Tag 4: Heimreise

Kaum hat unsere Tour begonnen, schon ist wieder der letzte Tag gekommen. So ein fünftägiger Ausflug ist doch schneller vorbei als eine 6-wöchige Reise. Wer hätte das gedacht… Zum Frühstück werden die Reste aus dem Kühlschrank vertilgt. Wenn wir nicht putzen, müssen wir eine Reinigungspauschale bezahlen. Nach kurzem Überblick über das Apartment sehen wir ein, dass die Lage hoffnungslos ist und finden uns mit der Pauschale ab.

Die vier Spielspezialisten setzen ihr Brettspiel fort. Weil sie den Spielstand gestern nicht gespeichert haben, müssen sie wieder von vorne anfangen. Schließlich schffen sie es doch, das Spiel erfolgreich zu beenden. Dann wird noch schnell rudimentär zusammengeräumt.

Um 1500 brechen wir dann auf. Wir haben unsere Vermieter übrigens während des ganzen Aufenthalts nicht gesehen. Der Heizungstechniker war die einzige Person, die uns im Haus jemals über den Weg gelaufen ist. Ein Selbstbedienungs-Apartment quasi.

Wir fahren zuerst wieder zu unserer Tankstelle, bei der wir gestern nur 1,36 € für den Liter Diesel bezahlt haben. Und siehe da, sie haben auf unseren gestrigen Überraschungsangriff reagiert. Das Zeug kostet jetzt nämlich 1,43 €. Zumindest bis wir vollgetankt haben. Als wir die Tankstelle wieder verlassen, ist der Preis auf 1,42 gesunken. In Deutschland sind Preisänderungen jederzeit möglich. Auch Preiserhöhungen, die bei uns nur um 12 Uhr erlaubt sind. Das verwenden die nun gegen uns!

Gottlob ist der Tank nur halbleer und so halten sich die Verluste in Grenzen. Wir fahren schnell weg, bevor wir beobachten müssen, dass der Preis noch weiter fällt. Den Weg zum Flughafen finden wir schon im Schlaf. Trotzdem bekommt das Navi noch einen letzten Einsatz. Wegen einer Baustelle fahren wir am Car Rental Return vorbei. Deshalb müssen wir zu den Kurzparkern fahren. Aber die ersten 10 Minuten sind frei. Unsere Theorie, dass man mind. 11 Minuten zum durchfahren braucht, bewahrheitet sich nicht.

Schließlich finden wir doch hin und bringen unser Auto zurück zu seinen Freunden von Sixt. Wieder mal ein Auto unbeschädigt zurückgebracht. Und das, obwohl wir 0 € Selbstbehalt gehabt hätten. Sodann marschieren wir in die Abflughalle. Die Air Berlin-Schalter sind schnell gefunden. Es sind sogar zwei Schalter am Dropoff besetzt. Das sind doppelt so viel wie in Wien.

Wir geben das Gepäck ab und bekommen unsere Boardingpässe, weil wir ja keinen Drucker hatten, um die Dinger nach dem Einchecken auszudrucken. An der Anzeigetafel steht, dass wir in Bereich E müssen, aber nicht welches Gate. Das ist suboptimal, denn je nach Gatenummer muss man einen anderen Eingang wählen. Also entschließen wir uns erst mal, etwas zu Futtern.

Da wir bis jetzt nur bedingt deutsche Küche genossen haben, wollen wir das jetzt schnell nachholen und essen alle Currywurst mit Pommes. Nach dem Hinsetzen glauben wir zuerst, in einem Selbstbedienungs-Restaurant zu sitzen. Aber es stellt sich heraus, dass es nur ein Langsambedienungs-Restaurant ist. Slowfood sozusagen. Wer es eilig hat, ist mit dem Fly-Away-Restaurant also nicht gut beraten.

Am Flughafen bekommt man auch 30 Minuten Gratis-Internet. ICBeter surft ein paar Minuten herum und als das Essen kommt, loggt er brav aus. Nach dem Essen bekommt er die Info, dass seine 30 Minuten abgelaufen sind. Die zählen nämlich weiter, wenn man ausloggt. Das gibt einen Dummheits-Punkt für den Flughafen Frankfurt. Wären wir doch lieber nach Seattle geflogen…

Beim Securitycheck müssen wir uns überhaupt nicht anstellen. Überhaupt geht beim Heimfliegen immer alles viel schneller. Es scheint, als ob sie uns nicht schnell genug aus dem Land raus kriegen können. Egal wo wir sind… Am Gate können wir den Fliegern beim Landen zusehen. Bald kommt schon der graue Niki-Flieger, mit dem wir gleich abheben werden.

Das Flugzeug ist nicht einmal zur Hälfte besetzt. Deshalb ist für jeden (der will) ein Fensterplatz mit einem freien Platz daneben verfügbar. Es gibt ein Schinken-Käse-Sandwich als Snack. Wir haben ja schon lange nichts mehr gegessen. Die Kiste landet sogar etwas vorzeitig in Wien und unser Gepäck kommt gleich am Anfang raus. Alles läuft heute irgendwie im Zeitraffer ab. ICBeter erwischt sogar die S-Bahn um 1917 (bei Landetermin 1855!) und der Rest fährt mit Muras Vater heim ins Burgenland.

Damit endet der Kurzausflug Frankfurt 2013. Aufgrund der vielen Höhepunkte wie Simulator-Flug, Hooters- und Meatpackers-Essen, Nitrocircus und Weihnachtsmarkt kann die Reise getrost als großer Schritt in Richtung Weltherrschaft gewertet werden.

Tag 3: Köln

Nach dem Aufstehen stellen wir fest, dass wir kein Brot für das Frühstück haben. Das ist aber nicht so schlimm, weil alle von gestern abend noch den Bauch voll haben. Also wird das Mittagessen vorgezogen. ICBeter marschiert zur nächsten Pizzeria und holt 5 Pizzas und 2 Rubbellose aus dem benachbarten Kiosk.

Die Pizzas sind ziemlich klein und nicht gerade ein kulinarischer Hochgenuss. Die Rubbellose noch ein größerer Reinfall. Das scheint nicht unser Tag zu sein. Weil es erst für den Abend ein konkretes Programm gibt, fährt ICBeter mit dem Zug nach Frankfurt rein und die anderen vier beginnen ein Brettspiel.

Der Zug fährt erst in 20 Minuten ab, also hat ICBeter noch Zeit, die Gegend zu erkunden. So findet er eine Tankstelle, wo Diesel nur 1,38 € kostet. Die S1 fährt zum Hauptbahnhof. Dort geht es mit Hilfe des Handy-Navis in die Altstadt. Es gibt dort einen großen Weihnachtsmarkt. Der sieht aus wie ein Weihnachtsmark bei uns. Es gibt hauptsächlich Freß- und Saufstandln. Daneben noch einige mit Klimbim.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt

Weihnachtsmarkt in Frankfurt

Dann ruft Bru an, dass die Abfahrt nach Köln vorverlegt wurde. Also wird der Rückmarsch zum Bahnhof angetreten. Dort wird ein böser Trick versucht. Die S1 wird am Bahnsteig angeschrieben, aber die S6 kommt daher. Solche Tricks sind aber nur lächerliche Versuche, auf die nur Anfänger reinfallen!

Die anderen haben ihr Spiel in den drei Stunden gerade einmal angefangen. Vermutlich muss man sich mehrere Wochen Urlaub nehmen, um es einmal ganz durchzuspielen. Um 1530 geht es dann los. Ziel ist die Lanxess Arena in Köln. Dort ist der Nitro Circus zu Gast. Das ist eine Show mit Motorrädern und anderen Dingern mit Rädern, die über Rampen fahren und durch die Luft fliegen.

Das klingt gefährlich und ist es wahrscheinlich auch. Bru fährt mit dem Auto, was es auch für uns gefährlich macht. Als erstes fahren wir zur Tankstelle. Dort ist der Preis von Diesel sogar auf 1,36 € gefallen. Wir haben sie durch geschicktes Taktieren mit dem Tankzeitpunkt also in die Knie gezwungen und zahlen jetzt einen geringeren Wucherpreis.

Dann gibt es noch einen Abstecher zum Aldi, um Brot zu kaufen. Der Zusatzplan, Fairtrade-Schokolade zu kaufen, schlägt fehl. Das ist ein Minuspunkt für Aldi. Bei Lidl gibt es das schon. Dann geht es endgültig los. Zuerst mit einem Stau. Und wir dachten schon, so etwas gibt es in Deutschland nicht. Der Stau ist aber bald aufgelöst. Im Gegensatz zu Wien geht das hier nicht durch Hupen, sondern ganz von alleine. Schade, dass sich Staus in Wien ohne Hupen nicht auflösen…

Der Rest der Fahrt läuft ohne Probleme ab. In Köln angekommen finden wir sofort die Einfahrt in die Arena. Wir können die VIP-Einfahrt benutzen. In der Garage ist fast jeder Parkplatz frei. Aus Tradition fahren wir aber doch ein paar Runden, bevor wir uns für einen Parkplatz entscheiden. Vor der Veranstaltung gibt es Futter.

Fliegendes Schneemobil

Fliegendes Schneemobil

Es gibt ein Buffet, bei dem man sich selbst bedienen kann. Wir machen uns über das Buffet her. Wir stürzen uns gleich auf die guten Sachen und lassen den Salat und das Obst links liegen. Es gibt Burger (wir hatten schon lange keine) und Pasta. Zur Nachspeise gibt es Muffins und Eis.

Eine Kellnerin kommt und bietet uns Kölsch an. Das ist so etwas wie Bier, nur dass es im Fingerhut serviert wird. Sie kommt die restliche Zeit immer wieder und wir sagen nie nein, wenn sie uns neue Fingerhüte mit Kölsch anbietet. Wer mal 5 Bier trinken will, ohne gleich blunznfett zu sein, sollte mal nach Köln kommen.

Alles, was Flügel hat, fliegt!

Alles, was Flügel hat, fliegt!

Dann gehen wir in die Halle. ICBeter macht noch einmal eine Exkursion zurück zum Restaurant, um die vergessene Kamera zu holen. Wir haben Plätze ziemlich in der Mitte. Wir sehen die nächsten paar Stunden einen Haufen Motorräder, Fahrräder, Skateboarder, Rollerblader, Quads, Schneemobile, Rollstühle, Badewannen, Tretroller, Hochräder, Sofas etc. über die Rampen fliegen und wieder landen.

Zum Schluss ist die Veranstaltung aus und alle verschwinden. Also tun wir das auch. Wir finden unser Auto wieder und steigen ein. Mura setzt sich auf den Fahrersitz und bemerkt dann, dass er gar nicht fahren will. Also muss Bru wieder ran. Die Fahrt verläuft diesmal staufrei und alle kommen wohlbehalten daheim in der Villa an.

Ein Feuerwerk zum Schluss gibt es nicht nur bei den Opernfestspielen

Ein Feuerwerk zum Schluss gibt es nicht nur bei den Opernfestspielen

Um etwa 0100 wird der Tag für beendet erklärt.

Tag 2: Speyer

Heute stehen alle wieder ein weniger später auf als bisher, denn schön langsam fällt der Jetlag weg. Beim Duschen stellen wir wie schon gestern fest, dass es offenbar wasserabweisende Handtücher gibt. Das ist praktisch, denn die werden fast nicht nass. Das unpraktische ist, dass man selbst damit nicht trocken wird.

Da wir gestern im Technikmuseum Sinsheim waren, möchten wir heute ganz etwas anderes machen. Wir fahren daher ins Technikmuseum Speyer. Das gehört zu dem anderen dazu. Wir fahren um ca. 1100 ab. An der benachbarten Tankstelle sehen wir, dass der Diesel kaum günstiger geworden ist. Gestern hatten wir ein Preiserlebnis der besonderen Art.

Als wir Bru zum Flugsimulator gefahren haben, hat ein Liter Diesel 1,37 € gekostet. Also wir eine halbe Stunde später zurück gekommen sind, war der Preis auf 1,49 €. Die Inflation gallopiert hier. Aber Speyer und retour geht sich noch mit dem Tank aus. So programmieren wir das Museum ins Navi und reiten los. Wenn man mal ein längeres Autobahnstück ohne Geschwindigkeitslimit findet, kann man sehen, wie man mit 180 von einem Auto, das gerade überholt wird überholt wird.

Die ICB-Taskforce hat eine Lokomotive erobert

Die ICB-Taskforce hat eine Lokomotive erobert

Bald sind wir dort und stürmen das Gebäude. Zuerst gibt es einen Film über den Transport von großen Flugzeugen und Schiffen nach Sinsheim und Speyer. Dann beginnen wir wieder mit dem Außenbereich. Das Wetter ist heute bedeutend besser als gestern. Auch hier finden wir Flugzeuge, Lokomotiven, Hubschrauber etc. Außerdem gibt es hier noch Schiffe und U-Boote. Als Highlight gibt es einen ganzen Boeing 747-Flieger zu besichtigen. Man kann auch in den Frachtraum klettern. Jedenfalls ein großes Flugzeug. Aber nicht das größte hier.

Mura und Bru in der Ankunfshalle des Flughafens Frankfurt? Nein, im Bauch der Antonov 22.

Mura und Bru in der Ankunftshalle des Flughafens Frankfurt? Nein, im Bauch der Antonov 22.

Denn es gibt noch die Antonov 22. Die hat eine Frachtraum, in dem man wahrscheinlich ein Basketballfeld unterbringen könnte. Zumindest von der Höhe her. Es gibt wahrscheinlich Flughäfen, die kleiner sind als die Antonov 22. Wenn wir die Weltherrschaft errungen haben, brauchen wir so einen Flieger als mobiles Hauptquartier. Wir sehen uns auf alle Fälle alle Flugzeuge und Hubschrauber genau an. Man weiß ja nie, wann man sowas mal brauchen kann.

Dann gehen wir erst mal Mittag essen. Es gibt hier ein Museumsbuffet. Wir hoffen, dass das Essen nicht museumsreif ist. Mura reitet der Wahnsinn und er probiert ein Wiener Schnitzel mit Tunke aus. Irgendjemand muss es ja mal probieren. Das bringt ihm ein Mitarbeitsplus ein. Das verliert er aber wieder, weil der sein Geschirr nicht zurück in den Sammelbehälter bringt. Michl bekommt von ICBeter einen Plastikdeckel auf seinen Becher gepfropft.

Dann stehen noch ein Seenotrettungsschiff und ein U-Boot auf dem Programm. Man kann in alle Dinger reingehen. Wir gehen noch kurz ins Modellbaumuseum, aber das müssen wir abbrechen, weil um 1600 der IMAX-Film beginnt. Es geht um die Mondlandungen. Es ist ein IMAX Dome. Da ist nicht eine flache Leinwand vorne, sondern eine Leinwand-Kuppel vor und über den Zuschauern. Dafür ist alles nur in 2D.

So sieht die 747 von innen aus

So sieht die 747 von innen aus

Danach sehen wir uns denn Innenbereich an. Da gibt es viele alte Autos, Lokomotiven, Flugzeuge und eine eigene Weltraum-Halle. Dort gibt es ein Buran (russisches Spaceshuttle), einen Nachbau des Mondlandemoduls von Apollo 11 und allerhand Astronautenanzüge.

Um 1830 machen wir uns auf den Rückweg. Denn um 2000 haben wir eine Reservierung im Chicago Meatpackers Restaurant in Frankfurt. Den Weg in die Innenstadt kennt unser Navi jetzt schon auswendig. Das Lokal ist gleich in der Nähe des großen blauen Euro. Es ist ein sehr nettes Restaurant, bei dem als Highlight eine Spielzeugeisenbahn über den Köpfen der Leute herumfährt.

Der große blaue Euro ist in der Nähe des Meatpackers Restaurant

Der große blaue Euro ist in der Nähe des Meatpackers Restaurant

ICBeter isst ein Steak. Mura hat schon lang keinen Burger gehabt und bestellt daher einen. Mit extra Fleisch-Addon. Die anderen essen Ribs & Wings. Abschließend können wir sagen, dass Meatpackers den 1. Preis für das Essen, Hooters den Hauptpreis für das Ambiente bekommt.

Dann geht es zurück zur Villa, wo alle so müde sind, dass der Tag schon um 0000 für beendet erklärt wird, obwohl die Heizung funktioniert.

Tag 1: Sinsheim

Mura haut sich heut als erstes aus den warmen Federn. Bru hat sich gestern beschwert, dass auf unserem Zeitplan steht, dass wir erst zu Mittag ins Museum nach Sinsheim fahren. Wir sollen doch schon um 0800 aufstehen und um 0900 fahren. Auch Michl und ICBeter stehen schon früh auf, damit die Fahrt pünktlich losgehen kann. Sie frühstücken alle ganz gemütlich und stellen um 0900 fest, dass Georgi und Bru immer noch schlafen.

Sie überlegen zuerst, alleine abzufahren, lassen es dann aber doch sein. Schließlich stehen die Langschläfer doch auf und fangen auch mit Frühstücken an. Da es nur ein richtiges Trinkglas gibt, muss das Cola aus Weingläsern getrunken werden. Das hat auch mehr Stil. Pünktlich um 0900 ICB-Zeit geht es dann los. Sinsheim wird ins Navi programmiert. Auf der deutschen Autobahn darf man so schnell fahren wie man will. Zumindest ein paar Kilometer, denn dann kommt immer schon eine Tafel, die das Tempo auf 120 beschränkt. Oder 100. Oder 80. Man kommt jedenfalls nicht so schnell voran wie in Österreich.

Aber auch bei Tempo 200 schluckt dieser Wagen sicher weniger als das Wohnmobil in Amerika. Mit den deutschen Benzinpreisen verbraucht er in Euro gerechnet aber wahrscheinlich mehr als unsere 9-Meter-Kiste damals. Wir haben es schon damals geahnt, dass das Wohnmobil eigentlich sehr sparsam ist…

Das Navi gibt immer sehr präzise Anweisungen wie z. B. „dem Straßenverlauf sehr lange folgen“. Wenn man sich genau an diese Instruktionen hält, kommt man zielgenau an. So wie wir. Ein paar große Flugzeuge auf dem Dach zeigen uns an, dass hier das Technikmuseum ist. Es gibt einen Außen- und einen Innenbereich. Aufgrund des Regens entschieden wir uns, zuerst den Innenbereich zu besichtigen.

Mura kauft die Karten und wir marschieren hinein. Es beginnt mit der Ausstellung von alten Autos. Amerikanische Karossen aus den 50er Jahren. Wir sind noch nicht weit, da kommt die Lautsprecherdurchsage: „Herr Martin Moravitz bitte zur Kassa kommen.“ Anscheinend kennen Sie uns hier. Vielleicht haben uns Blog-Leser erkannt! Oder Mura hat seine Kreditkarte bei der Kassa liegenlassen. Vermutlich hat er gehofft, dass jemand sie klaut, damit einkauft und er dafür Bonusmeilen gutgeschrieben bekommt.

Nachdem wir uns auch noch ein paar alte Autos aus den 20er und 30ern angeschaut haben, kommt wieder eine Durchsage. Aber diesmal wird niemand von uns namentlich erwähnt. Es wird nur bekannt gegeben, dass bald der IMAX-Film über Fliegerei beginnt. Den haben wir mit der Eintrittskarte mitgekauft. Also begeben wir uns zum Kinosaal. Vorher werden aber noch Getränke und Popcorn gekauft.

Im Museum gibt es alte Autos

Im Museum gibt es alte Autos

Erfahrenen Weltenbummler wissen, was es bedeutet, in der kulinarischen Hochburg Deutschland Popcorn zu kaufen… nämlich gezuckertes Popcorn. Noobs wie Michl und Mura wissen das offenbar nicht und freuen sich nur bis zum ersten Bissen über die große Portion, die sie bekommen haben. Aber das sind Erfahrungen, die man auf dem Weg zur Weltherrschaft einfach machen muss. In Asien essen sie Heuschrecken und Käfer, in Deutschland süßes Popcorn.

Der Film über Fliegerei entpuppt sich als Werbefilm für den Dreamliner von Boeing in 3D. Von brennenden Batterien ist komischerweise nicht die Rede gewesen. Michl fällt das süße Popcorn beim Essen auf den Boden. Wir glauben ihm aber nicht, dass es ein Versehen gewesen ist. Als wir das Kino verlassen, sieht es aus wie am Schlachtfeld. Wieder einmal haben wir eine eindeutige Visitenkarte hinterlassen.

Dann geht es wieder hinein ins Museum. Weil wir schon so viele alte Autos gesehen haben, wechseln wir zu den Flugzeugen. Die Flugzeuge am Dach kann man auch alle betreten. Darunter eine Concorde der Air France. Sehr geräumig ist es darin nicht. Die Tickets für einen Flug mit diesem Vogel waren so teuer wie ein Firstclass-Ticket mit dem Platzangebot der Economyclass. Und noch dazu durfte man für das Geld weniger lang fliegen, weil die Kiste so schnell unterwegs war. Weil immer mehr Leute eingesehen haben, dass das nur Nachteile bringt, sind die Flüge 2002 eingestellt worden.

ICBeter macht es sich in der Businessclass der Tupolev bequem

ICBeter macht es sich in der Businessclass der Tupolev bequem

Es sind noch ein paar andere Flieger zu sehen, darunter eine Tupolev – ein russischer Klon der Concorde. Nach dem Ausflug in die Luftfahrt haben wir Hunger. Daher wird es wieder Zeit, weitere Erfahrungen mit der deutschen Küche zu sammeln. Wir verlassen das Museum. Man kann mit der Eintrittskarte, die für den ganzen Tag gilt, wieder zurück kommen. Der Weg aus dem Museum geht durch einen Shop. Das kennen wir schon. Langsam beginnen wir, da ein Muster zu erkennen. Wir fahren ein Stück vom Museum weg und finden eine Gaststätte mit dem schönen Namen „Burger King“.

Die werden wir testen. Weil wir alle schon lange keine Burger gegessen haben, holt sich jeder ein Burgermenü. Für dumme Leute, die immer alles verschütten gibt es einen Plastikdeckel auf den Colabecher. Bru und Michl brauchen das aber nicht. ICBeter holt dann noch eine Waffel mit Eis und Schokosauce und Michl leert ihm seinen Becher Cola über die Hose. Gut, dass es eine schwarze Hose ist, das passt farblich eh.

Wir geben Michl heute nichts mehr in die Hand, das man ausschütten kann. Das Essen ist zwar nicht so gut wie bei Hooters, aber Burger King zählt auch nicht zur gehobenen Gastronomie. Danach geht es zurück zum Museum. Wir knöpfen uns wieder die erste Halle vor, bei der wir durch den Film unterbrochen worden sind. Die mit den alten Autos. Immer wieder gibt es auch Automaten, wo man einen Euro reinwerfen kann und irgendetwas bewegt sich oder eine mechanische Orgel fängt zu spielen an.

Der erste Eindruck täuscht oft. Diese Leistungsdaten traut man dem Boliden auf den ersten Blick gar nicht zu!

Der erste Eindruck täuscht oft. Diese Leistungsdaten traut man dem Boliden auf den ersten Blick gar nicht zu!

Wir sponsern einen Euro, um die Räder einer riesigen Dampflock in Bewegung zu setzen. Leider dampft es aber nicht. Einen weiteren investieren wir, um eine Spielzeugeisenbahn zum Fahren zu bringen und eine große Dampfmaschine – wieder ohne Dampf – in Bewegung zu versetzen. Letztlich noch einen, um einen schweizer Kampfflieger zu bewegen. Der bewegt sich aber nur langsam und behäbig – ist halt ein Schweizer…

Nach den Eisenbahnen gibt es noch alte Autos und Rennwagen. Bevor es finster wird, begeben wir uns in den Außenbereich. Dort ist die Panzerabteilung. Panzer die hauptsächlich aus dem 2. Weltkrieg sind, sind dort ausgestellt. Eine Tafel klärt darüber auf, dass sie alle funktionsuntüchtig gemacht wurden. Eine Testfahrt oder ein Testschießen sind also nicht möglich.

Dann gibt es noch einen Flugsimulator für eine Boeing 747. Man kann den Steuerknüppel nach vorn und hinten drücken und die Nase fährt nach unten und oben. Kostet auch einen Euro. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir Bru diesen Simulatorflug geschenkt! Zum Schluss gibt es noch eine Indoor Militärabteilung und weitere alte Autos zu sehen.

S.g. Fluggäste, ich bin heute Ihr Kapitän. Es besteht überhaupt kein Grund zur Panik, bitte beruhigen Sie sich wieder!

S.g. Fluggäste, ich bin heute Ihr Kapitän. Es besteht überhaupt kein Grund zur Panik, bitte beruhigen Sie sich wieder!

Nach zwei großen Hallen und geschätzten 10.000 alten Autos beenden wir diesen Museumstag. Der Grund, warum man auf deutschen Straßen keine Oldtimer sieht ist, dass sie alle in Sinsheim stehen. Das Navi führt uns zielsicher wieder heim. Auf der Fahrt öffnet Bru eine Packung Bacon-Chips. Da steht drauf, dass Spuren von Haselnüssen drin sein können. Von Spuren von Fleisch ist aber nicht die Rede. Das Zeug dürfte also rein vegan sein. Der Geschmackstest bestätigt diese Annahme.

Daheim wird auf den Hauptprogrammpunkt des Tages gewartet. Der Simulatorflug von Bru im A380. Das ist eine große Verantwortung. Denn eine Simulaton ist ja bekanntlich nur in der Realität eine Simulaton. In der Simulaton ist die Simulaton die Realität. Und wenn der Flieger da abstürzt, sterben viele simulierte Menschen. Das ist in der Realität nicht schlimm, für die Menschen, die in der Simulaton leben, aber eine Katastrofe (die neue Rechtschreibung ist übrigens auch in der Realität eine Katastrofe).

Also ist es wichtig, rechtzeitig zum Briefing dort zu sein. Briefing ist nicht das Schreiben von Nachrichten auf Papier und Versenden mittels Kuvert, sondern das Weitergeben von Instruktionen. Also fahren wir schon eine halbe Stunde früher weg, als notwendig wäre. Das Navi führt uns zielsicher zum Zielort. Der ist beim Flughafen Frankfurt. Nur ist dort kein Parkhaus. Wir fahren etwa einen halben Kilometer weiter, finden aber immer noch keines.

Darum entschließen wir uns, umzudrehen. Wir fahren wieder am Zielort vorbei, bis wir ein Parkhaus finden. Das ist zwar über einen Kilometer weit weg, aber wir haben ja noch über eine Viertelstunde Zeit. Wir fahren auf die zweite Etage, wo „Exit“ angeschrieben steht. Eine freundliche Stimme begrüßt uns auf Ebene 2 und wir sehen eine schöne Wand mit Aquarium-Motiven. Aber keinen Ausgang.

Wir versuchen mal eine Türe und stehen im Parkhaus auf Etage 2. Also laufen wir noch etwas weiter. Dort sehen wir endlich ein Exit-Schild. Wir gehen durch die Tür und stehen im Parkhaus. Aber wir finden eine weitere Tür, die vielversprechend aussieht. Sie führt über Stiegen eine Etage nach unten. Dort treten aus der nächsten Türe ins Parkhaus auf Etage 1. Aber auch hier ist Exit gut angeschrieben und führt uns zu einem Aufzug. Dort auf den Knopf neben Exit gedrückt.

Eine freundliche Stimme begrüßt uns auf Etage 2 und wir treten auf einen Gang mit einem schönen Aquarium-Motiv an der Wand. Wir überlegen kurz, ob wir uns vielleicht in einem Adventuregame befinden, wo man erst irgendwelche Items sammeln muss, bevor man weiter gehen kann. Aber wir erkennen, dass das nicht der Fall sein kann, weil die Grafik-Qualität viel zu gut ist. Wir greifen daher zu Plan C (Plan B ist uns keiner eingefallen).

Wir gehen zurück zum Auto und bringen Bru zum Zielort, lassen ihn dort aussteigen und schauen dann ohne ihn und ohne Zeitdruck, wo wir parken können. Warum war das eigentlich nicht Plan A? Egal, eine freundliche Stimme im Aufzug begrüßt uns auf Ebene 9 und wir steigen wieder ins Auto ein. Beim Runterfahren bekommen wir einen Drehwurm. Wir sind uns nicht sicher, ob wir so viele Stockwerke raufgefahren sind wie jetzt runter.

Aber wir kommen nicht unterirdisch heraus, sondern auf Straßenlevel. Wir fahren aus dem Parkhaus hinaus. Die Straße geht etwa 20 Meter weit und dann wieder in das Parkhaus hinein. Wir rechnen schon nicht mehr damit, jemals aus dem Parkhaus hinauszufinden. Leider haben wir nur eine halbe Packung Bacon-Chips als Proviant mit.

Dann kommen wir doch zur Ausfahrt. 2,50 Euro müssen wir für das lange Parken hier bezahlen. Ok, dafür haben wir aber auch etwas geboten bekommen. Wir kommen zum Zielort. Wieder eine schwere Krise überstanden. Vor dem Eingang gibt es immerhin Parkplätze für 15 Minuten. Die Drehkreuze sind nur kurz ein Hindernis. Alle außer Mura gehen mit hinein. Leider erfahren wir drinnen, dass die anderen nicht zuschauen dürfen und wieder abhauen müssen.

Also lassen wir Bru mit seiner Mission alleine und ziehen wieder ab. Wir fahren heim und warten dort bei „Elton zockt“ auf Pro7 auf die hoffentlich erfolgreiche Landung von Brus A380. Es wäre schon ein großer Rückschritt auf dem Weg zur Weltherrschaft, wenn das nicht gelänge.

Gegen 0030 fahren dann Mura und ICBeter wieder zum Flughafen, um Bru abzuholen. Er hat den Flug ohne Absturz überstanden. Glück für die simulierten Flugpassagiere. Es waren nur zwei statt drei Leute zum Fliegen da, also konnten beide länger fliegen. Bru war in Hongkong. Nachdem er auf der Neuseeland-Tour nicht mit war, hat er damit zumindest Hongkong auch gesehen.

Er ist zweimal gestartet und fünfmal gelandet. Das sind über zwei Landungen pro Start. So etwas schafft nicht einmal Chuck Norris! Dreimal landen ohne überhaupt gestartet zu sein ist auf jeden Fall ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft!

Da es heute schon richtig warm in der Wohnung ist, dauert es heute etwas länger, bis alle ins Bett finden. Daher wird der Tag erst um ca. 0130 für beendet erklärt.

 

Tag 0: Anreise

Der Tag des Aufbruchs ist gekommen. In den hohen Norden nämlich. Nach Deutschland, wo der Orkan Xaver wütet. Aber der ist angeblich eh weiter nördlich. Weil wir so etwas geahnt haben, fliegen wir listigerweise nur bis Frankfurt und nicht weiter hinauf. Damit können uns die dunklen Mächte mit ihrem Xaver nichts anhaben.

Wir sind aber gespannt, was sie sich sonst für uns ausgedacht haben, um uns an der Weltherrschaft zu hindern. Die erste Hiobsbotschaft haben wir schon gestern bekommen. Nano, der unser Pilot auf der Tour sein sollte, hat keinen Urlaub bekommen und muss daheim bleiben. Ein infamer Angriff auf die ICB-Taskforce, den wir aber locker weggesteckt haben. Wir sind nämlich einfach ohne ihn geflogen.

Um 0530 treffen sich Mura, Georgi, Michl und Bru um von Großhöflein abzufahren. Sie kämpfen sich tapfer durch den Schneesturm bis zum Flughafen Wien Schwechat. Erste Erkenntnis: Um diese Zeit ist es noch finster! Und es gibt tatsächlich Menschen, die um diese Zeit schon unterwegs sind. Es existiert also Leben zu einer Zeit, wo wir das nie für möglich gehalten haben.

ICBeter kommt mit dem Zug direkt von Wien. Auch er stellt fest, das um diese Zeit schon viele Leute wach sind. Sie schauen aber nicht glücklich aus. Tatsächlich kommen alle rechtzeitig am Flughafen an. Es gibt sogar 5 Baggage-Dropoff-Schalter von Air Berlin. Und einer davon ist sogar besetzt. Wenn man im Internet eincheckt, spart man Zeit, weil man nur zum Dropoff gehen muss und nicht zum Checkinschalter.

Am Dropoff steht ein Kandidat, der offenbar keinen Plan hat und ewig lang in seinen Zetteln herumsucht und herumdiskutiert. Der ist dort sicher hin geschickt worden, um uns aufzuhalten! Von den Checkinschaltern sind 3 besetzt und es geht dort auch recht flott voran. Schließlich erbarmt sich ein Mitarbeiter auf einem dieser und lässt Leute vom Dropoff zu sich kommen. Wahrscheinlich liest der unseren Blog und kennt uns.

Am Gate stehen wir schon vor der nächsten Herausforderung: Alle Sitzplätze am Gate nach Frankfurt sind besetzt… Wir greifen aber zu einer List und setzen uns auf die Sitzplätze des Gate nach Zürich nebenan. Wir steigen aber trotzdem in den Flieger nach Frankfurt und nicht nach Zürich ein. Ein genialer Schachzug, der verhindert hat, dass wir vor dem stundenlangen Flug ein paar Minuten stehen mussten!

Der Flieger ist nicht von Air Berlin sondern von Niki. Der Niki Lauda fliegt nicht selber, aber ganz offenbar kennt er uns, denn wir haben beim Online-Checkin gleich Plätze in den ersten beiden Reihen bekommen. Das hat sicher er veranlasst! Kann natürlich auch sein, dass man uns den anderen Fluggästen nicht zumuten will… ICBeter sitzt auf der linken Seite, die restlichen 4 rechts. Im Sinne der ausgewogenen Lastverteilung hätte eigentlich Mura auf die linke Seite gehört. Wir wissen vom Rafting in Neuseeland, wohin so eine asymmetrische Gewichtsverteilung führen kann!

Die ICB-Taskforce ist fliegt voll Tatendrang ab

Die ICB-Taskforce ist fliegt voll Tatendrang ab

Die Flugbahn ist etwas holprig, aber der Flug geht trotz der ungleichen Lastverteilung problemlos über die Bühne. Unsere Koffer kommen sogar ganz am Anfang heraus. Schön langsam wird uns das unheimlich. Wir sind sonst immer bei den letzten. Kein Koffer ist beschädigt oder verschwunden. Das ist ein gutes Omen und wir marschieren zu Sixt. Im Internet haben wir schon ein großes Auto gebucht.

Wir hätten auch ein cooles haben können, aber das wäre für 6 Personen zu klein gewesen. Also haben wir 5 jetzt einen Ford Galayx. Mura bekommt die Papiere und den Schlüssel. Er fragt die anderen, ob wir uns Sorgen machen sollten, dass am Zettel „Ford Galaxy“ steht, am Autoschlüssel aber das VW-Logo prangert. Wir glauben aber, dass das nur ein Versuch ist, uns zu verwirren und fragen nicht nach, sondern treten den Marsch zum Auto an.

Das ist am Flughafen Frankfurt eine echte Wanderung, denn alles ist hier größer, weiter und entfernter als in Wien. Am Ende der Wanderung sehen wir unseren Galaxy schon auf seinem Platz stehen. Mura drückt die Fernbedienung am Schlüssel und der kleine VW daneben blinkt und entriegelt seine Türen. Und schon ist Mura wieder auf Wanderung.

Aber Wandern haben wir auf unseren Touren ja schon intensiv geübt und so schafft er den Rück- und Rückrückweg ohne Probleme. Und diesmal öffnet sich sogar das richtige Auto. Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Das Auto hat sogar ein Navi. Die nette Dame bei Sixt hat Mura gefragt, ob er um 6 €/Tag ein Navi haben will. Er hat es aber nicht genommen. Mit diesem geschickten Winkelzug hat er uns ein gratis Navi verschafft und 30 € gespart! Und wir haben die Erkenntnis gewonnen, dass uns diese Gauner über den Tisch ziehen wollten. Aber wir wissen ja schon, dass Frankfurt die höchste Kriminalitätsrate hat…

In Sindlingen bei Frankfurt haben wir eine Villa gemietet. Zumindest ein Apartment darin. Die Adresse ist schnell ins Navi eingegeben. Die Hausnummer 10 gibt es im Navi nicht, aber immerhin 8. Da kann 10 nicht weit weg sein. Zielsicher führt uns das Navi zum Zielplatz. Die höchste Nummer dort ist 8. Wir stellen die Karre mal ab und schwärmen aus, um die Nummer 10 zu suchen. ICBeter findet die Villa schließlich. Zwischen der Nummer 8 und 10 ist aber nur Fußgängerzone und keine Straße. So muss Mura über einen Umweg zum Ziel finden.

Vor dem Einzug in die Villa ist die Hürde der Nummernkombination zu nehmen.

Vor dem Einzug in die Villa ist die Hürde der Nummernkombination zu nehmen.

Aber auch das wird gemeistert. Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Mura hat vorher Instruktionen bekommen, wie man in das Haus hineinkommt. Es ist eine 6stellige Kombination in die Tür einzugeben. Das ist wie beim Klo auf amerikanischen Campingplätzen. Bei sowas haben wir schon Routine, das schaffen wir locker. Bis auf die Tatsache, dass nach dem ersten Versuch „wrong code“ auf dem Display steht.

Nachdem das auch beim zweiten und dritten Mal so ist, vermuten wir wieder ein Komplott dunkler Mächte gegen uns. Deshalb ruft Mura beim Vermieter an. Der bestätigt, dass der Code richtig ist. Also geben wir ihn ein viertes Mal ein und die Tür geht auf. Also ruft Mura wieder an, dass es eh geht und wir nur zu dumm waren, in drei Versuchen den richtigen Code einzutippen.

Das Apartment liegt im 2. Stock direkt unter dem Dach. Als wir die Wohnung betreten ist es wie im Hochsommer. Zumindest ist die Heizung so eingestellt, als wäre es Sommer. Gerade, dass wir kein Eis von den Fenstern kratzen müssen, um hinauszusehen. Wieder mal werden uns Stolpersteine auf dem Weg zur Weltherrschaft vor die Füße geworfen. Man will uns heimtückisch erfrieren lassen. Oder vielleicht ist das einfach nur, damit der Sekt, der im Wohnzimmer steht, nicht warm wird…

Wir würden aber eine warme Wohnung einem kühlen Sekt vorziehen, darum ersuchen wir telefonisch um Temperaturerhöhung. Am Abend wir wer kommen uns sich das anschauen. Das trifft sich gut, denn als nächstes steht sowieso ein Fixpunkt jeder ICB-Tour auf dem Programm: Das Einkaufen. Im Einkaufen sind wir schon absolute Profis. Da macht uns keiner was vor, deshalb wird das flott erledigt sein. Hin zum Supermarkt, einkaufen und wieder retour. Ein Musterstück an Effizienz und Zielstrebigkeit!

Aber zuerst muss ein Supermarkt gefunden werden. Das WLAN funktioniert Gott sei Dank problemlos und so machen wir uns auf die virtuelle Suche. Weil Aldi und Lidl so Billigdiskonter sind, beschließen wir, dort ganz sicher nicht einzukaufen. Weil wir einen gescheiten Supermarkt wollen, der auch groß ist und einen ordentlichen Parkplatz hat, suchen wir den nächsten REWE heraus. Der ist gar nicht weit weg.

Das Navi führt uns sicher dort hin. Leider gibt es dort keine Parkplätze und der Markt ist auch nur sehr klein. Also stellen wir uns in eine Seitengasse und suchen im Navi den nächsten REWE. Der ist im Main-Taunus-Zentrum. Das ist zwar 12 km weit weg, aber dafür offenbar ein riesen Einkaufszentrum mit einem REWE. Wir fahren also hin. Bei der Einfahrt ins Einkaufszentrum dämmert uns, dass die Idee, in der Vorweihnachtszeit ein Einkaufszentrum aufzusuchen, auch so ihre Nachteile haben könnte.

Einer davon ist die Parkplatzsuche. Wir fahren in das riesige Parkhaus. Alle Plätze sind besetzt. Außer die Behindertenparkplätze. Wie erkennt man, dass man in Deutschland ist und nicht in Wien? Die Behindertenparkplätze sind auch dann frei, wenn die anderen Parkplätze belegt sind. Und dass keine Autos mit Wiener Kennzeichen dastehen. Doch das stellt sich im 3. Gebäude des Parkhauses als Irrtum heraus. An der Ecke sehen wir ein Auto mit einem unverkennbaren Kennzeichen aus Wien. Kein Wunder, dass kein Platz frei ist, wenn sogar die Wiener hierher einkaufen fahren!

Wir haben den ersten Wiener gefunden!

Wir haben den ersten Wiener gefunden!

Es beschleicht uns aber der Verdacht, dass die voll belegten Parkplätze ein Werk der dunklen Mächte sind, um uns aufzuhalten. Denn es kommt uns komisch vor, dass wirklich niemand ohne Behindertenausweis auf einem Behindertenparkplatz parkt und alle Autos auf den Frauenparkplätzen gerade und unbeschädigt auf den Plätzen stehen. Da ist eindeutig was faul… Letztlich finden wir aber ganz in der Nähe des Wiener Autos einen Platz.

Das ist ca. einen halben Kilometer weg vom Anfang des Einkaufszentrums. Dort befindet sich der REWE. Also treten wir die Wanderung an. Wir kämpfen uns zwischen einkaufswütige Konsumenten und vorsichtig abwartende Schaufensterbummler durch. Als wir es bis zum REWE geschafft haben, beschließen wir, vor dem Einkauf die deutsche Küche zu testen. Der Ruf der Küche des Landes des Schnitzels mit Tunke ist ja jetzt nicht der allerbeste. Also betreten wir die nächstgelegenen Lokale.

Es handelt sich um einen Subway und einen McDonalds. Mura und Georgi gehen in den Subway und er Rest fällt beim Mäci ein. Auch wenn der McRib keine Gourmetpreise gewinnt, ist der Rest doch essbar. Die deutsche Küche ist also besser als ihr Ruf! So gestärkt machen wir uns auf zum REWE. Allerdings stellen wir fest, dass der Weg zurück zum Auto doch recht lang ist. Nach kurzer, aber intensiver Beratung beschließen wir, einen anderen Supermarkt zu suchen. Bei der Ausfahrt aus dem Parkhaus fahren wir eine Ebene weiter hinunter und stellen fest, dass dort eine Menge Plätze frei sind.

Aber jetzt haben wir schon den nächsten Supermarkt einprogrammiert. Es ist ein Lidl. Wir kommen dort hin. Es ist ein schöner, großer Markt mit einem großen Parkplatz. Dort finden wir alles, was wir brauchen. Sogar Fairtrade Schokolade und Kaffee (sprich: „Kaffe“) gibt es dort. Da kann man nicht meckern. Die Rechnung beläuft sich auf rund 70 €. Das ist geradezu lächerlich wenig für uns. Aber wenn man bei Lidl kauft, kann man sich halt keine ordentlichen Rechnungsbeträge erwarten.

Die ICB-Taskforce sitzt gemütlich vor dem Fernseher...

Die ICB-Taskforce sitzt gemütlich vor dem Fernseher…

Zurück daheim wir beschlossen, dass wir aufgrund der Temperatur genauso gut draußen sein können. Also machen sich alle auf in die Stadt. Alle außer Mura. Der hütet das Haus und legt sich eine Runde schlafen. Ziel ist jetzt der Frankfurter Zoo.

Erwartungsgemäß finden wir auf der Straße keinen Parkplatz. Also fahren wir in die Garage des Krankenhauses vom Roten Kreuz. Das Rote Kreuz muss man schließlich unterstützen. Zu Fuß geht es dann in den Zoo. Dort ist allerhand Getier zu sehen. Von Mietzekatzen wie Löwen und Tiger über Fledermäuse und Giraffen bis zu Affen. Bei den Pavianen kommen wir rechtzeitig zur Fütterung.

Da wird das Futter auf dem Boden verstreut und die Affenbande hereingelassen. Dann stürmen alle heraus und machen sich wie wild über das Fressen her. Es geht dabei furchtbar zu. Fast so schlimm wie wenn es kostenloses kaltes Buffet nach einer Kulturveranstaltung gibt. Dabei werden die guten Sachen wie Kukuruz oder Sonnenblumenkerne wie wild eingesammelt. Salat und Obst werden beiseite geschoben und – zumindest vorerst – liegen gelassen. Irgendwie erinnert uns das an was, aber wir kommen nicht drauf, was es ist.

Um 1700 schließt der Zoo und alles, was weniger als 4 Beine hat wird rausgeschmissen. Beim Ausgang geht es durch einen Giftshop. Da war es wieder, dieses Dejavu-Erlebnis… Es gibt dort auch einen 1,6 m großen Plüschbaren zu kaufen. Der kostet 2.100 € und wird in 6 Monaten nach Auftrag speziell angefertigt. Das dauert aber zu lange, um ihn als Überraschung mit heim zu nehmen.

Wir spenden noch 6 € für den Parkautomaten des Roten Kreuzes und fahren wieder heim. Dort ist es immer noch so kalt wie vorher. Mura hat der Versuchung, sich in der Mitte den Wohnzimmers ein warmes Feuerchen anzuheizen, widerstanden. Nach kurzer Zeit ist aber ein Arbeiter da, der die Heizung repariert. Da das aufheizen eine Weile dauern wird, wird entschieden, Essen zu gehen.

In ganz Deutschland gibt es nur ein einziges Hooters-Lokal. Und das ist in Frankfurt. So gestaltet sich die Bedenkzeit kurz. Nicht aber die Anfahrt, die im Freitagabend-Verkehr mitten in die Innenstadt von Frankfurt geht. Überflüssig zu erwähnen, dass uns wieder Hindernisse in Form von Baustellen in den Weg gelegt wurden. Die verrückte Idee, auf der Straße parken zu können, haben wir auch diesmal wieder schnell aufgegeben und das nächste Parkhaus genommen.

Beim Hooters bekommen wir obwohl wir nicht reserviert haben, gleich einen Platz. Die Qualität des Essens ist sehr gut. Das ganze Geld, was beim Stoff für die Kleidung der Kellnerinnen eingespart wird, wird in gute Zutaten investiert. Bru bestellt kleine Vorspeisen-Burger, ICBeter, Michl und Georgi eine Hauptspeise und Mura beides. Aber es muss ihm bei den letzten Stücken geholfen werden. Das macht uns etwas Sorgen.

Das einzige, was nicht ganz passt, ist die Menge der Pommes. Vielleicht sollten sie noch etwas mehr Stoff bei den Serviererinnen sparen und dafür mehr Pommes auf die Teller legen. Als wir schon gehen wollen, hat Georgi die glorreiche Idee, doch noch ein Bier zu trinken. Also schließen sich Michl und ICBeter an. Das stellt sich als äußerst gute Idee heraus. Denn kurz nachdem das Bier serviert wird, dürfen wir miterleben, dass Hooters nicht nur Wert auf kulinarische Angebote legt, sondern auch für kulturelle Höhepunkte sorgt.

So wird von den Kellnerinnen zu den Klängen von YMCA und Cotton Eye Joe eine Tanzeinlage geboten. Das muss man sich so vorstellen wie das Ballett in der Staatsoper – nur in einem anderen Stil. Nachdem der kulturelle Teil vorbei ist und auch das Bundesliga-Spiel auf den Großbildschirmen aus ist, treten wir den Rückzug an. Da uns auf dem Rückzug nie Hindernisse in den Weg gelegt werden, kommen wir natürlich schnell voran und sind bald wieder bei unserer Villa. Diesmal schaffen wir es schon im 2. Versuch, die Geheimkombination einzugeben. Diese ist auch deutlich komplizierter, als die Kombination für die amerikanischen Atombomben…

Es hat schon gut 17 bis 18 °C in der Wohnung. Was will man mehr? Die Temperaturen erhöhen trotzdem die Motivation, bald ins Bett zu gehen und so wird der Tag schon vor Mitternacht für beendet erklärt.

Vorschau 3

Das Warten hat wieder ein Ende. Es hat jetzt für euch endlich wieder einen Sinn, den Computer aufzudrehen. Denn ab morgen gibt es wieder 5 Tage lang ICB-Blog-Einträge! Die Weltherrschaft wird diesmal in Frankfurt am Main gesucht.

In der Wikipedia steht, dass Frankfurt bei den großen deutschen Städten die größte Dichte an Verbrechern hat. Das ist kein Wunder, denn es sind ja alle großen Banken dort mit ihrem Hauptsitz vertreten! Dort, wo die vielen Milliarden der europäischen Steuerzahler hinverschwunden sind, muss die Weltherrschaft zu finden sein!

Hauptsächlich wird Bru aber das Fliegen eines Airbus A380 lernen. Wenn wir mal einen solchen als Privatflieger haben, haben wir dann schon einen, der damit umgehen kann. Im Gegensatz zu den Terroristen, die Start und Landung nicht lernen wollen, sondern nur das Zielfliegen, wird er nur Start und Landung lernen. Ein Reziprok-Terrorist quasi.

Um ja auf der sicheren Seite zu sein, werden wir mit Nano noch einen echten Piloten mit auf der Tour haben. Denn wenn wir die Weltherrschaft schon dort erringen, müssen wir ja mit einem anderen Privatflieger heimkommen. Der A380 ist nicht so schnell lieferbar. Dass wir bis jetzt ohne eigenen Piloten unterwegs waren, könnte ein Grund dafür sein, dass es mit der Weltherrschaft bis jetzt noch nichts geworden ist!

Weiters sind alte Bekannte mit von der Partie: ICBeter, Mura, Michl und Georgi. Blog-Leser kennen sie alle und wissen, dass es sich um echte Vollpfo profis handelt. Wenn Frankfurt diese Heimsuchung überstehen sollte, kann auch die nächste Finanzkrise die Stadt nicht in den Untergang treiben…

Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass uns die NSA nicht schon am Flughafen verhaften lässt. Denn ich habe in diesem Blog zweimal “Terrorist” geschrieben! Hoppla, dreimal “Terrorist”… verdammt, viermal… ich mach jetzt Schluss!

Vorschau 2

Hier endlich die Auflösung unsers Rätsels:

Die Annahme, dass wir ein Besteigen des Mt. Everest ohne Sauerstoff nicht schaffen würden, ist zwar eine Frechheit – wir sind schließlich teils in Gummistiefel zum Goldsuchen gewandert… Trotzdem ist der Kommentar, dass das falsch ist richtig.

Da es auch keinen Westpol gibt, ist die 2. Option richtig: Bru wird einen Airbus A380 steuern!

Aber bevor jetzt alle alles liegen und stehen lassen, um in den nächsten Luftschutzbunker zu flüchten: Es wird nur ein Flug im Simulator sein. Der unvermeidliche Absturz wird also keine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes anrichten.

Zu Nikolo geht es los. Wir fliegen nach Frankfurt (nicht im Simulator, dafür mit echtem Piloten). Dort mieten wir uns in eine Villa ein und werden auch noch ein Rahmenprogramm machen, das uns der Erringung der Weltherrschaft ein Stück näher bringen wird.

Viel mehr wird aber noch nicht verraten, sonst liest ja niemand mehr im Blog mit!

Vorschau 1

Es ist wieder was im Busch bei der ICB-Taskforce… und ihr könnt raten, was es ist!

A) Die Besteigung des Mt. Everest ohne Sauerstoff
B) Ein Flug im Cockpit des Airbus A380 mit Bru am Steuerknüppel
C) Eine Expedition zum Westpol.

und es dauert auch nicht mehr lange!