Erst um 0700 sind alle aufgestanden. Anscheinend passen sich langsam alle an die neue Zeitzone an. Zum Frühstück gibt es heute als Special Muscheln. Freddy IX. tostet brav seine Toasts, auch wenn man beim Auswerfen immer noch nachhelfen muss. Bimbo-Toast gibt es beim Continente nicht. Deshalb wurde Continente-Toast gekauft. Der hat auch Normalgröße.

Tami hat schon vor dem Frühstück geduscht. Als ICBeter dran ist, geht nach drei Minuten das Warmwasser aus. Vielleicht muss es sich einfach noch aufheizen. Aber auch eine Stunde später gibt es im ganzen Haus kein Warmwasser. Also muss wieder eine Whatsapp geschickt werden. Da trifft es sich gut, dass die Betreuerin selbst eine Nachricht geschickt hat, ob denn jetzt eh alles ok sei.

Da kann gleich nein zurück geschrieben werden. Es wird gleich jemand vorbei geschickt. Tatsächlich kommt nach kurzer Zeit jemand und fährt zur Garage. Kurz darauf geht alles wieder. Wahrscheinlich eine neue Gasflasche angeschlossen. Wir sind schon neugierig, was in unserem verwunschenen Haus als nächstes passieren wird.

Dann kann es ja losgehen. Heute ist der Wanderweg „Ladeira dos Moinhos“ geplant. Er hat nur 3,4 km und 162 Höhenmeter, also kommen heute alle mit. Mura versucht heute, im Auto auf den Rücksitz einzusteigen, muss aber vor den zu kleinen Türen kapitulieren. Es geht in den Norden der Insel. Nach Sao Roque. Dort ist der Startpunkt. Es ist dort ein Parkplatz für genau ein Auto. Nämlich unseres.

Die Sonne scheint, aber in den Bergen hängen die Wolken. Die werden dort aber sicher bleiben. Das kennen wir von Madeira. Auf dem Berg hängen die Wolken und es regnet andauernd. An der Küste ist herrlicher Sonnenschein. Dann geht es los, immer der Markierung nach. Mura geht doch nicht den ganzen Weg mit. Als die Fitnessuhr eine runde Kilometer-Anzahl zeigt, dreht er um.

ICBeter und Tami verfehlen nur einmal kurz den Weg. Als der wieder gefunden wird, geht er entlang eines Baches. Irgendwann geht der Weg dann in ein paralleles ausgetrocknetes Bachbett über. Dann in ein nicht mehr ausgetrocknetes. Da es auch noch gut bergauf geht, ist es eine richtige Canyoning-Erfahrung.

Nach dem Canyon kommt eine asphaltierte Straße. Die Kühe schauen uns alle entgeistert an. Es kommen wohl nicht viele Menschen hier vorbei. Nach einem kurzen Straßenstück geht es wieder bergab. Wieder entlang eines Baches. Irgendwann vereinigen sich dann Bach und Gehweg. Aber nicht mit einem kleinen Rinnsal wie bergauf, sondern mit knietiefem Wasser und einem kleinen Wasserfall.

Da das jetzt echtes Canyoning wäre, wird zum Rückzug geblasen. Zurück bei einer Straße will gerade ein anderer Wanderer diesen Weg nehmen. Wir sagen ihm Bescheid. Bis zum Bach geht er aber trotzdem noch. Am Handy wird schnell der beste Weg über die Straßen zum Ausgangspunkt gesucht. Der wird dann marschiert. Alte Pfadfinder verirren sich eben nie. Vor allem die mit GPS.

Mura und das Auto werden angetroffen. Jetzt steht Sightseeing auf dem Programm. Es gibt ein Naturbad in der Nähe. Dort wird hingefahren. Es badet aber niemand. Danach stehen noch einige weitere Miradouros an der Küste auf der Liste, die abgearbeitet wird. Auch an Weingärten kommen wir vorbei. Die sehen etwas anders aus als im Burgenland. So mit seltsamen Steinmauern.

Alle unsere Ausfahrten haben eine gemeinsame Konstante: Wir kommen beim Continente vorbei. Es muss wieder allerhand nachgekauft werden. Dann geht es ab nach Hause. Mal sehen, ob wieder etwas kaputt geworden ist. Auf den ersten Blick nicht. Weil Mura am Vormittag schon den Pool getestet hat, muss ICBeter das jetzt auch tun.

Das Wasser ist leider nicht so warm, wie im Hotpool in Povoacao. Auch nicht so warm wie im Coldpool. Also wird die Aktion nach einer gefühlten halben Stunde beendet. In der Küche droht der Plastik- und Metallsack schon überzugehen. Zum Glück kommt das ominöse Mädchen morgen und wird das alles ausleeren.

Weil er heute schon einmal aus dem Haus gewesen ist, verweigert Mura das Mitfahren zum Abendessen. Also fahren ICBeter und Tami schnell zum Roadside Cafe vor der Ortschaft. Dort sind alle Tische frei. Das Aussuchen des Essens geht flott, denn es gibt nur Burger. Entweder mit Rindfleisch oder Hendl. Entweder mit Pommes oder ohne. Die Kellnerin weiß die ganze Speisekarte auswendig.

Sie ist gleich Köchin und Barkeeperin in Personalunion. Natürlich gibt es einen großen Fernseher mit Fußball. Kein Spiel, aber Berichte über Fußball. Die Burger sind keine Delikatessen, aber für 8 € für einen Burger mit Pommes + 1 Getränk nicht schlecht. Am Abend werden noch Pläne für die kommenden Tage gewälzt und der Tag für beendet erklärt.
