Day Twentynine – Great Barrier Reef

Heute muss das Wohnmobil nicht fahrbereit gemacht werden, weil wir zwei Nächte hier sind. Denn heute ist schon die nächste Tour gebucht. Deshalb wird wieder früh aufgestanden und aufs Frühstück verzichtet. Es geht heute aufs Great Barrier Reef. Und zwar auf die Insel Elliot Island am südlichen Ende des Riffs.

Alle Wege mögen nach Rom führen. Alle Flüge gehen jedenfalls nach Brisbane!

Los geht es vom Flughafen Bundaberg. Es ist mehr so ein Flugplatz. Gerade ein wenig größer als der Flughafen Santa Cruz auf den Azoren. Es gibt dort sogar Checkin-Schalter für zwei Airlines! Quantas und Link Airways. Wir fliegen mit Seair, die verwenden den Schalter von Quantas. Auf der Anzeigetafel stehen für heute 6 Ankünfte. Das sind 4 mehr als in Santa Cruz!

Alle sechs kommen aus Brisbane. Außerdem gibt es 5 Abflüge. Alles 5 gehen nach Brisbane. Unser Flug ist nicht angeschrieben, weil es kein Linienflug ist. Es kommt nach einer Weile ein Typ, der fragt, wer für den Flug nach Elliot Island da ist. Er fragt, wie wir heißen und hakt uns auf einer Liste ab. Das war der Checkin. Danach werden alle zu einem Türl im Zaung gebracht.

Unsere Kiste

Security-Check gibt es keinen. Das gab es auf den Azoren schon. Der Pilot holt uns ab und bringt uns zum Flugzeug. Das hat 14 Sitzplätze. Inklusive dem Piloten. Copiloten gibt es keinen. Auf dessen Sitz sitzt auch ein Passagier. Wenn das der Chef von Ryan Air sieht, findet er gleich neues Sparpotenzial für seine Airline! Vor dem Einsteigen werden alle Sicherheitsmaßnahmen erklärt.

Dann geht das Flugzeug in die Luft. Der Flug dauert etwa eine halbe Stunde. Dann landet die Kiste auf etwas, dass hier als Landebahn bezeichnet wird. Eigentlich ist es ein Rübenacker. Alle sind bei der Landung froh, dass sie angeschnallt sind. Der Vorteil von so einem Acker ist, dass der Boden nicht versiegelt wird. Das wäre doch eine Option für die dritte Piste in Schwechat!

Drinnen ist es kuschelig

Beim Aussteigen werden wir gleich von einer Begrüßerin empfangen. Sie erklärt uns die Insel. Als erstes, dass man den Rübenacker nicht überqueren darf, wenn die roten Lampen blinken. Dann gibt es nämlich Flugverkehr. Dann wird die Infrastruktur hergezeigt. Erster Programmpunkt ist eine Schnorchelfahrt mit dem Glasbodenboot.

Australische Ostküste

Das Equipment ist im Preis inbegriffen. Jeder bekommt auch einen Locker, wo er seine Sachen einsperren kann. Wer zu zweit kommt, bekommt einen Locker für beide. Wer zu dritt kommt, bekommt einen Locker für alle drei. Das muss man sich so vorstellen, wie wenn man versucht, einen abendfüllenden Spielfilm in HD auf eine 3,5-Zoll-Diskette zu speichern.

Für unsere jungen Leser, die nicht wissen, was eine Diskette ist: Das ist das, was auf dem Speichern-Symbol von Word und Excel drauf ist. Jedenfalls haben sie Erbarmen mit uns und geben uns wenigstens einen zweiten Locker. Das ist ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft! Alle ziehen sich um und werden zum Boot gekarrt.

Lady Elliot Island bei Flut

Los geht es mit einer Runde, wo durch den Glasboden geschaut wird. Da gibt es allerhand Korallen, Fische und Schildkröten zu sehen. Dann geht die Schnorchelei los. Im Vorfeld musste jeder einen Fragebogen ausfüllen und wurde dann kategorisiert. Wir werden alle als „intermediate“ eingestuft. Vor dem Schnorcheln wird dann noch jeder genau gefragt, welche Einstufung er hat.

Dann wird allen gesagt, dass sie sich in der Nähe des Seiles mit den Schwimmkörpern aufhalten sollen und nach 45 Minuten – wenn das Boot hupt – wieder raus kommen sollen. Alle werden ins Wasser geschickt und zwei Rettungsschwimmerinnen passen auf. Das muss man sich so vorstellen, wie in Baywatch. Oder so ähnlich.

Die sogenannte Landebahn

Es gibt allerhand Korallen, Fische und Schildkröten zu sehen. Da haben wir ein Dejavu-Erlebnis. Nach 45 Minuten hupt das Boot und alle werden aus dem Wasser gefischt. Dann wird noch nachgezählt, ob auch alle da sind. Dann werden alle Namen vorgelesen und jeder muss sagen, ob er da ist oder nicht. Zum Schluss wird noch einmal nachgezählt.

Schiff ahoi!

Da dabei herauskommt, dass bei der Rückfahrt genauso viele da sind, wie bei der Hinfahrt, geht man davon aus, dass keiner zurück gelassen wurde. Falls doch, muss statt dessen jemand dazu gekommen sein. Nach dem Schnorcheln kommt das Essen. Das kennen wir schon von den Malediven. Es gibt ein Buffet. Michelin-Sterne gewinnt es keine.

Die Schildkröten lassen sich blicken.

Es gibt Schnitzel. Wenn jemand in Österreich so ein Schnitzel servieren würde, würde er zur Abschreckung von Nachahmnungstätern mit den Füßen voran auf der Spitze des Stephansdoms aufgehängt werden. Aber mit uns kann man’s ja machen… Auch der Rest reißt einen nicht vom Hocker. Aber als einziges Restaurant auf einer Insel braucht man sich nicht allzusehr anzustrengen. Wem’s nicht passt, soll halt wo anders hin gehen.

Einheimische Fauna

Nach dem Essen geht Tami noch einmal Schnorcheln und ICBeter schwimmen. Beides stellt sich aber als schwierig heraus, weil die Ebbe einsetzt und das Wasser immer seichter wird. Also wird das abgebrochen und statt dessen auf Fotosafari gegangen. Es leben ca. eine Million Vögel auf diesem Insel. Auf so manchem Baum sitzt mehr Federvieh als im ganzen Leithagebirge.

Dann werden die restlichen Dinge zurück gegeben und auf den Rückflug gewartet. Der Start ist genau so abenteuerlich wie die Landung. Wer jetzt geglaubt hat, dass wenigstens in Bundaberg auf einer Asphalt-Landebahn gelandet wird, irrt sich. Über Kreuz mit der echten Landebahn befindet sich noch eine Gras-Landebahn. Die ist aber wesentlich zivilisierter als die auf der Insel.

Strand

Mit einem Weihnachts-Uber (Plüsch-Christbaum, Girlanden, Sterne) geht es zurück zum Campingplatz. Tami hat im Internet gesehen, dass es eine Schildkröten-Nacht-Tour im Mon Repos Turtle Centre gibt. Das beginnt in einer halben Stunde und es ist nur 1,5 km weit weg. Karten reservieren hat gestern aber nicht funktioniert.

Weil es aber eine schöne Wanderung ist, gehen ICBeter und Tami trotzdem hin und schauen, ob es an der Abendkasse noch Karten gibt. Um 1800 soll es losgehen und um diese Zeit stehen ein paar hundert Leute vor der Türe. Diese wird geöffnet und dann marschieren eine halbe Stunde lang Leute da rein. Da haben wir ein Dejavu-Erlebnis von der Pinguin-Parade.

Vögel gibt es genug

Als letztes gehen wir rein und fragen, ob es noch Karten gibt. Nur, wenn jemand nicht kommen sollte. Bei 300 Leute sollte das kein Problem sein – sollte man meinen. Nach einer kurzen Wartezeit wird dann verkündet, dass doch kein Platz frei ist. Höchstens für morgen. Aber da sind wir schon weit weg. Also wird versucht, sich wenigstens den Strand anzuschauen.

Lady Elliot Island bei Ebbe

Es gibt sogar einen Weg zum Strand. Dort laufen aber ein paar Ranger herum, die uns wieder weg schicken, weil der Strand gesperrt ist. Erst morgen früh wird er wieder geöffnet. Also wird wieder der Rückweg angetreten. Da zeigen sich wenigstens ein paar Kängurus. Und zwar die ganz großen.

Keine Schildkröten, aber dafür Kängurus

Weil Freddy XI. in der Früh wieder Pause hatte, muss er jetzt zum Abendessen arbeiten. Er beschwert sich aber nicht über seine Work-Life-Balance und toastet brav vor sich hin. Damit kann der Tag einen guten Ausklang finden.

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