Tag 31: Heimflug

Der letzte Reisetag ist angebrochen. Nach dem Frühstück werden noch die restlichen Sachen eingepackt. Es ist unglaublich, wieviele Sachen noch in den Koffer reinmüssen, wenn man glaubt, mit dem Packen fertig zu sein. Doch alle drei schaffen es. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft. Weil noch Zeit ist, werden die WM-Spiele samt Elferschießen im Fernsehen angeschaut. Dann wird noch ein Foto mit Freddy I. und Freddy IV. gemacht.

Wiedersehen mit Freddy I. und Abschied von Freddy IV.

Wiedersehen mit Freddy I. und Abschied von Freddy IV.

Um ca. 1300 wir ein Uber XL gerufen. Ein Van kommt und alle Koffer passen gut hinein. Auch Muras und Tamis Campingsessel, die von Tami mit nach Hause genommen werden. Die Fahrt dauert über eine Stunde. Die Golden Gate Bridge sehen wir heute endlich so, wie sie typischerweise zu sehen ist: tief im Nebel versunken. War auch irgendwie surreal mit dem ganzen Sonnenschein…

Vor dem internationalen Terminal wird ausgestiegen und es trennen sich die Wege: Mura und Tami zu Isle 8 und ICBeter zu Isle 6 zum einchecken. Tami lässt aber zuerst Koffer und die Campingsessel einfolieren. Wahrscheinlich soll das Glück bringen…

ICBeter hat seinen Businessclass-Sitz bekommen, da sein Mindestgebot dafür angenommen wurde und so kommt er beim Checkin beim Priority-Schalter sofort dran. Auch beim Security-Check gibt es eine Priority-Schlange. Dort steht aber gerade eine Mutter mit zwei kleinen Kindern und es dauert länger als bei den anderen Schlangen. Aber es ist Zeit genug.

Gleich nach der Security ist die Lounge. Dort gibt es ein Buffet mit kaltem und warmem Essen und alle möglichen Getränke. Auch WLAN gibt es und so kann man dort locker die zwei Stunden verbringen. Boarding beginnt pünktlich und die Businessclass darf als erstes rein. Fast pünktlich hebt die Kiste ab. Dann gibt es Essen mit 4 Vorspeisen und 4 Hauptspeisen zur Auswahl.

Einen Film schauen geht sich auch noch aus. Spiele gibt es aber genauso wenig wie in der Economy Class: Ein Schachspiel. Aber es wird eh Zeit zum Schlafen. Der Sessel kann ganz flach gemacht werden und Bettzeug liegt auch bereit, sodass man ein schönes Bett hat und man gut schlafen kann.

Das beste an der Businessclass ist aber, dass man am WC sitzen kann und gleichzeitig beim Fenster rausschauen kann! Das zweitbeste ist, dass es WLAN gibt. Ansonsten fühlt es sich eigentlich gar nicht wie fliegen an. Dann gibt es noch Frühstück, aber ohne Freddy IV. ist das nur der halbe Spaß.

In Kopenhagen angekommen geht es erst mal durch die Passkontrolle. Natürlich geht es am Nachbarschalter viel schneller weil vorne Leute stehen, deren Pässe genau kontrolliert werden. Eh klar. Hier gibt es auch eine Lounge, die man auch bei der Ankunft besuchen kann. Das ist ein Vorteil, wenn man über 4 Stunden Wartezeit hat. Immerhin gibt es Räucherlachs und Salat. Die erste Halbzeit von Brasilien – Mexiko wird am Großbildfernseher übertragen.

Für die 2. Hälfte fehlt die Zeit, denn der Weiterflug nach Wien steht an. Das Gate ist bummvoll, das ist ein Hinweis darauf, dass auch der Flieger bummvoll sein wird. Und tatsächlich bleibt kein einziger Platz frei. Der Flug ist profitabel für die AUA. Es ist diesmal aber nichts mit einem freien Platz daneben. Aber der Flug geht nur rund 1 ½ Stunden. Und es gibt erstmals seit 5 Wochen wieder Almdudler.

Was ist das wieder für ein Lake?

Was ist das wieder für ein Lake?

Der Landeanflug geht über den Neusiedler See. Das ist eine nette Geste für alle Burgenländer an Bord. Jedenfalls ist der See noch immer da. Beruhigend, dass man mal ein Monat wegfliegen kann und nicht alles ist kaputt… Landung: Pünktlich. Als ICBeter zum Gepäcksband kommt, steht dort 5 – 10 Minuten Wartezeit für das Gepäck aus Kopenhagen. Also nochmal aufs Klo.

Danach raus und das Gepäcksband fängt zum Laufen an. Raus kommt genau ein (!) Koffer. Der von ICBeter. Kein einziger anderer. Und es wartet auch… niemand… sonst auf seinen Koffer. Niemand. Aus einem komplett vollen Airbus A319. Damit ist klar, dass ALLE anderen Passagiere Agenten von NSA, Mossad, MI5 und CIA gewesen sind, die ihn beobachtet haben! Vermutlich wollten sie in Erfahrung bringen, ob wir es wirklich geschafft haben, die Weltherrschaft an uns zu reißen!

Aber das verraten wir natürlich nicht. Auch hier nicht!

Mal sehen, ob bei Mura und Tami auch alles glatt gelaufen ist. Nach der Auftrennung der Taskforce sind sie erst einmal in die Firstclass Lounge gegangen. Mura checkt sich erst mal den Schlüssel für die Dusche. Pünktlich sind sie dann zum Flugzeug marschiert und das ist auch brav zum richtigen Zeitpunkt abgehoben. Tami wird auf der rechten Seite auch sehr zuvorkommend bedient und haut sich wieder ein paar Whisky-Cola rein. Natürlich mit dem besten Whisky, der vorhanden ist.

Mura geht es nicht ganz so gut wie ihm, denn auf seiner Seite ist der Steward anscheinend auch noch für die Economy-Class zuständig und schaut nur hin und wieder vorbei. Der Flug geht glatt und ist nach etwa 11 Stunden in London angekommen. Das Ausetzen ist hart, vorne in der Schnauze der Boeing 747 merkt man das besonders.

Die Zeit in London ist relativ knapp bemessen. Da die Arrival-Lounge für Firstclasser in einem anderen Terminal ist, wird nichts riskiert. Deshalb wird nur eine Businessclass-Lounge besucht. Rechtzeitig wird wieder zum Flieger nach Prag marschiert.

Im Flugzeug heißt es dann aber leider warten. Und zwar so lange, bis der Slot für den Start weg ist. In Heathrow ist es nicht so einfach, wieder einen zu bekommen. Der Kapitän meldet sich: Der nächste ist erst in einer halben Stunde. Naja, in Prag ist eh etwa eineinhalb Stunden Zeit, um zum Bahnhof zu gelangen. Kurz darauf meldet sich der Kapitän wieder: Das Vehikel zum Schleppen des Flugzeuges aus dem Terminal ist kaputt.

Aber er ist zuversichtlich, dass bis zum neuen Startslot ein neues da ist. Und so ist es auch. Der neue Slot kann genommen werden und ab geht es in die Lüfte. Es wird sogar aufgeholt und die Landung ist nur mit 15 Minuten Verspätung. Jetzt nur noch die Koffer holen. Damit haben die beiden schon schlechte Erfahrungen. Eine Email mit einer Entschuldigung für verlorene Koffer ist aber nicht gekommen.

Die postive Nachricht gleich vorweg: Sie sind nicht die einzigen, deren Koffer erst einmal nicht kommen. Es kommen nämlich gar keine. Es dauert eine Ewigkeit, bis das Band losläuft. Die Koffer sind schnell gefunden. Außer die Campingsessel von Tami. Die kommen nicht daher. Alle Koffer sind schon weg, aber es kommt nix.

Dann kommen schon die Koffer vom nächsten Flugzeug. Also ab zur Gepäcks-Urgenz. Dort rät man ihnen, doch mal beim Oversize-Gepäck nachzuschauen. Und tatsächlich… da sind die Dinger! Das ist zwar ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft, aber die Tatsache, dass nur mehr 18 Minuten bis zur Abfahrt des Zuges sind, ist das genaue Gegenteil. Da sich das nicht mehr ausgehen kann, wird der bestellte und wartende Fahrer wieder weggeschickt.

Bezahlt muss er trotzdem werden. Noch teurer als der unbenutzte Fahrer ist jetzt aber guter Rat. Wie kommt man um 1930 von Prag nach Wien wenn kein Zug mehr fährt und ein Flieger schon im Vorfeld nicht zu finden war? Letzte Hoffnung: Ein Mietauto. Ob in Prag überhaupt eines bereit stehen wird? Beim Sixt angekommen die gute Nachricht: Es sind zwei österreichische und ein deutsches Auto da.

Die haben den Vorteil, dass sie ohne Einwegmiete zu bekommen sind. Mura gibt seine Kreditkarte hin. Die Mitarbeiterin kontrolliert sie und sagt ihm, dass mit dieser Kreditkarte noch eine Kundenkarte verknüpft ist. Mit so viel Umsatz, dass er ein gratis Upgrade auf eine höhere Wagenklasse bekommt. Also wird ein Mercedes mit Münchner Kennzeichen gecheckt. Ob der wohl aus Merced stammt?

Ohne Einwegmiete und dem Preis der niedrigeren Klasse ist der Spaß sogar bezahlbar. Ein Navi ist auch eingebaut. Alles schön auf tschechisch, versteht sich. Man muss aber nur die Sprache einstellen. Auf dem tschechischen Display… Durch die geballte Kraft der Englisch-, Deutsch- und Ungarischkenntnisse gelingt das dann aber doch.

Tschechische Autobahnen sind super. Ca. 80 % davon sind derzeit mit Hilfe von EU-Geldern eine Baustelle. Immer mit einer schönen 80er-Beschränkung. So kommen die beiden um ca 2300 am Flughafen Wien an. Dort wurde ICBeter schon um 2000 telefonisch informiert, was Sache ist. Der hat sich derweil in ein Cafe gesetzt und Belgien – Japan angeschaut. Die Japsen haben nach einem Kamikaze-Eckball noch in der 94. Minute durch einen Konter 2:3 verloren.

Das ist ungünstig, denn die Verlängerung wäre sich noch locker ausgegangen, bis die Helden aus Prag eintreffen. Also muss ein gemütliches Eck gefunden werden, um Lesen zu können. Der Flughafen ist um ca. 2200 ein ruhiger Ort. Hin und wieder kommen Reinigungskräfte vorbei, mal auch zwei bis an die Zähne bewaffnete Polizisten, die staunen, dass da einer mitten in der Nacht mit einem riesen Koffer herumsitzt und liest.

Dann kommt die Nachricht, dass in 10 Minuten Treffpunkt ist. ICBeter schreibt, dass er beim Dropoff beim Abflug wartet. Mura und Tami stehen bei der Ankunft und warten. Ein Glück, dass es Handys gibt und so findet die Wiedervereinigung der Taskforce Heimflug doch noch statt. Die Fahrt nach Ödenburg, Eisenstadt und Zemendorf ist da nur mehr ein kleiner Katzensprung.

Damit ist die Tour „USA 2018“ abeschlossen. Nachdem wir Grand-Canyon-Regen, heiße Wüsten, noch heißere Hottubs, viele Uber-Fahrten erlebt haben, viele Hektoliter Benzin getankt haben, mit einem Elektroauto die Umwelt geschont haben, eine neue Rekordzahl an Nationalparks besucht haben, in Las Vegas nur ein bisschen Geld und einen Hut verloren haben, einen Höllenritt am Touristentransporter beim Antelope Canyon überlebt haben, den Jumping Jollas entkommen sind, in den Wellen des Pazifik geschwommen sind und viele neue Fastfood-Restaurants getestet haben, kann die Reise in jedem Fall als großer Schritt in Richtung Weltherrschaft verbucht werden.

Aktueller Standort: Daheim

1 thought on “Tag 31: Heimflug

  1. Was für ein schönes Land zu besuchen! Danke fürs Teilen, ich hoffe, dass ich eines Tages dorthin gehen werde. 🙂

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *