Dia 1 – Salto do Prego

Dem Jetlag sei Dank wachen alles schon um ca. 0600 auf. Da ist es draußen noch stockdunkel. Aber zum Frühstücken braucht man kein Tageslicht. Da gestern kein Spam gefunden wurde, werden Wurst und Tiroler Schinken gegessen. Der heißt hier aber nicht so. Es gibt auch einen Toaster in der Küche. Er wird Freddy getauft und ist mithin offiziell Freddy VIII. Er scheint sich aber nicht würdig in seine Ahnenreihe einzureihen. Er hört zwar auf zu toasten, wenn die Brote fertig sind, aber er wirft sie nicht automatisch aus. So wird das nix.

Dürfen wir vorstellen? Freddy VIII.

Nach dieser Enttäuschung kann der Tag allerdings nur mehr besser werden. Daher wird die erste Wanderung in Angriff genommen. Mura hütet aber am ersten Tag noch das Haus. Also machen sich ICBeter und Tami auf den Weg. Wie man zielsicher zu einem Wanderweg navigiert, haben wir in Madeira gelernt. Keine Adressen oder solche Scherze eingeben, sondern immer nur Koordinaten.

Dann geht es los. Da das Navi nicht weiß, in welche Richtung das Auto schaut, navigiert es erst einmal falsch herum. Aber es wird auf einem Platz, der augenscheinlich eine Fußgängerzone ist, umgedreht und alles passt wieder. Die Straßen sind weniger steil und weniger eng als in Madeira, das heißt aber nichts. Steil ist es schon. Unterwegs ist ein Viewpoint angeschrieben. Der wird natürlich mitgenommen.

Viewpoint. Das ganz hinten sind Wolken, nicht das auftauchende Atlantis.

Dort muss man zwar 2 km hinfahren, aber was tut man nicht für die Weltherrschaft. Strahlenden Sonnenschein gibt es nicht, aber es ist nur leicht bewölkt. So sieht man problemlos bis zum Meer und noch viel mehr. Wir schauen genau, ob irgendwo Atlantis auftaucht, aber vorerst haben wir damit noch Pech. Also wird weiter gefahren. Es geht kurvig auf und ab, das sind wir aber von Inseln gewöhnt.

Irgendwann hört das Navi auf zu navigieren. Also wird stehen geblieben und es wird nochmal auf das letzte Ziel programmiert. Da führt es das Auto wieder ein paar hundert Meter zurück. Es ist nämlich am Ziel angekommen und hat dann einfach aufgehört. Da das mitten auf der Straße passiert ist, ist guter Rat nun teuer. Ein Einstieg in einen Wanderweg ist hier nicht zu sehen.

Heimische Flora

Also packt Tami sein Handy aus und wirft die Wander-App an. ICBeter schaut derweil auf seinem Handy in Google Maps, wo das sein kann. Mit noch einer Navigationsapp wird dann festgestellt, dass der Beginn der Wanderung ein paar hundert Meter die Straße rauf ist. Das beweist wieder mal, dass echte Männer instinktiv überall ohne die geringste Hilfe hinfinden.

Es ist der Wanderweg PR09 Salto do Prego. Es ist ein Rundweg, den man in beide Richtungen gehen kann. Da der Weg feucht ist, weil immer wieder Nieselregen einsetzt, wird die schlaue Entscheidung getroffen, den Weg mit den Serpentinen bergauf zu gehen. Bergab rutscht man nämlich viel besser, das ist für heute aber nicht geplant.

Der Beweis: Wir haben ein österreichisches Kennzeichen!

Es hat sich als weise Entscheidung erwiesen, denn der Serpentinen-Weg nach oben ist mit Steinen gepflastert, was noch rutschiger ist. Es geht ordentlich nach oben, durch Regenwald und Bambuswäldchen. Irgendwann taucht dann ein Wasserfall auf, der das Ende des Hinweges markiert. Damit es nicht zu einfach ist, muss man dort hin nochmal steil nach unten gehen. Und dann natürlich wieder hinauf.

Beim Wasserfall werden wie immer ein oder zwei Fotos gemacht. Der Rückweg ist um 300 m kürzer und weniger steil als der Hinweg. Geheimtipp für alle Faulen: diesen Weg hin und zurück gehen! Welchen Vorteil es hat, schon um ca. 0800 zum Wandern loszufahren zeigt sich bei der Rückkehr zum Auto: Während es das zweite war, das sich dort hingestellt hat, sind jetzt alle Parkplätze restlos belegt. Wer uns wegen Parkplatzmangels den Weg zur Weltherrschaft verbauen will, muss früher aufstehen!

Rückblickend ein schöner Blick zurück

Dann wird Provoacao ins Navi eingegeben und losgefahren. Das Navi will und zurück nach Faial da Terra lotsen, wo die Wanderung war. Der restliche Weg wird immer länger statt kürzer. Also wird die Route gelöscht und nochmal eingegeben. Es will uns zurück nach Faial da Terra lotsen. Also wird es nochmal programmiert. Wieder das gleiche.

Dann wird aus dem Gedächtnis erst mal die Strecke zurück gefahren, die wir gekommen sind. Ein ausgefuchster Plan, der und zurück nach Povoacao bringt. Das Gute ist, dass wir wieder in unserer Ortschaft sind. Das Schlechte ist, dass wir nicht wissen, wie wir in unsere Gasse kommen. Das Navi zeigt an, dass noch 12 km zu fahren sind.

Steine pflastern unseren Weg

Also wird aus den letzten Zielen nicht Povoacao ausgewählt, sondern irgendwas anderes. Dann zeigt es an, dass das Ziel in 400 m erreicht ist. Wir fahren dort hin uns stehen tatsächlich vor unserem Haus. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft! Mura hat inzwischen seine Pflicht als Urlauber erfüllt und vormittags ein ausgedehntes Mittagsschläfchen gemacht. Unterbrochen nur immer von den Kirchenglocken, die alle halben Stunden schlagen.

Die Azoren sind scheinbar nicht weit weg von London, dann man hört hier Big Ben schlagen. Diese wichtige Erkenntnis sollt jemand in Wikipedia eintragen. Wir haben dafür erst mal keine Zeit, denn wenn man ein Appartement mit Pool und Hotpool mietet, muss man das auch ausnutzen. Also wird das gemacht. Die Temperatur des Pools ist in der Größenordnung von Madeira. Wer jetzt nicht weiß, was das bedeutet, möge es bitte in diesem Blog nachlesen.

Was haben Madeira und die Azoren gemeinsam? Die Bananen!

ICBeter und Mura sind von der damaligen Reise schon geeicht und wagen sich minutenlang hinein. Eine große Hilfe ist dabei die aufblasbare Schwimm-Schnecke, die in einem Kammerl neben dem Pool gefunden wird. Warum hat es sowas in Madeira nicht gegeben? Dann gibt es aber doch den Rückzug in den Hot Pool. Auch der entspricht in der Temperatur jenem von Madeira.

Diese Tatsache lässt den Verdacht aufkommen, dass es zwischen der Steilheit von Straßen und den Temperaturen von Swimmingpools einen direkten Zusammenhang gibt. Ich glaube, wir sind da auf eine ganz heiße Spur gestoßen. Wir sollten einen eigenen Youtube-Kanal für diese Theorie gründen. Die Lügenpresse berichtet ja von solchen Wahrheiten nicht!

Günstiges Eigenheim in ruhiger Lage vorzugsweise an Heimwerker abzugeben.

In der Früh wurde übrigens ein tolles Feature entdeckt: Gleich neben dem Pool gibt es eine Dusche und ein Klo. Die Dusche ist im Gegensatz zu der im Haus hoch genug für Mura und das Klo hat im Gegensatz zum dem im Haus ein Fenster, wo die Aromen abziehen können. Das andere hat zwar einen Abzug, den man einschalten kann, der tut aber nichts. So wird das Außenklo kurzerhand zum Kackklo ernannt. Und warum markiert Libre Office jetzt dieses Wort als unbekannt?

Dann meint ein nicht näher benanntes Mitglied der Taskforce, dass die eigentlich auf Reisen übliche Vorgangsweise – nur Frühstück und Abendessen zu essen – heute nicht funktionieren wird, weil er Hunger hat. Das könnte auch damit zu tun haben, dass nebenan ein Restaurant ist, dessen Küchendüfte immer zum Pool wehen. Also wird in die Ortschaft marschiert und die Suche nach Lokalen gestartet. In der Fußgängerzone, wo wir in der Früh gelandet sind, wird man fündig.

Fällt das Wasser steil zu Tal, ist es wohl ein Wasserfall!

Es ist die Snack Bar „Picnic“. Ein Picknick kommt jetzt gerade recht. Es wird aber nicht viel gegessen, nur ein Sandwich mit Pommes plus Cola. Ein nicht näher genanntes Mitglied der Taskforce zwei davon. Diese vier Mahlzeiten kosten zusammen etwa die Hälfte davon, was auf Hawai’i eine Portion Burger mit Pommes plus Cola gekostet hat. Damit es nicht ganz so peinlich wenig ist, wird 20 % Trinkgeld gegeben.

Auf der Wanderung zum Lokal, die übrigens die erste auf dieser Reise ist, die alle mitgemacht haben, wurde ein kleiner Supermarkt ausgekundschaftet. Diese Tatsache wird am Rückweg heimtückisch ausgenutzt, um noch fehlende Sachen einzukaufen. Da der Rückweg kurz ist, kann diesmal auch Eis gekauft werden. Dann wird noch eine weitere Parallele zu Madeira herausgefunden. Die Liegen am Pool eignen sich hervorragend zum Blogschreiben. Das WLAN reicht locker bis dorthin also werden auch andere wichtige Arbeiten wie Youtube schauen und Internet surfen dort erledigt.

Über sieben gefährliche Brücken musst du gehn.

So wird herausgefunden, dass die dunklen Mächte eine Naturkatastrophe nach Spanien statt auf die Azoren geschickt haben. Wahrscheinlich, weil Mura vor ein paar Wochen dort war. Also die Sonne entschwand wechseln alle von der Pool-Couch auf die Wohnzimmer-Couch. Denn ein wichtiger Programmpunkt des heutigen Tages fehlt noch: Die Planung der Programmpunkte des morgigen Tages.

Da übermorgen ein Regentag angekündigt ist, muss der Tag morgen ausgenutzt werden. Was für morgen beschlossen wurde, wird hier natürlich noch nicht verraten, sonst schaut sich ja morgen niemand mehr den Blog an! Weil es so schön ist, wird dann Samstag auch gleich verplant.

Levada!

Eigentlich haben wir zum verspäteten Lunch nur ein (oder zwei) Sandwich gegessen, damit wir am Abend richtig essen gehen können. Dann hat aber keiner mehr so richtig Hunger. Einer von uns selbst erstellten Studie zufolge ergeben die Chips, das Cola und das Eis, das daheim vorhanden ist, eine vollwertige Mahlzeit. Also wird das Essen gehen fallen gelassen. Tami tanzt etwas aus der Reihe, weil er auch noch etwas richtiges isst.

Der erfolgreiche Tag wird dann mit Ausnutzung der guten Internetverbindung abgeschlossen. Morgen warten wieder unbeschreibliche Abenteuer auf die ICB-Taskforce.

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