Dia 13 – Fajal

Heute wird gestaffelt aufgestanden. Nicht zufällig, sondern geplant. Denn heute heißt es einen Termin einhalten. Es wird mit der Fähre auf die Nachbarinsel Fajal gefahren. Das ist nicht so eine Fähre, die alle 30 Minuten fährt wie die von Larkspur nach San Francisco. Die fährt nur alle paar Stunden. Also muss man pünktlich sein.

Drüben ist dann eine Tour gebucht worden, die die wichtigsten Punkte der Insel zeigt. Da bei dieser ein Mittagessen inkludiert ist, kann das Frühstück ausfallen. So kommen wir unter Einhaltung eines strengen Badezimmerplans rechtzeitig weg. Die Fähre legt in Madalena ab. Dort am Hafen gibt es viele Parkplätze. Es gibt aber auch exakt so viele Autos wie Parkplätze dort.

Wir schiffen uns ein.

Als Profi-Portugal-Reisende wissen wir aber, das man das Auto überall hinstellen kann, wo nicht explizit ein Parkverbot ist und man den Verkehr nicht allzu sehr blockiert. Also wird die Karre 200 m weiter bei einer Mauer abgestellt. Außer uns steht noch ein zweites Auto da, also kann nichts sein.

Die Tickets wurden schon vorher gekauft. Das spart Zeit. Zeit, die wir jetzt mit Warten verbringen können. Und mit Zuschauen, wie die Fähre anlegt. Es ist übrigens kein Speedboat, sondern so ein richtiges Schiff. Erst fahren die Autos runter. Dann gehen die Leute raus. Dann fahren die nächsten Autos rauf, dann bringt die Rettung Patienten aufs Schiff. Zum Schluss dürfen die Fußgänger einsteigen.

Land in Sicht!

Wir gehen ganz hinauf in den 2. Piso. Dort hat man den Überblick. Es ist bewölkt, aber es regnet nicht. Als alter Pfadfinder sieht ICBeter gleich, dass das so bleiben wird und uns kein Regen droht. Das Schiff legt ab und in etwa einer halben Stunde sind wir in Horta, der Hauptstadt von Fajal. Ein paar Minuten muss man zum Treffpunkt gehen.

Zum ausgemachten Zeitpunkt kommt dann der Kleinbus. Außer dem Tourguide sind noch zwei aus den USA mit dabei. In 5 Stunden kann man von der Ostküste auf die Azoren fliegen. Das ist schneller, als aus Wien. Naja, mit Umsteigen halt. Los geht es gleich zum ersten Halt. Er ist auf einer Anhöhe neben der Stadt. Oben stehen 4 Polizisten herum.

Eingebuchtet

Was sie dort bewachen, erschließt sich auf den ersten Blick nicht, denn es ist sonst niemand da. Also können sie nur wegen uns da sein. Dann geht es zum zweiten Stopp. Es ist Capelinhos. Das ist das jüngste Stück Land der Azoren. Die letzten Vulkanausbrüche waren hier 1958.

Dort steht auch ein alter Leuchtturm. Man kann auch einen Hügel aus Vulkanasche rauflaufen. An sehr windigen Tagen fliegt einem hier der Sand ordentlich um die Ohren. Heute ist ein sehr windiger Tag. Etwa 100 km/h. Gefühlte 300. Jedenfalls mindestens ein Hurrikan der Kategorie 4. Wenn man genug Sand zwischen den Zähnen spürt, weiß man, dass es Zeit ist wieder runter zu gehen.

Vulcao des Capelinhos

Der Guide erzählt auch über die Geschichte der Insel. Nach einem Vulkanausbruch im 17. Jahrhundert sind viele Einwohner nach Brasilien ausgewandert. Nach dem Ausbruch 1957/58 dann viele in die USA. 1998 gab es ein großes Erdbeben, dass viele Häuser zerstört hat.

In Horta ist auch ein Spital, das für drei Inseln zuständig ist. Daher fahren auch immer Rettungsautos auf die Fähre. Dann geht es zum Ufer hinunter. Man kann ganz bis dort hin gehen, wo die Wellen enden. Tami traut sich aber nicht.

Leuchtturmprojekt

So wird ein Miradouro nach dem anderen abgeklappert. Während bei Capelinhos noch die Sonne durchgekommen ist, ist es jetzt stark bewölkt. Dann gibt es Mittagessen. Wir sind in einem Lokal mit einem All you can eat Buffet. Es gibt Huhn, Rindfleisch und Thunfisch. Der Thunfisch ist sogar recht gut. Dann gibt es noch ein Eis und ein Stamperl.

Vaca trotzt dem Hurrikan

Dann geht es wieder weiter. Wir kommen zu Miradouro de Nossa Senhora da Conceição. Ein riesiges Monument mit einer überdimensionalen Marienstatue. Kurz nachdem wir dort angekommen sind, bleibt ein großer Bus stehen und eine Horde deutscher Rentner fällt über den Ort herein. Da hilft nur rasche Flucht und so geht es weiter.

Es geht höher hinauf und das heißt auf so einer Insel meistens rein in Nebel und Regen. Der Guide meint bei einem Stopp, dass hier eine schöne kleine Wanderung wäre. Es macht aber niemand Anstalten, den Bus verlassen zu wollen. Sogar Mura verzichtet heute aufs Wandern. So werden dann noch ein paar Stellen angefahren.

Das waren mal Häuser, bis der Vulkan ausgebrochen ist.

Dann geht es wieder zurück nach Horta. Dort regnet es immerhin nicht. Es gibt eine Stadtrundfahrt. Am Ende werden wir beim Hafen wieder raus gelassen. Bis zur Abfahrt der Fähre dauert es noch eine Stunde. Diese Stunde wird mit Warten verbracht. Wir finden auch den Taxi-Stand. Den werden wir auf dieser Reise noch brauchen. Warum wird aber noch nicht verraten.

In der Fähre geht ICBeter in den 1. Piso zu den Sitzen im Inneren. Mura und Tami gehen wieder in den 2. Piso hinauf. Als sie sehen, dass alle Sitze nass sind, gehen sie wieder runter. Als routinierte Touristen wissen sie nämlich, dass man dort, wo es nass ist, auch nass werden kann. Beispielsweise auf einem Speedboat. Da diese Erfahrung auf dieser Riese schon erledigt ist, wird das ausgelassen.

Die Welle

In Madalena angekommen schauen wir erst mal, ob das Auto abgeschleppt worden ist. Da beide Hausschlüssel im Auto sind, wäre es suboptimal, wenn wir es erst morgen früh wieder ausfassen könnten. Aber es ist noch da und es ist auch kein Strafzettel dran. Das ist ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft.

ICBeter muss dann noch Ansichtskarten aufgeben. Neben der Kirche gibt es Postkästen. Gleich zwei. Einen roten und einen blauen. Auf beiden steht das gleiche drauf. Jetzt ist guter Rat wieder teuer. Da sich auf Madeira der rote bewährt hat – die Karten sind nach drei Monaten angekommen – wird diesem wieder das Vertrauen geschenkt.

Badegelegenheit

Wie immer führt der Heimweg am Continente vorbei. Also wird erst mal eingekauft. Da wir heute schon Essen gegangen sind, wird nur was für Abendessen daheim gekauft. Da heute Martini ist, muss es eigentlich ein Gansl sein. Oder halt Ente, ist das gleiche. Also werden Enten-Kroketten gekauft und noch Sandwiches.

Damit lässt sich daheim arbeiten. Auch daheim hat der Hurrikan mindestens Stufe 3. Aber wir sind zuversichtlich, dass die Bude noch ein paar Tage durchhält. Weil heute schon wieder Halbzeit auf dieser Reise ist, muss ICBeter seine Wäsche waschen. Denn die ist genau auf die Hälfte berechnet worden. Damit die die Abendbeschäftigung gesichert.

Noch eine Bucht

One thought on “Dia 13 – Fajal

  1. Der blaue Briefkasten (Correio azul) ist fuer Expresszustellung, was einen Zuschlag auf die normale Gebühr bedeutet und nur bis zur portugiesischen Grenze garantiert wird (wie mir mal ein Postbeamter erklärte).

    Der rote Briefkasten ist für den normalen Schriftverkehr.

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