Tag 21 – Franz Josef Gletscher

Um 0800 ist Tagwache und die dunklen Wolken haben sich verzogen, es scheint die Sonne. Die Duschen haben auch keine Zeitbeschränkung, es verspricht also ein guter Tag zu werden. Vielleicht ist uns das Schicksal wohlgesonnen, weil wir gestern den neuseeländischen Staat unterstützt haben und wieder Deppensteuer in Form von Rubbellosen gekauft haben. Wir haben sogar gewonnen!!! Zwei Gratis-Rubbellose nämlich. Aber mit diesen beiden werden wir den großen Gewinn machen!

Zum Frühstück gehen wir wieder in die große Küche. Frodo bekommt heute einen freien Tag, es wird nur Brot gegessen. Tonittt verweigert das Frühstück heute komplett. Als wir mit dem Frühstück fertig sind, beginnt es auch schon wieder zu regnen. Wer hat diesmal wieder nicht aufgegessen? Wir räumen das Feld und gehen zum Wohnmobil zurück. Es ist inzwischen 1030 also etwa eine halbe Stunde nach Checkoutzeit. Der Campingplatz ist bereits fast völlig leer, nur 5 oder 6 Wohnmobile stehen auf dem Campingplatz mit über 100 Plätzen noch herum.

Da kommt jemand mit seinem Wohnmobil und klopft an unsere Türe. Wir stehen wohl auf seinem Platz. Von den 100 freien Stellplätzen haben sie jetzt um 1030 ausgerechnet unseren vergeben! Also wird schnell die Ladung gesichert und es geht los. Wir fahren zum Franz-Josef-Gletscher. Das Navi zeigt uns an, dass wieder Dirtroad gefahren werden muss, aber das schreckt uns jetzt nicht mehr.

Diesmal hat sich das Navi aber geirrt, die ganze Straße ist asphaltiert. Dafür sind alle paar hundert Meter Schwellen eingebaut über die man nur mit 10 km/h fahren kann. Uns werden einfach überall Hindernisse in den Weg gelegt. Beim Parkplatz angekommen regnet es immer noch munter vor sich hin. Tonittt und Georgi entschließen sich daher, das Wohnmobil zu hüten, während die anderen zum Gletscher aufbrechen.

Tapfer kämpfen sie sich durch strömenden Nieselregen um über jahrtausende alte Gletschermoränen in Richtung Gletscher vorzudringen. Dabei trifft man allerhand interessante Leute mit kurzen Hosen, Mädels mit Halbschuhen (eigentlich eher Viertelschuhe) oder gar Flipflops. Kurz vor Beginn des Gletschers ist dann ein Zaun, der den weiteren Weg versperrt. Dahinter darf man nur mit einer geführten Tour. Die ist bei dem Wetter aber keine gute Idee.

Taskforce Franz-Josef-Gletscher

Taskforce Franz-Josef-Gletscher

Dieser Gletscher fließt täglich einen halben Meter nach unten. D. h. Er ist eigentlich nie so, wie er noch gestern gewesen ist. Benannt wurde er von einem österreichischen Entdecker, der ihn nach dem guten, alten Kaiser genannt hat. Nach ein paar Fotos wird der Rückzug angetreten, da schnell klar wird, das hier bei diesem Wetter kein Schritt in Richtung Weltherrschaft gemacht werden kann.

Am Rückweg hört der Regen allerdings auf und es kommt sogar zaghaft die Sonne heraus. Das motiviert Georgi, auch ein Stück des Weges zu gehen. Zumindest solange, bis er den Gletscher sehen kann. Dann wird das nächste Ziel eingegeben: Queenstown. Das Navi sagt etwa 5 Stunden Fahrt, aber es sind immer mehr als dort steht. Jeder Bach, der überquert wird, hat hier eine eigene Tafel, auf der sein Name steht. Oft war man nicht sehr kreativ und die Bäche heißen „Davis Creek No. 1“ und „Davis Creek No. 2“.

Nach 1,5 Stunden gibt es Fahrerwechsel. Auch der Regen holt uns wieder ein, aber im Wohnmobil ist uns das egal. Irgendwann leuchtet wieder das Treibstoff-Warnlamperl auf. Das ist insofern blöd, als schon eine gute Stunde keine Tankstelle mehr zu sehen war und auch sonst keine Anzeichen von Zivilisation zu sehen sind. Der Zeiger geht wieder mal nach unten und wir fahren nur durch Wälder. Ob es sich diesmal wieder ausgeht?

Als sich schon alle aufs Schieben eingestellt haben, taucht plötzlich eine Siedlung mit einer kleinen Tankstelle auf. Es gehen diesmal 78 Liter in den Tank. Es wird immer mehr. Mit ein paar Fotostopps unterwegs geht es dann schließlich nach Queenstown. Im Top-10-Campingplatz sind praktisch alle Plätze belegt, gut dass wir reserviert haben. Weil wir nichts zu Essen eingekauft haben, gehen wir heute wieder ins Restaurant essen. Wir finden so ein Gangster-Restaurant. An den Wänden sind Portraits von berühmten Gangstern und Mafiapaten und bekannte Zitate von ihnen. Wo sind wir da nur hingeraten?

Während Tonittt Fisch bestellt, futtern alle anderen Sparerips. Schließlich hat es schon lange nichts gegrilltes gegeben. Das Ripperl, das dann kommt, ist ca. 15 x 25 cm groß. Mura hat sicherheitshalber vorher eine Muschel-Vorspeise gegessen, damit es nicht zu wenig wird. Tami und Mura essen dann noch eine Nachspeise, weil Ordnung muss sein.

Danach geht es zurück zum Campingplatz. Die Internet-Verbindung ist schlecht und das Bezahlen des Kauf-Zuganges funktioniert nicht. Das sind schlechte Vorzeichen, aber keiner hat gesagt, dass es leicht werden wird…

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