…

Yosemite Wildlife

Yosemite Wildlife

Um 0800 wird aufgestanden. Das Klo gleich neben dem Wohnmobil ist natürlich wegen Putzen gesperrt. Also heißt es wieder wandern. Da um 0900 die Generator-Zeit vorbei ist, heißt es schnell mit dem Frühstück beginnen und Freddy IV. alle Toasts vor dieser Zeit fertigstellen zu lassen. Dazu gibt es wieder mal Jalapeno-Spam.

Mura hat gestern Feuerholz gekauft, um den Grill besser anheizen zu können. Das nehmen wir natürlich mit zum nächsten Campingplatz. Dann geht es los. Zuerst werden allerlei Viewpoints im Nationalpark abfotografiert. Die Steinbrücke, über die Tami und ICBeter gestern mit dem Bus gefahren sind, wird aber nicht gefunden.

Viewpoint in Yosemite Valley

Viewpoint in Yosemite Valley

Auf der Straße raus aus dem Nationalpark stehen plötzlich mitten auf der Straße Autos und Leute am Straßenrand. Als erfahrener Weltenbummler weiß man, dass das im Nationalpark nur eines bedeuten kann: Bären oder Bisons neben der Straße. Weil Bisons hier eher nicht vorkommen, wird auf einen Bären getippt. 100 Meter weiter ist ein Parkplatz.

Dort wird das Wohnmobil abgestellt und zurück marschiert. Tatsächlich ist dort ein Braunbär, der gemütlich Gras frisst. Das Verkehrschaos wird immer größer. Ein Park-Mitarbeiterin fährt mit dem Auto vorbei und sagt den Leuten, sie sollen da nicht stehen bleiben, die Ranger kommen bald und werden sie vertreiben.

Genausogut hätte sie sagen können, dass es da eh nichts zu sehen gibt. Die Leute sagen alle ok und fotografieren weiter. Wir aber nicht, denn wir haben schon ein paar Dutzend Bilder gemacht. Wir gehen zurück zu unserem Parkplatz und fahren weiter. Bis zum Parkende gibt es noch ein paar Fotostopps. In der Ortschaft nach Yosemite ist wieder mal ein Tankstopp geplant.

Merced River

Merced River

Aber der Benzin kostet fast 5 $ je Gallone. Lauter Verbrecher hier… da wir noch ¼ Tank haben, fahren wir weiter. Nach einer weiteren Stunde Fahrt wird eine Tankstelle mit 3,99 $ je Gallone gefunden. Billiger wird’s nicht mehr werden, also wird dort getankt. Die Verkäuferin in der Tankstelle beobachtet Mura, wie er ICBeter einweist, als er rückwärts in die Tankstelle einschiebt. Sie will ihn gleich da behalten, weil er es so gut gemacht hat.

Er wird aber noch für den Rest der Tour gebraucht, also geht das leider nicht. Nach ein paar Meilen kommt eine Abzweigung auf eine schöne Bergstraße. Viele Kurven machen mit dem Wohnmobil besonders viel Spaß. Auf jeden Fall ist es ein Vorteil, einen vollen Tank zu haben. Schließlich geht es wieder auf eine normale Straße.

Blick zurück ins Yosemite Valley

Blick zurück ins Yosemite Valley

Eigentlich war für heute Goldwaschen in Jamestown am Plan, aber wegen des zu guten Wetters wurde das abgeblasen. Vielleicht wird ja diesmal das Grillen geschafft. Nach einiger Zeit ist dann Lake Tahoe erreicht. Zuerst geht es zum Safeway. Brot und Frühstückssachen müssen wieder nachgekauft werden sowie Beilagen fürs Grillfleisch.

Auf der Fahrt zum Campingplatz kommt dann eine Kontrollstation. Weil wir Feuerholz geladen haben, wird das kontrolliert. Wir sollen es immer dort verbrennen, wo wir es gekauft haben und nicht in der Gegend herum führen. Der Lake Tahoe KOA wird schnell gefunden. Es ist ein Campingplatz vom Typ Sardinendose, wo ein Wohnmobil neben dem anderen steht. Immerhin gibt es dahinter Platz für Griller und Feuerstellen.

Bärli in Yosemite

Bärli in Yosemite

Direkt vor unserem Platz steht ein großer Pickup. ICBeter meldet das bei der Rezeption, dort zahlt aber gerade jemand und sagt, dass er gleich wegfährt. Das Internet ist hier gratis. Aber nur das langsame. Für schnelleres muss man zahlen. Wir testen erst mal das langsame. Es geht gar nicht. Überraschung. Aber bevor schnelleres gekauft wird, muss die Grillaktion gestartet werden. Es ist schon fast 1800.

Damit schaffen wir es schon zum 3. Mal zu Grillen. Gut, früher haben wir das am 3. Abend geschafft, aber was soll‘s. Lake Tahoe liegt sehr hoch. Nämlich auf 1900 m Seehöhe. Das bedeutet unter anderem, dass die Luft sehr dünn ist. So dünn, dass die leicht brennenden Kohlen nicht brennen. Sie brennen zwar, bis die darin enthaltene Anzünderflüssigkeit verbrannt ist, aber dann ist Ende. Also wird noch Feuerstart-Flüssigkeit im Shop gekauft. Unser Platz ist zum Glück nur 20 m von Shop und Klos entfernt.

Tenaya Lake

Tenaya Lake

Mit ordentlich Brennstoff lassen sich dann auch die Kohlen überreden zu brennen. Das ist ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft. Nach dem Essen wird das Internetproblem angegangen. Die WLAN-Verbindung ist super, aber es geht kein Bit über die Leitung. Also geht ICBeter die 20 Meter zum Shop und fragt, ob es einen Ausfall gibt.

Nein, aber man muss zuerst www.koa.com eingeben. Diese Kleinigkeit wurde beim ersten Fragen nicht erwähnt, aber der durchschnittliche Urlauber wird sich das ja wohl denken können. Also geht ICBeter die 20 Meter zurück zum Platz. Mura hat inzwischen Feuer gemacht, damit das Feuerholz wegkommt und verbreitet damit Lagerfeuerromantik.

Schnell wird www.koa.com eingetippt und siehe da… nichts geht. Auch mehrmals hintereinander eintippen nutzt gar nix. Also geht ICBeter wieder die 20 m zum Shop. Gerade als er vorzeigen will, dass es nicht geht, kommt die Anmeldeseite. Also wird wieder die 20 m zum Lagerfeuer zurückgegangen und überraschenderweise geht das Internet dort immer noch.

Unendliche Weiten...

Unendliche Weiten…

Inzwischen versucht Mura, auch ins Internet zu kommen, aber es geht nicht. Auch nicht mit www.koa.com. Also geht er die 20 m ins Shop. Gerade als er vorzeigen will, dass es nicht geht, kommt die Anmeldeseite. Als WLAN-Techniker kommt ihm das natürlich spanisch vor und er fragt, ob denn im Shop ein eigener Accesspoint ist. Ja, da ist einer. Offenbar funktioniert der, aber der für draußen nicht. Und am Platz geht es nur deshalb, weil der nicht weit weg ist. Wer hat sich gemerkt, wie weit es ist?

Das Internet ist dann aber wirklich flott. Nämlich das gratis langsame. Vermutlich weil es am Campingplatz sonst niemand geschafft hat, reinzukommen. Wahrscheinlich ist das Outdoor-Equipment schon länger kaputt. Denn der Typ hat gesagt, wenn man es nicht schafft, www.koa.com einzutippen, soll man zu ihm kommen und er macht das für einen.

Er denkt sich vermutlich seit Wochen, dass die Camper alle zu dumm sind, das einzutippen und dann kommen sie zu ihm und er kann das und es geht. Jetzt kann Blog gepostet werden, Bilder upgeloadet werden und nachgelesen werden, dass Deutschland in letzter Sekunde dem Ausscheiden aus der WM entgangen ist. Der Abend wird dann mit Lagerfeuer, Bier und Internet abgeschlossen.

Momentaner Standort: 38.845568, -120.029389

Tag 22: Yosemite

Mura steht heute schon früher als die anderen auf, denn er hat noch ein Programm zu absolvieren, bevor der Campingplatz verlassen wird. Zuerst einmal Wäsche waschen. Währenddessen duschen und dann noch Gold schürfen. Denn es gibt am Campingplatz eine Schürfstelle. Er findet zwei kleine und ein größeres Goldflankerl. Das große verliert er aber wieder.

Photo-Point in Yosemite Valley

Photo-Point in Yosemite Valley

Weil noch Semmeln da sind, die eigentlich zum Grillen gedacht waren, bekommt Freddy IV. einen Urlaubstag. Wird eh schon Zeit, denn sonst bekommen wir noch mit den traditionell in den USA so starken Gewerkschaften Probleme. Dann geht es wieder los. Die Hoffnung, dass die Straße in den Nationalpark nicht gesperrt ist, lebt.

Tatsächlich ist die Fahrt in den Park problemlos. Beim Reinfahren werden einige Foto-Punkte abgeklappert. Kurz vor dem Campingplatz, der mitten im Nationalpark liegt fängt noch das Navi zum Spinnen an. Aber schließlich wird das Ziel gefunden. Bei der Einfahrt gibt es gleich die Warnung vor den Bären. Man muss alles, was Gerüche abgibt einsperren.

Von nun an geht's bergauf!

Von nun an geht’s bergauf!

Duschen, Strom und Internet gibt es nicht. Es ist ein Nationalpark-Campingplatz. Aber man darf 3 x täglich 2 Stunden lang den Generator aufdrehen. Um 1400 beginnen Tami und ICBeter dann das Projekt Wanderung. Es gibt einen Weg hinauf zu den Yosemite Falls. Entweder anstrengend bis zu den Upper Falls oder gemütlich bis zu den Lower Falls.

Die Entscheidung fällt auf letzteres. Mit dem Gratisshuttle geht es um ca. 1400 von Station 15 (Campingplatz) bis zu Station 7. Dort ist der Beginn des Weges. Bei jeder Station steigt etwa eine halbe Busladung an Leuten aus und mindestens eine ganze Busladung wieder ein.

Zuerst muss die Gravitation über ein paar Serpentinen überwunden werden. Auf deutsch: Es geht bergauf. Um diese Zeit kommen die meisten Wanderer schon wieder zurück, sodass es viel Gegenverkehr gibt. Nach den Serpentinen geht es eigentlich nur mehr ziemlich flach dahin. Außerdem ist der Wald aus und man hat tolle Foto-Ausblicke auf das Yosemite Valley und den Halfdome. Das ist so ein halber Berg. Die andere Hälfte ist irgendwann in der letzten Eiszeit verschwunden.

Der Mond geht auf

Der Mond geht auf

Tami wird schon ein wenig müde und so wird ein bergab gehender Wanderer gefragt, wie weit es noch bis zum Wasserfall ist. Er meint so 10 Minuten. Oder 15. Inzwischen speichern wir wieder potentielle Energie. Auf deutsch: Es geht wieder bergauf. Nach 10 Minuten Marsch wird sicherheitshalber der nächste Wanderer gefragt. Der meint, der halbe Weg ist schon absolviert.

Das ist jetzt schlecht, denn die Wanderung dauert fast schon drei Stunden. Weitere drei wären jetzt nicht das ideale. Also wird noch jemand gefragt. 10 Minuten dauert es noch. Oder 5. Immerhin ist das „oder“ jetzt von 15 auf 5 Minuten geschrumpft. Das stimmt uns fröhlich. Nach 10 Minuten Marsch wird halt wieder gefragt. 25 Minuten ist die Antwort. Bis zum schönsten Viewpoint, wo man auch den Mist des Wasserfalls spürt. Also das Sprühwasser. Aber bis zum ersten Punkt, wo man den Wasserfall sieht sind es nur mehr 5 Minuten. Oder 3.

Blick ins Yosemite Valley und auf den Halfdome

Blick ins Yosemite Valley und auf den Halfdome

Nach einer Minute kommt eine Kurve und der Wasserfall ist da. Es haben sich alle Mühen ausgezahlt. Wir können hier Fotos vom Wasserfall machen, die fast so schön sind wie jene, die wir uns aus dem Internet hätten laden können. Wenn das kein Schritt in Richtung Weltherrschaft ist…! Dann wird noch versucht, näher zum Wasserfall hinzukommen. Aber es wird nur der Weg gefunden, der weiter hoch zu den Upper Falls geht.

Also wird umgedreht. Zurück geht es auf dem gleichen Weg. Für die Wegbeschreibung also bitte die letzten Absätze in umgekehrter Reihenfolge nochmal lesen! Unten angekommen wird auf den Shuttlebus gewartet. Der ist schön klimatisiert sodass man verschwitzt direkt in den Eiskasten kommt. Wir müssen wieder zu Station 15 zurück. Bei Nummer 13 sind nur mehr zwei Leute im Bus: ICBeter und Tami.

Robbi bei den Lower Falls

Robbi bei den Lower Falls

Für die zwei unnötigen lohnt es sich offenbar nicht, noch zwei Stationen zu fahren. Also vermeldet die Fahrerin, dass der Bus jetzt direkt zur Service-Station muss. Sie können auf den nächsten Bus warten oder 5 Minuten zu Fuß gehen. Weil heute noch nicht viel Bewegung gemacht wurde, fällt die Entscheidung auf letzteres.

Nach ca. 10 Minuten Fußmarsch ist der Campingplatz erreicht. Mura hat einen schweren Tag gehabt. Er musste immer wieder seinen Camping-Sessel verschieben, weil die Sonne immer weiter gewandert ist. Da bereut er zurecht, dass er nicht mitgegangen ist. Es wird entschieden, heute nicht zu grillen. Mura hat schon kalt gegessen und Tami hat schon zu viel Hunger um das Anheizen der Kohlen zu erwarten.

Also werden Vorräte aus dem Kühlschrank verzehrt. Der Abend muss wieder offline verbracht werden, was immer den Vorteil hat, dass schon früh schlafen gegangen wird. Aktueller Standort: 37.735245, -119.563058

Yosemite Lower Falls

Yosemite Lower Falls

Tami ist wieder herunten und gar nicht müde...

Tami ist wieder herunten und gar nicht müde…