Da gestern alle schon um 0600 aufgestanden sind, sind um 2200 alle so müde gewesen, dass sie schlafen gegangen sind. Deshalb sind heute um 0600 schon wieder alle wach gewesen. Wir werden das Frühstück in Sehrfrühstück umbenennen müssen. Da es immer noch keinen Spam gibt, muss man kreativ sein. So werden heute Oktopus aus der Konserve und Hühnerwurst gegessen.

Freddy VIII. wirft seine Toasts zwar immer noch nicht aus, aber er toastet sie immerhin schnell. Wenn man ein gestern gekochtes Ei aufschlägt und es sind Eiskristalle im Ei, dann ist wohl der Kühlschrank etwas zu kühl eingestellt. Also wird von 2 auf 4 Grad raufgedreht. Auf die Gefahr hin, dass das Bier zu warm wird.
Der Plan für heute ist schlauerweise schon gestern ausgeheckt worden. Die Fahrt geht nach Furnas. Dort gibt es einen See, um den man herum wandern kann und heiße Quellen und Fumarole. Heute sind alle 3 mit dabei. Nein, das ist kein Tippfehler. Schon um 0830 geht die Fahrt los. Nach kurzer Fahrt fahren wir auf einen Traktor auf.

Irgendwer macht den dummen Scherz, dass dieser Traktor jetzt bis zum Parkplatz in Furnas vor uns fahren wird. Aber er fährt immerhin flott. Oft legt er sich schneller in die Kurven als wir dahinter. Er hat eine Tank-Anhänger. Wir rätseln, ob Milch oder Gülle damit transportiert wird. Oder abwechselnd beides.
Der Traktor macht jede Abzweigung, die uns das Navi vorgibt mit uns mit. Bis zur Stadt Furnas. Dort biegt er nach rechts ab, während wir geradeaus weiter fahren. Ha! Abgehängt! Zur Abwechslung mal ein dummer Scherz, der nicht in Erfüllung gegangen ist. Kurz darauf biegen wir rechts ab, ein Stück weiter vorne noch einmal. Dann kommen wir zu einer Kreuzung, wo der Rechtskommende Vorrang hat. Der Traktor mit dem Tank-Anhänger nämlich.

Wir folgen dem Traktor bis zum Parkplatz bei den Fumarolen. Dort müssen wir 3 € Eintritt pro Person zahlen. Der Parkwächter will nur 6 € kassieren. Um positives Karma zu sammeln, sagen wir ihm, das wir zu dritt sind. Erster Programmpunkt ist das Anschauen der heißen Quellen. Routinierte Blog-Leser wissen bereits, was das bedeutet: Es blubbert und stinkt.
Dann wird die See-Runde angegangen. Einmal rund herum sind 8 km. Da die Seehöhe eines Sees an jedem Ufer ziemlich gleich ist, sind kaum Höhenmeter zu überwinden. Mura hängt natürlich alle ab und läuft voraus. Unterwegs gibt es noch einen kleinen Umweg zu einem der höhsten Bäume hier, den Tami und Peter gehen.

Wegen seines hohen Tempos muss Mura dann bei der Hälfte des Weges sitzen bleiben und auf die anderen warten. Die sind ja auch älter als er, drum können sie nicht so schnell. In Rekordzeit wird die Runde absolviert. Das Wetter ist schön geblieben. Das positive Karma hat sich voll ausgezahlt. Bei der Weiterfahrt wird sicherheitshalber geschaut, ob kein Traktor in der Nähe ist. Nächstes Ziel sind die heißen Quellen von Furnas, in denen man Baden kann.
Mura macht da lieber nicht mit und fährt Mittagessen, nachdem er die anderen abgesetzt hat. Frohen Mutes gehen die durch den Eingang. Dort steht aber ein Security, der fragt, ob man schon Eintrittskarten gekauft hat. Die kann man nämlich nicht an der Kasse kaufen, sondern ausschließlich online im Internet.

Aber es gibt einen großen QR-Code beim Eingang, wo man das gleich schnell und unkompliziert erledigen kann. ICBeters Datenroaming funktioniert im Gegensatz zu Tamis glücklicherweise. Also schnell die Webseite mit dem QR-Code aufgemacht. Man muss nur Namen, Heimatadresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer sowie gewünschte Eintrittszeit angeben und schon kann man auf Absenden drücken. Bezahlmethode muss man halt noch auswählen.
Es gibt Kreditkarte und Paypal. Da es bei Paypal in Gegensatz zur Kreditkarte noch nie Probleme gegeben hat, wird das genommen. Es ist leider ein Fehler aufgetreten. Also Kreditkarte. Das geht verblüffenderweise. Also haben wir jetzt zwei Eintrittskarten für 1300. Es ist 1255. Der Securitymensch ist aber gnädig und lässt uns schon rein.

Man kann auch Handtücher und ein Kastl dazu mieten. Das kann man aber nicht online mit dazu buchen. Das muss man an der Kasse bezahlen. Man bekommt die Handtücher und Kastlschlüssel aber nicht an der Kasse. Sondern nur einen ausgedruckten Bon mit einem QR-Code drauf. Damit kann man sich im Giftshop die Sachen dann abholen.
Aber vorher muss man bitte noch die online gekauften Tickets herzeigen, die man per E-Mail bekommen hat. Weil da drauf ist nämlich – richtig – ein QR-Code, mit dem man durch das Drehkreuz am Eingang gehen kann. Blöd, wenn das Handy das PDF mit den Tickets nicht aufmachen kann.

Aufgrund der immer länger werdenden Schlange ungeduldig werdender Kunden hinter uns, meint die Kassiererin, wir sollen einfach den Namen sagen, auf den wir reserviert haben. Sie kann uns einen Bon ausdrucken, auf dem der QR-Code ist, mit dem das Drehkreuz aufgeht. Das funktioniert sogar. Der Giftshop ist gleich hinter der Kassa.
Dort wird der QR-Code auf den Bons gescannt. Nein, nicht der QR-Code für den Eintritt, sondern der für die Handtücher und den Kastlschlüssel. Für jedes Handtuch sind dann noch 20 € Einsatz zu zahlen, die man bei Rückgabe zurück bekommt. Aber mit Kreditkarte kann man das nicht zahlen. Das geht nur bar. Zum Glück haben wir genug Bares mit. Damit sind wir endgültig drinnen.

Das was mit Abstand das schwerste, das wir seit langem auf einer Reise machen mussten. Der Schlüssel zum Kastl geht mit NFC-Funk. Nicht mit einem QR-Code! Umkleidekabinen gibt es genug. Es gibt insgesamt 4 Pools. Bei allen ist die Temperatur angeschrieben. Sie ist überall 39 °C. Sie sind aber unterschiedlich tief und haben verschiedene Wasserfälle eingebaut.
Aber in jedem Pool gilt: Man spricht Deutsch. Die Zeit ist auf 90 Minuten pro Person begrenzt. Dann muss man wieder verschwinden. Praktischerweise sind aber nirgends Uhren angebracht. Es haben aber alle, die zur gleichen Zeit gekommen sind, ein Armband mit der gleichen Farbe. Wenn die alle abhauen, ist es Zeit, selbst aufzubrechen.

Schnell angezogen und die Handtücher zurück gebracht. Die 40 € bekommen wir auch wieder. Tami kauft noch schnell eine Kuschel-Spinne. Die kann man mit Kreditkarte zahlen. Quizfrage für unsere Blog-Leser: Was müssen wir machen, um durch das Drehkreuz nach draußen gehen zu können?
Mura wird dann online angefordert und holt beide ab. Ins Navi wird ein Supermarkt eingegeben. Als es anzeigt, dass das Ziel erreicht ist, sind wir mitten in der Pampa. Weg von jeder Zivilisation. Quizfrage an die Blog-Leser: Für welche Reise haben wir jetzt ein Dejavu-Erlebnis? Also wird die Homebase als neues Ziel eingetippt.

Als die Strecke angezeigt wird, fahren wir gerade an der richtigen Abzweigung vorbei. Umdrehen ist bei den Straßen hier sowieso undenkbar. Aber das kluge Navi routet um. So geht es über Berg und Tal auf engen und kurvig en Straßen dahin. Zum Glück kommt uns fast nie wer entgegen, denn keiner ist so verrückt, diese Straßen zu nehmen.
Ein Viewpoint verzögert die Fahrt noch etwas, aber die Fahrt geht gut zu Ende. In der Nähe unseres Hauses ist noch ein weiterer Supermarkt. Wir probieren mal den aus. Es ist aber schlechter als der, den wir gestern hatten. Wir werden dem also treu bleiben. Immerhin wird ein Fliegenpracker gefunden. Zuhause angekommen wird die Zeit bis zum Abendessen am Pool überbrückt. Die Kirchenglocken spielen heute eine Melodie. Wahrscheinlich, weil Halloween ist. Nein, nicht die Big Ben-Melodie wie sonst, sondern eine richtige.
Da schon am Nachmittag viele Halloween-Kinder gesichtet worden sind, wurden sicherheitshalber billige Zuckerln eingekauft, um sie den marodierenden Horden zuwerfen zu können. Schließlich ist die Zeit für das Abendessen gekommen. Mura hat im Vorfeld Tipps vom Vermieter des Hauses bekommen. Eines von den empfohlenen Lokalen ist gleich um die Ecke.
Nach kurzer Suche ist es gefunden. Drinnen ist alles reserviert, aber draußen ist noch Platz. Da die Temperaturen angenehm sind, wird das in Kauf genommen. ICBeter und Tami essen gegrillten Oktopus. Mura bleibt sicherheitshalber beim Steak. Außer in Schottland hat er damit nie schlechte Erfahrungen gemacht. Zur Vorspeise gibt es noch Shrimps. Das ist so eine ähnliche Sauerei wie beim Boiling Crab in den USA. Nur, dass es kein Plastik-Lätzchen gibt.
Es laufen schon Kinder in Halloween-Kostümen herum. Eines hat das Prinzip des Süßigkeiten sammelns noch nicht ganz verstanden und will uns einen seiner Schlecker schenken. Mura lässt den Reis übrig. Wenn es morgen regnet, wissen wir, wer schuld ist! Am Abend geht in der Nachbarschaft noch eine Alarmanlage los. Sie hat bis jetzt nicht aufgehört. Wir werden morgen berichten, ob sie die ganze Nacht durchgeheult hat.