Dia 6 – Whale Watching

Mura steht heute schon als erster um 0500 auf. Die beiden anderen folgen um 0530 und 0600. Denn heute heißt es pünktlich bei der Abfahrt zum Whale Watching sein. Das ist nämlich auf heute verschoben worden. Da man rund eine Stunde nach Ponta Delgada fährt, muss rechtzeitig abgefahren werden. Das langwierige Frühstück machen entfällt zum Glück, denn es ist noch mehr als eine ganze Pizza von gestern übrig. Die wird schnell verputzt und los geht es.

Obwohl Povoacao und Ponta Delgada beide an der Südküste liegen, ist die Fahrtzeit genau so lang, wenn man zuerst an die Nordküste fährt und dann wieder zurück nach Süden. Wegen den dort gut ausgebauten Straßen. So kann auch ein Traktor gemütlich auf einer zweispurigen Strecke überholt werden. Pünktlich kommen wir in Ponta Delgada an.

Das Schiff wartet schon auf uns!

Gleich beim Hafen gibt es auch ein Parkhaus. Mit vielen freien Plätzen gleich am Anfang. Nein, wir haben uns nicht auf Behinderten/Frauen/Mütter-Parkplätze gestellt! Die waren einfach so alle frei. Zum Hafen sind es nur ein paar Schritte. Wir melden uns beim Checkin mit unserer Reservierung und bekommen jeder ein gelbes Kärtchen.

An der Anlgegestelle steht ein mittelgroßes Schiff mit dem Namen unseres Veranstalters darauf. Daneben steht ein kleines Speedboat mit ca. 20 Sitzplätzen. Mura macht den dummen Scherz, dass wir sicher mit dem Speedboat fahren und nass werden werden. Aber das Schiff wird schon vorbereitet und es wird wohl doch ein gemütlicher Vormittag werden.

Auch Schnellboote für Abenteuer-Touristen legen hier an.

Nach ein paar Minuten warten werden dann alle mit einem gelben Kärtchen eingesammelt. Die mit den weißen Kärtchen sollen noch nicht mitkommen. Seltsam, dass nach Farbe sortiert wird. Dann kommen die Instruktionen. Man kann sich zwischen Portugiesisch und Englisch entscheiden. Nach kurzer Überlegung entscheiden wir uns für Englisch. Es wird erklärt, welche Viecher es möglicherweise zu sehen gibt.

Dann muss noch jeder unterschreiben, dass er für seinen Tod selbst verantwortlich ist. Außerdem die E-Mail-Adresse hinschreiben, um daheim dann Spam zu bekommen. Dann kommen noch Sicherheitshinweise, z. B. dass wir auf dem Speedboat nur dann aufstehen sollen, wenn der Guide es sagt. Und er zeigt die Rettungsweste, die sich automatisch aufbläst, wenn man ins Wasser fällt.

Tami und ICBeter sind voll ausgerüstet. Ob es benötigt wird?

Falls das nicht funktioniert, kann man die Weste mit einem Zug an einer Schnur händisch aufblasen. Wenn das auch nicht funktioniert, kann man sie mit einem Mundstück aufblasen. Wenn das auch nicht funktioniert, dann haben sie eh unsere Unterschrift, dass wir selbst schuld sind. Draußen gibt es noch wasserdichtes Schutzgewand. Eine dicke Jacke und wer will, auch noch eine Hose.

Tami entscheidet sich auch für die Hose. Mura und ICBeter meinen, das wird man schon nicht brauchen, denn die anderen nehmen auch fast alle keine Hose. Und wenn sie ein bisserl nass gespritzt wird, wird sie bei der danach geplanten Besichtigung von Ponta Delgada schnell wieder trocknen. Wir setzen uns im Boot nicht ganz vorne hin, denn dort ist es sicher am nassesten.

Delfine zum Aufwärmen

Mura zur Sicherheit ganz nach hinten, die anderen am rechten Rand ganz in der Mitte. Los geht die Fahrt. Es wird ca. 45 Minuten dauern, bis wir an dem Ort sind, wo die Wale heute sind. Diese werden von der Insel aus erspäht und den Booten mitgeteilt. Diese Wal-Späher gibt schon seit alten Walfangzeiten. Heute jagen nur mehr die Touristen die Wale.

Das ist im Prinzip ein Abenteuerspiel für Touristen. Sie werden aufs Meer hinaus gefahren, dort ist ihre Aufgabe, auftauchende Wale mit ihren Kameras abzuschießen. Wie bei einem Ego-Shooter. Oder wie bei Moorhuhn. Die entstehenden Fotos sind zwar zum Großteil unbrauchbar, aber es geht ja nur um den Jagdtrieb.

Ein riesiger Pottwal

Der Wind kommt von Rechts. Das ist insofern bedauerlich, als ICBeter und Tami rechts sitzen. ICBeters rechte Hosenseite ist im Nu zu 100 % gesättigt. Bei Tami ist es nur der rechte Schuh. Dann bleibt das Boot stehen. Eine Gruppe Delphine ist da und schwimmt durch die Gegend. Die Touristen können da schon mal probeschießen. Dann geht es mit Highspeed weiter. Das ist egal, denn die Hose kann eh kein zusätzliches Wasser mehr aufnehmen.

Irgendwann sehen wir dann in der Ferne etwas großes auf dem Wasser schwimmen und fahren darauf zu. Es sind Boote mit Touristen. Auch das Schiff von unserem Veranstalter aus dem Hafen ist mit dabei. Wahrscheinlich die mit den weißen Kärtchen. Sie stehen gemütlich an der Reeling ohne Rettungsweste oder wasserdichter Kleidung.

Wir gesellen uns zu der illustren Runde dazu. Hier in der Gegend sind Pottwale. Ab sie tauchen bis zu 50 Minuten unter Wasser bevor sie wieder an die Oberfläche kommen. Das Wasser ist hier rund 1000 m tief. Sie schwimmen bis ganz nach unten und kommen dann wieder hoch. Also heißt es Geduld haben. Man kann jetzt auch aufstehen. Nach fast einer Stunde sitzen und durchgebeutelt werden ist das ein Segen.

Rückzug mit Wellenreiten

Irgendwann taucht dann ein Pottwalkalb auf. Aber nur für ein paar Sekunden. Zum Abschießen zu kurz. Aber immerhin gesehen haben wir es. Kurz darauf heißt es wieder hinsetzen. Alle Boote fahren mit Volldampf in eine Richtung. Dort taucht an ein erwachsener Pottwal auf. Der schwimmt auch lange genug, um mit allen Kameras abgeschossen zu werden.

Gut, man sieht nur einen Teil des Rückens und man käme nicht von selber drauf, dass es ein Pottwal ist. Aber es geht ja schließlich ums Prinzip. Nämlich um jenes, dass alle zu Hause damit angeben können, dass sie einen riesigen Wal gesehen haben. Dafür nimmt man schon alle Widrigkeiten wie Bandscheibenschäden und vollständige Durchnässung in Kauf.

Nachdem der Wal weg ist, ist auch die Mission erfüllt und es kann sofort zurück gehen. Es wird umgedreht und die Strecke wieder zurück gefahren. Das bedeutet natürlich, dass der Wind diesmal von links kommt. Das ist sehr gut für Tami und ICBeter, die rechts sitzen. Das ist sehr schlecht für Mura, der ganz hinten links sitzt.

Tami leert erst mal die Schuhe aus

Es stellt sich nämlich auch die Theorie als falsch heraus, dass die vorne das meiste Wasser abbekommen. Die Spitze ragt beim Fahren so weit nach oben, dass dort gar keines hin kommt. Dafür umso mehr hinten. Und um so weiter hinten, desto mehr. Mura hätte die wasserdichte Jacke nicht benötigt. Denn mit jeder Welle prasseln ca. 20 Liter Wasser auf ihn herein. Und Wellen gibt es heute viele.

Auch merken wir auf der Rückfahrt, dass es einen feinen Unterschied macht, ob man mit den Wellen fährt oder gegen sie. Dass am Anfang gefragt wurde, ob jemand Rückenprobleme hat, war keine reine Formalität. Die Bandscheiben jubeln bei jeder großen Welle. Falls wir es noch nicht erwähnt haben: Davon gibt es heute viele.

Es wird noch ein fliegender Fisch gesehen, aber natürlich nicht fotografiert, weil die Kameras sicherheitshalber unter der wasserdichten Jacke sind. Mura hat zu diesem Zeitpunkt keine trockene Faser mehr an. Schließlich kommen wir wieder im Hafen an. Weil alle nasse Schuhe, zwei nasse Hosen und einer nasses Alles hat, wird der nächste Tagesordnungspunkt – Ponta Delgada anschauen – fallen gelassen.

Jetzt heißt es ab ins Auto, eine Stunde lang heim fahren und dort raus aus den kalten Umschlägen. Dann in den Pool und den Hotpool. Aber halt, es gab noch nichts zum Mittagessen. Gleich neben dem Hafen entdeckt Mura einen Automaten, der Burger und solches Zeug verkauft. Zwar geht die Kreditkarte nicht, aber Bargeld frisst er. Der Automat, nicht der Mura.

Mura testet die vollautomatische Gastronomie

Nach kurzer Wartezeit kommt tatsächlich ein Cheesburger raus. Michelin-Sterne gewinnt er aber keine. Danach wird schnell noch das Parkhaus bezahlt. Mit Kreditkarte geht es nicht, aber Bargeld funktioniert. Zuhause angekommen wird dann am Pool noch das Restaurant für den Abend reserviert. Es soll nämlich so ein in Fumarolen gekochtes Zeug gegessen werden. Das geht nur mit Reservierung.

Man muss zwar allerhand ausfüllen, aber man bekommt dann keinen QR-Code per E-Mail, mit dem man ins Restaurant rein kommt. Das ist ein großer Fortschritt. Kein großer Fortschritt ist, das die angekündigte Bestätigungs-Mail nicht kommt. Aber das dauert vielleicht nur. Eine halbe Stunde vor der reservierten Uhrzeit ist immer noch nichts da.

Wir schmieden also einen ausgefeilten Plan: Falls die E-Mail noch kommt, fahren wir zu dem Lokal und essen dort. Fall sie nicht kommt, fahren wir auch hin und hoffen, dass ein Platz frei ist. Als wir in Furnas ankommen, ist nocht keine Mail angekommen. Somit tritt Plan B in Kraft, dass wir einfach hingehen. Es sind fast alle Tische frei. Das ist ein gutes Zeichen. Wir bekommen auch gleich einen Tisch zugewiesen.

Heimfahrt ausnahmsweise nicht in der Nacht.

Das ist auch ein gutes Zeichen. Auf der Speisekarte ist auch das Zeug, das in den Fumarolen gekocht wird drauf. Das ist auch ein gutes Zeichen. Darüber steht, dass man dieses Zeug mindestens 24 Stunden im Voraus bestellen muss. Das ist jetzt ein schlechtes Zeichen. Wir fragen die Kellnerin, ob es das trotzdem gibt. Ja, gibt es. Das ist ein gutes Zeichen und wir bestellen drei Portionen.

Die meint, dass 2 Portionen reichen werden. Da wir lernfähig sind, sagen wir diesmal nicht, dass wir sehr hungrig sind und 3 Portionen haben wollen. Die Kellnerin hat nicht gelogen, eine Doppelportion ist tatsächlich ausreichend. Es gibt verschiedene Fleischsorten, Würste und Gemüsesorten. Die sind angeblich alle in der Erde vergraben und vom heißen Dampf gekocht worden.

Mit Vulkandampf gegartes Zeug.

Nach erfolgreichem Essen wird wieder heim gefahren. Weil das Benzin zur Neige geht, bleiben wir bei einer Tankstelle stehen. Zwei Portugiesinnen stehen dort beim Terminal und versuchen verzweifelt, mit ihrer Kreditkarte zu zahlen. Aber es funktioniert nicht. Sie lassen erst mal uns vor. Alles funktioniert. Wir sind halt Tank-Profis.

Dann probieren sie es noch einmal. Wir warten ab, ob es diesmal geht. Damit wir ihnen mit ein paar Litern Benzin aushelfen können, falls es nicht geht. Sonst wären sie vielleicht für immer an dieser Tankstelle gestrandet. Es geht! Also wird die Heimfahrt fortgesetzt. Daheim angekommen wird der Tag noch unter Ausnutzung der Internetverbindung abgeschlossen.

Dia 5 – Sete Cidades

In der Früh begrüßt uns gleich Regenwetter. Das haben wir eigentlich nicht bestellt. Der Blick ins Internet sagt aber, dass es ab Mittag aufhören wird. Also wird erst einmal gemütlich gefrühstückt. Heute gibt es als Spezialität Räucherlachs auf die Toasts, die Freddy VIII. immer noch brav toastet aber nicht von selber auswirft.

Die Abfahrt wird erst Mal auf 0930 festgelegt. Denn für diese Uhrzeit sind nur 20 % Regenwahrscheinlichkeit angekündigt. Um 0930 stellen wir fest, dass 20 % doch mehr sind als 0 %. Also wird die Abfahrt auf 1000 verschoben. Denn für diese Uhrzeit sind nur mehr 15 % Regenwahrscheinlichkeit angekündigt. Um 1000 müssen wir dann feststellen, dass auch 10 % mehr sind als 0. Es regnet sogar noch stärker. Also wird die Abfahrt auf 1100 verschoben.

Miradouro der erste

Um 1100 regnet es noch stärker als um 1000. Also wird erst einmal eine Pool-Session eingelegt. Wenn man schon nass wird, dann gleich ganz. Der Hotpool ist zwar überdacht, aber nicht ganz wasserdicht. Aber es lässt sich dort trotz gelegentlicher kalter Tropfen auf den Kopf aushalten. Die maximal empfohlene Verweildauer im Hotpool wird dadurch angezeigt, dass die Blubberblasen aufhören zu blubbern.

Das passiert schneller als man glaubt. Ihr habt ja alle keine Ahnung, was wir hier mitmachen! Also heißt es, sich in den überdachten Bereich beim Pool setzten und den Regentropfen beim Fallen zuschauen. Zum Glück gibt es ja auch beim Pool WLAN und Strom. Die Wetterlage bleibt weiterhin stabil. Die 10-minütigen Regengüsse von Hawai’i, auf die dann strahlender Sonnenschein folgt, gibt es hier offenbar nicht. Ein ausgedehntes Azoren-Tief.

Immerhin der Zubringerweg ist idyllisch.

Mura hat noch ein zusätzliches Problem. Um ein Mittagsschläfchen zu machen, müsste er ins Haus hinunter gehen. Bis er dort ist, wäre er aber waschelnass. Also muss das ausfallen. Während dem Rätseln über eine mögliche Lösung dieses Problems, passiert plötzlich etwas außergewöhnliches. Die Wolken verziehen sich und es fällt grelles Licht von oben herab.

Eine schnelle Internet-Recherche ergibt, dass es sich um Sonnenlicht handelt. Zwar zeigt die Webcam am heutigen Wanderziel immer noch Nebel, aber der kann nicht mehr lange da sein. Also wird losgefahren. Mura hütet inzwischen das Haus. Die Fahrt geht aus dem Osten der Insel ganz in den Westen. Diesmal geht es nicht über die Pflastersteinstraße. Das ist insofern bemerkenswert, als es am Anfang so ziemlich die gleiche Strecke ist wie am Ankunftstag.

Wolkig mit Aussicht auf Nebel. Die Menschen freuen sich augenscheinlich.

Zwischendurch fängt es immer wieder mal zu regnen an und hört wieder auf. Aber beim ersten Viewpoint (Miradouro) ist wieder alles ok. Zwar kein Sonnenschein, aber gute Fernsicht. Also wird der Wanderweg angepeilt. Am Beginn des Weges ist alles im Nebel. Aber noch sind wir nicht am Aussichtspunkt.

Es kommen uns auch Wanderer entgegen. Sie sagen uns, dass sie nur Nebel gesehen haben. Das reduziert etwas die Wahrscheinlichkeit, dass wir traumhafte Fernsicht haben werden. Der Marsch dauert nur etwa 10 Minuten. Dann sind wir beim Aussichtspunkt. Wir sehen nur Nebel. Außer uns ist noch ein Chinese da. Er wartet hier darauf, dass etwas zu sehen ist.

Wenigstens der Lago do canario ist sichtbar.

Wie lange er schon da ist? Etwa zwei Stunden. Aber er bleibt da, bis er etwas sieht. Dann kommen noch zwei Deutsche vorbei. Sie sind auch nicht erfreut über die Aussicht. Schließlich kommen noch drei Mädels aus Portugal und den Niederlanden. Sie erklären uns, von welchen Aussichtspunkten in dieser Gegend wir am besten etwas sehen würden, wenn wir etwas sehen würden.

Dann hauen sie wieder ab und wir auch. Gleich am Beginn des Wanderweges kann man wenigstens zu einem kleinen See gehen. Dort reicht die Sicht bis ans andere Ufer. Als nächstes Ziel wird die naheliegende Westküste eingegeben. Auf der Brücke zwischen grünem und blauem See, wird Fotostopp gemacht. Denn hier herunten ist kein Nebel. Also werden alle Fotos, die oben geplant waren, hier gemacht. Es kommen auch ein Haufen Buggys vorbei. Die machen Lärm und stinken. Schrecklich diese Ungustln, die mit so was herumfahren. Dann geht es weiter zur Küste.

Unverkennbar der grüne See

Um dort anzukommen, muss man die letzten paar hundert Meter über Serpentinen mit Madeira-Gefälle runter fahren. Besonders spaßig, wenn einem genau in der Kurve ein Auto entgegen kommt. Unten gibt es einen großen Parkplatz und man kann die Umgebung zu Fuß erkunden. Es sind Steilwände aus schwarzem Vulkangestein dort, an die Wellen donnern.

Das ist der Vorteil eines windigen Tages. Die Wellen sind spektakulärer. Es gibt auch einen Platz, wo man im Meer baden kann. Während der Flut soll sich dort warmes Wasser sammeln. Es ist aber offensichtlich nicht Flut und so versuchen nur zwei Unerschrockene das Bad. Die Leute haben sich inzwischen zum Sonnenuntergang versammelt. Der versteckt sich aber hinter Wolken.

Westküste

Also wird der Rückzug angetreten. Zuerst geht es die Serpentinen nach oben. Vor uns fährt ein BMW M3. Der hat ca. 500 PS. Der kann vermutlich im 3. Gang da rauf fahren und ohne zu schalten auf die Autobahn fahren. Wir mühen uns im 1. Gang nach oben. Der BMW hat anscheinend das gleiche Ziel wie wir, denn er fährt so, wie unser Navi es anzeigt.

Wie immer geht es über kurvige Straßen. Irgendwann kommt dann die Autobahn. Da ist es dann Zeit, endlich den nervigen 500 PS-BMW zu überholen. Wir haben schließlich einen Nissan Qashqai, da hat der BMW keine Chance. Auf der Autobahn beginnt es wieder zu regnen. Hat ja schon lange nicht. Und weil es so schön ist, werden wir wieder über das Kopfsteinpflaster gelotst.

Brandung

Das ist bei Regen besonders interessant, weil dann rechts und links tiefe Pfützen vorhanden sind. Schließlich ist dann doch Ankunft beim Haus. Gegessen hat seit der Früh niemand, also wird wieder auf den Hauptplatz gegangen. Diesmal ist die Snackbar Ogaroto ausgewählt. Sie hat im Internet gute Bewertungen bekommen. Also wir hinkommen, stellen wir fest, dass dort offenbar Sonntagsruhe ist.

Die perfekte Welle

Am Tag des Herrn sollst du ruhen, deshalb ist auch die Pizzeria daneben zu. Aber es gibt ja genug Auswahl. Im Picnic, wo wir schon mal Sandwiches zu Mittag gegessen haben, haben wir noch nie Abend gegessen. Dort ist sogar offen. Wir bestellen jeder eine große Pizza. Es gibt nur klein oder groß, nichts dazwischen.

Kein warmes Wasser.

Der Kellner meint, wir sollen uns auf den großen Tisch daneben setzen, denn auf unserem ist kein Platz für alle 3 Pizzen. Dann bekommt jeder ein Wagenrad in etwa so groß wie damals in San Diego. Und so wie damals müssen wir einen Teil davon mit nach Hause nehmen. Wenn es noch irgend eines Beweises bedurfte, dass Geschichte sich wiederholt, dann ist dieser jetzt erbracht.

Pizza. Das im Vordergrund ist nur ein Seidl (0,3 l)

Dann wird nach Hause gegangen, denn morgen heißt es früh aufstehen. Ja, noch früher als sonst!

Dia 4 – Fenais da Luz

Wir mussten leider feststellen, dass das Quiz für unsere Blog-Leser vorgestern zu schwer war. Niemand hat eine Antwort geschrieben. Daher jetzt die Auflösung: Um das Bad zu verlassen, mussten wir den QR-Code scannen.

Langsam scheint der Jetlag nachzulassen. Erst kurz vor 0700 sind alle aufgestanden. Vielleicht liegt es auch am Schlafmangel aufgrund der Alarmanlage letzte Nacht. Die hat übrigens heute Nacht geschwiegen. Entweder ist sie gar nicht losgegangen, oder jemand anderer hatte die gleiche Idee mit dem Hammer wie wir. Zum Frühstück gibt es diesmal zusätzlich zum Schinken Muscheln in Essig und Öl. Denn abwechselungsreiche Ernährung ist wichtig.

Viewpoint der Erste

Der ursprüngliche Plan für heute war am Vormittag Wale Watching und am Nachmittag eine Fahrt mit einem Buggy. Gestern kam aber eine E-Mail mit einer guten und einer schlechten Nachricht. Die gute war, dass wir in der Früh keinen Stress haben werden, rechtzeitig zum Wale Watching zu kommen. Quizfrage an die Blog-Leser: Was war die schlechte Nachricht?

Tip fürs heutige Abendessen: Wirtshaus zur Bums’n

Also wird gemütlich in den Tag gestartet und auf dem Weg nach Fenais da Luz noch einige Viewpoints herausgesucht, die abgeklappert werden sollen. Die Route geht entlang der Ost- und Nordküste der Insel. Es gibt gut ausgebaute Viewpoints, die eigentlich fast kleine Erholungsparks sind, in denen es Tische, Bänke und Grillgelegenheiten gibt.

Viewpoint der Zweite

Weil wir wieder früh losgefahren sind, sind wir über eine Stunde zu früh in Fenais da Luz. Dort haben wir eine Tour mit einem Buggy gebucht. Weil wir vom Gewicht her 4 Personen sind, haben wir ein Viererbuggy bestellt. Wir finden den Treffpunkt, aber es ist viel zu früh. Also wird ein Lokal fürs Mittagessen gesucht.

Viewpoint der Dritte

Das erste Lokal, das im Handy gefunden wird, hat geschlossen. Das ist suboptimal. Aber aufgrund unserer reichen Erfahrung aus unzähligen Reisen wissen wir, dass man in so einem Fall ein anderes suchen kann. Uns kann halt niemand was vormachen. Die Fahrt dorthin geht über einspurige Dirtroads. Es kann einem aber eh keiner entgegen kommen, denn niemand kommt auf die verrückte Idee, diese Straßen zu nehmen. Die sind nur für Traktoren da, die zwischen den Feldern hin und her fahren.

Aquädukt von 1880

In einer kleinen Seitengasse wird ein neues Lokal gefunden, das sogar offen hat. Offene Lokale sind bekanntlicherwiese die besten. In einer weiteren Seitengasse, die genau so breit ist wie zwei Autos und in der auf einer Seite Autos parken, finden wir einen Parkplatz. Im Lokal sind alle Tische frei. An den Wänden hängen 5 Hinweisschilder, dass es verboten ist, mit den Schuhen auf die Sessel und Bänke zu steigen.

Lago Azul

Drei Überwachungskameras überprüfen das. Und das ganze in einem 20 m² großen Lokal. Es gibt den ganzen Tag lang Frühstück. Wir entscheiden uns aber für Sandwiches. Die Autos fahren etwa 10 cm vor der Türe vorbei. Beim Rausgehen ist also Vorsicht angebracht. Aber auch das wird gemeistert und so geht es – durch noch enger werdende Gassen – zurück zum Treffpunkt.

Außer uns machen nur noch zwei Frauen aus den USA die Tour mit. Der Guide fährt mit einem Quad voraus und wir folgen ihm. Es gibt mehrere Haltepunkte mit Sehenswürdigkeiten. So etwa ein Aquädukt aus dem 19. Jahrhundert. Es geht teilweise auf Straßen, teilweise auf unwegsamem Gelände dahin.

Der Fuhrpark

Dort, wo die Straße – oder besser der Weg – am schlimmsten war, kommt uns ein Auto entgegen. Kein Geländewagen. Kein normales Auto mit Allradantrieb. Sondern ein ganz normales Auto. Die Schlaglöcher sind hier teilweise so tief wie der Radius der Autoräder. Ob die jemals wieder runter gekommen sind, werden wir nie erfahren. Nach ein paar Aussichtspunkten gibt es dann beim Lago Azul 20 Minuten Pause.

Warum sind wir nicht auch mit dem Auto rauf gefahren?

Eine der Amerikanerinnen erzählt uns, dass sie die ersten 16 Jahre ihres Lebens in Bayern gelebt hat. Jetzt wohnt sie in Texas. Dann ist die Pause auch schon wieder um uns es geht weiter. Nun zieht Nebel auf und es gibt nichts mehr zu sehen. Aber es ist eh schon die Heimfahrt auf dem Programm. Bei der Küste angekommen wir nochmal ein Stopp eingelegt. Da soll ein Felsen sein, der wie ein Elefant aussieht. Mit ganz viel Phantasie kann man das auch erkennen.

ICB-Taskforce auf dem Weg zur Weltherrschaft

Dann wird die Heimfahrt angetreten. Unterwegs wird noch ein Contiente Supermarkt gefunden. Aufmerksamen Blog-Lesern ist das ein Begriff. Dort wird allerhand eingekauft. Spam gibt es aber auch dort nicht. Gleich nach dem Eingang drängen sich die Leute bei den Spielzeug-Regalen. Heute gibt es 40 % auf alle Spielsachen.

Wer findet den Elefanten?

Das Navi leitet uns dann zielsicher nach Hause. Dort werden erst einmal die Einkäufe verstaut und dann wird Essen gegangen. Wir nehmen das Lokal von vorgestern. Das war besser als das von gestern. Nicht zuletzt wegen den Frischetüchern, die einfacher zu öffnen sind als die in dem anderen Schuppen.

  • Heimische Fauna

Weil es ein langer und anstrengender Tag war, wird er dann bald für beendet erklärt. Morgen ist wieder ein Wandertag angesagt. Mal sehen, wer diesmal alles dabei sein wird.

Dia 3 – Povoacao

Gestern abend, als die Alarmanlage in der Nachbarschaft losging, hat Mura den dummen Scherz gemacht, dass sie ab jetzt die ganze Nacht durchlaufen wird. Das war nicht der Fall. Nach etwa einer halben Stunde hat sie aufgehört. Für ein paar Minuten. Dann ist sie die ganze Nacht durchlaufen. Wir lassen euch gerne an der Geräuschkulisse teilhaben:

Wir wissen natürlich, dass daran die dunklen Mächte schuld sind, die uns an der Weltherrschaft hindern wollen. Mura hat in der Nacht sogar die Polizei angerufen. Die wissen eh schon bescheid, können aber nichts tun, weil sie die Besitzer nicht erreichen können. Wozu haben die eigentlich eine Spezialeinheit, die Türen sprengen und Fenster einschlagen kann?

Igreja de Nossa Senhora do Rosário

Für heute war Regen angekündigt. Das war keine Übertreibung. Es regnet. Nicht so Nieselregen wie vorgestern, sondern so richtig. Also wird ein Erholungstag eingelegt. Wir sind zwar nicht zum Spaß hier, aber was soll man machen? Zuerst kommt sowieso das Frühstück. Diesmal sind keine Eiskristalle im harten Ei, der Kühlschrank ist jetzt also optimal kalibriert. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft.

Da der Vollkorntoast, der schon in der Küche war, als wir gekommen sind, aufgebraucht ist, wird nun der Bimbo-Toast gegessen, den wir gekauft haben. Freddy VIII. toastet sie brav, wirft sie aber immer noch nicht aus. Vielleicht können wir ihm das in den nächsten Tagen noch beibringen. Dann steht erst mal Internet surfen und Fotos sichten auf dem Programm. Kurz vor 0900 passiert dann das Unfassbare: Die Alarmanlage hört auf zu heulen! Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

Hauptplatz von Povoacao

Vielleicht ist es ja wegen dem guten Karma, weil wir gestern wieder und 20 % Trinkgeld im Restaurant gegeben haben. Jedenfalls hört es auch zu regnen auf. Die Bewölkung verheißt aber weiterhin nichts Gutes. Also wird die Homebase erst einmal nicht verlassen. Es warten auch im Haus spannende Projekte auf uns. Nachdem gleich am Abend der Ankunft die Uhrzeit an der Mikrowelle korrigiert wurde, wurde festgestellt, dass auch die Gegensprechanlage die falsche Zeit hat.

Sogar das falsche Datum. Das geht natürlich gar nicht. Wir schauen zwar nie auf die Anzeige der Gegensprechanlage, aber wir würden immer wissen, dass sie die falsche Zeit zeigt. Und das ist schlimmer, als eine Nacht mit einer Alarmanlage. Nach der Umstellung stellen wir fest, dass die Videos der letzten Besucher gespeichert sind, die unten angeläutet haben. Das ist eine nette Unterhaltung für einen regnerischen Tag.

Fundstück am Hafen

Kurz nach Mittag hört es dann zu wieder mal zu Regnen auf. Für 1300 sind 5 % Regenwahrscheinlichkeit angegeben. Grund genug, sich aus dem Haus zu wagen. Natürlich nur für ICBeter und Tami. Es wird die Umgebung ausgekundschaftet. Zuerst die Kirche, die gleich nebenan ist. Es ist eine Kirche mit vielen Seitenaltären, die komplett abfotografiert wird. Wenn sie einmal einstürzen sollte, können sie sie mit Hilfe unserer Fotos originalgetreu wieder aufbauen.

Nach dieser guten Tat geht es weiter Richtung Norden. Dort gibt es einen Bach und alte Häuser zum Fotografieren. Am Ende der Ortschaft geht es wieder Richtung Süden. Dort ist das Meer. Die schlauen Einheimischen haben genau dort den Hafen hingebaut. Da es heute windig ist, gibt es auch schöne Wellen. Keiner schwimmt aber darin. Also lassen wir das auch bleiben.

Brandung

Am Rückweg wird ein kleiner Weg entdeckt, der auf den Berg hinauf führt. Ob es sich auszahlt, rauf zu gehen ist schwer zu sagen. Aber auf dem Weg zur Weltherrschaft muss man etwas riskieren, also wird hinauf gestapft. Es ist ein betonierter Weg, der etwa Madeira-Steilheit aufweist. Und schön nass, damit der Grip der Schuhe getestet wird.

Aber lohnt sich, denn man hat einen Überblick über die Dächer von Povoacao. Und man kann unseren Hotpool von dort aus sehen. Wenn das kein Schritt in Richtung Weltherrschaft ist. Nun fängt es wieder zu tröpfeln an, was das Signal zum Rückzug ist. Die Zeit bis zum Abendessen wird im überdachten Teil der Pool-Terrasse verbracht. Es werden die nächsten Tage durchgeplant. Von Hawai’i wissen wir, dass bei nur einer Woche Zeit pro Insel alles generalstabsmäßig geplant werden muss. Wir sind ja keine Onchatcher.

Altbauwohnung mit punktuellem Sanierungsbedarf umständehalber abzugeben.

Dann wird es Zeit, dass ICBeter die Pools nutzt. Mura hat das schon vorbildlich erledigt. Tami verweigert wieder. So wird das nix mit der Weltherrschaft. Schließlich ist dann die Zeit gekommen. Für das Abendessen nämlich. Heute ist ein anderes Lokal dran. Am Hauptplatz gibt es genügend davon. Es werden wieder zwei Portionen Shrimps zur Vorspeise geordert.

Blick auf unser Dach

Tami und ICBeter testen den Tintenfisch, der vom Vermieter in diesem Lokal empfohlen wurde. Mura nimmt diesmal Fisch. Dabei führt er einen heroischen Kampf gegen die Gräten, den er aber gewinnen kann. Nach dem Essen wird noch geschaut, wo die Alarmanlage sein könnte, die letzte Nach so aktiv war. Damit wir mit einem Hammer herkommen können, wenn sie in der Nacht wieder los geht.

Wir haben uns über die Häuser gehaut

Da alle so früh aufgestanden sind, sind alle schon um 2200 müde und der Tag wird für beendet erklärt. Morgen kann auch länger geschlafen werden als ursprünglich geplant. Warum, das wird erst morgen verraten!

  • Heimische Flora

Dia 2 – Furnas

Da gestern alle schon um 0600 aufgestanden sind, sind um 2200 alle so müde gewesen, dass sie schlafen gegangen sind. Deshalb sind heute um 0600 schon wieder alle wach gewesen. Wir werden das Frühstück in Sehrfrühstück umbenennen müssen. Da es immer noch keinen Spam gibt, muss man kreativ sein. So werden heute Oktopus aus der Konserve und Hühnerwurst gegessen.

Es blubbert und stinkt!

Freddy VIII. wirft seine Toasts zwar immer noch nicht aus, aber er toastet sie immerhin schnell. Wenn man ein gestern gekochtes Ei aufschlägt und es sind Eiskristalle im Ei, dann ist wohl der Kühlschrank etwas zu kühl eingestellt. Also wird von 2 auf 4 Grad raufgedreht. Auf die Gefahr hin, dass das Bier zu warm wird.

Der Plan für heute ist schlauerweise schon gestern ausgeheckt worden. Die Fahrt geht nach Furnas. Dort gibt es einen See, um den man herum wandern kann und heiße Quellen und Fumarole. Heute sind alle 3 mit dabei. Nein, das ist kein Tippfehler. Schon um 0830 geht die Fahrt los. Nach kurzer Fahrt fahren wir auf einen Traktor auf.

Keine Sponsoren, sondern Lokale, die hier Fleisch kochen…

Irgendwer macht den dummen Scherz, dass dieser Traktor jetzt bis zum Parkplatz in Furnas vor uns fahren wird. Aber er fährt immerhin flott. Oft legt er sich schneller in die Kurven als wir dahinter. Er hat eine Tank-Anhänger. Wir rätseln, ob Milch oder Gülle damit transportiert wird. Oder abwechselnd beides.

Der Traktor macht jede Abzweigung, die uns das Navi vorgibt mit uns mit. Bis zur Stadt Furnas. Dort biegt er nach rechts ab, während wir geradeaus weiter fahren. Ha! Abgehängt! Zur Abwechslung mal ein dummer Scherz, der nicht in Erfüllung gegangen ist. Kurz darauf biegen wir rechts ab, ein Stück weiter vorne noch einmal. Dann kommen wir zu einer Kreuzung, wo der Rechtskommende Vorrang hat. Der Traktor mit dem Tank-Anhänger nämlich.

Über sieben gefährliche Brücken musst du gehn.

Wir folgen dem Traktor bis zum Parkplatz bei den Fumarolen. Dort müssen wir 3 € Eintritt pro Person zahlen. Der Parkwächter will nur 6 € kassieren. Um positives Karma zu sammeln, sagen wir ihm, das wir zu dritt sind. Erster Programmpunkt ist das Anschauen der heißen Quellen. Routinierte Blog-Leser wissen bereits, was das bedeutet: Es blubbert und stinkt.

Dann wird die See-Runde angegangen. Einmal rund herum sind 8 km. Da die Seehöhe eines Sees an jedem Ufer ziemlich gleich ist, sind kaum Höhenmeter zu überwinden. Mura hängt natürlich alle ab und läuft voraus. Unterwegs gibt es noch einen kleinen Umweg zu einem der höhsten Bäume hier, den Tami und Peter gehen.

Farn

Wegen seines hohen Tempos muss Mura dann bei der Hälfte des Weges sitzen bleiben und auf die anderen warten. Die sind ja auch älter als er, drum können sie nicht so schnell. In Rekordzeit wird die Runde absolviert. Das Wetter ist schön geblieben. Das positive Karma hat sich voll ausgezahlt. Bei der Weiterfahrt wird sicherheitshalber geschaut, ob kein Traktor in der Nähe ist. Nächstes Ziel sind die heißen Quellen von Furnas, in denen man Baden kann.

Mura macht da lieber nicht mit und fährt Mittagessen, nachdem er die anderen abgesetzt hat. Frohen Mutes gehen die durch den Eingang. Dort steht aber ein Security, der fragt, ob man schon Eintrittskarten gekauft hat. Die kann man nämlich nicht an der Kasse kaufen, sondern ausschließlich online im Internet.

Mittagessen?

Aber es gibt einen großen QR-Code beim Eingang, wo man das gleich schnell und unkompliziert erledigen kann. ICBeters Datenroaming funktioniert im Gegensatz zu Tamis glücklicherweise. Also schnell die Webseite mit dem QR-Code aufgemacht. Man muss nur Namen, Heimatadresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer sowie gewünschte Eintrittszeit angeben und schon kann man auf Absenden drücken. Bezahlmethode muss man halt noch auswählen.

Es gibt Kreditkarte und Paypal. Da es bei Paypal in Gegensatz zur Kreditkarte noch nie Probleme gegeben hat, wird das genommen. Es ist leider ein Fehler aufgetreten. Also Kreditkarte. Das geht verblüffenderweise. Also haben wir jetzt zwei Eintrittskarten für 1300. Es ist 1255. Der Securitymensch ist aber gnädig und lässt uns schon rein.

Furnars See

Man kann auch Handtücher und ein Kastl dazu mieten. Das kann man aber nicht online mit dazu buchen. Das muss man an der Kasse bezahlen. Man bekommt die Handtücher und Kastlschlüssel aber nicht an der Kasse. Sondern nur einen ausgedruckten Bon mit einem QR-Code drauf. Damit kann man sich im Giftshop die Sachen dann abholen.

Aber vorher muss man bitte noch die online gekauften Tickets herzeigen, die man per E-Mail bekommen hat. Weil da drauf ist nämlich – richtig – ein QR-Code, mit dem man durch das Drehkreuz am Eingang gehen kann. Blöd, wenn das Handy das PDF mit den Tickets nicht aufmachen kann.

Heimische Fauna

Aufgrund der immer länger werdenden Schlange ungeduldig werdender Kunden hinter uns, meint die Kassiererin, wir sollen einfach den Namen sagen, auf den wir reserviert haben. Sie kann uns einen Bon ausdrucken, auf dem der QR-Code ist, mit dem das Drehkreuz aufgeht. Das funktioniert sogar. Der Giftshop ist gleich hinter der Kassa.

Dort wird der QR-Code auf den Bons gescannt. Nein, nicht der QR-Code für den Eintritt, sondern der für die Handtücher und den Kastlschlüssel. Für jedes Handtuch sind dann noch 20 € Einsatz zu zahlen, die man bei Rückgabe zurück bekommt. Aber mit Kreditkarte kann man das nicht zahlen. Das geht nur bar. Zum Glück haben wir genug Bares mit. Damit sind wir endgültig drinnen.

Mura und Tami auf dem Weg zur Weltherrschaft

Das was mit Abstand das schwerste, das wir seit langem auf einer Reise machen mussten. Der Schlüssel zum Kastl geht mit NFC-Funk. Nicht mit einem QR-Code! Umkleidekabinen gibt es genug. Es gibt insgesamt 4 Pools. Bei allen ist die Temperatur angeschrieben. Sie ist überall 39 °C. Sie sind aber unterschiedlich tief und haben verschiedene Wasserfälle eingebaut.

Aber in jedem Pool gilt: Man spricht Deutsch. Die Zeit ist auf 90 Minuten pro Person begrenzt. Dann muss man wieder verschwinden. Praktischerweise sind aber nirgends Uhren angebracht. Es haben aber alle, die zur gleichen Zeit gekommen sind, ein Armband mit der gleichen Farbe. Wenn die alle abhauen, ist es Zeit, selbst aufzubrechen.

Heiße Quellen in Furnas

Schnell angezogen und die Handtücher zurück gebracht. Die 40 € bekommen wir auch wieder. Tami kauft noch schnell eine Kuschel-Spinne. Die kann man mit Kreditkarte zahlen. Quizfrage für unsere Blog-Leser: Was müssen wir machen, um durch das Drehkreuz nach draußen gehen zu können?

Mura wird dann online angefordert und holt beide ab. Ins Navi wird ein Supermarkt eingegeben. Als es anzeigt, dass das Ziel erreicht ist, sind wir mitten in der Pampa. Weg von jeder Zivilisation. Quizfrage an die Blog-Leser: Für welche Reise haben wir jetzt ein Dejavu-Erlebnis? Also wird die Homebase als neues Ziel eingetippt.

Viewpoint

Als die Strecke angezeigt wird, fahren wir gerade an der richtigen Abzweigung vorbei. Umdrehen ist bei den Straßen hier sowieso undenkbar. Aber das kluge Navi routet um. So geht es über Berg und Tal auf engen und kurvig en Straßen dahin. Zum Glück kommt uns fast nie wer entgegen, denn keiner ist so verrückt, diese Straßen zu nehmen.

Ein Viewpoint verzögert die Fahrt noch etwas, aber die Fahrt geht gut zu Ende. In der Nähe unseres Hauses ist noch ein weiterer Supermarkt. Wir probieren mal den aus. Es ist aber schlechter als der, den wir gestern hatten. Wir werden dem also treu bleiben. Immerhin wird ein Fliegenpracker gefunden. Zuhause angekommen wird die Zeit bis zum Abendessen am Pool überbrückt. Die Kirchenglocken spielen heute eine Melodie. Wahrscheinlich, weil Halloween ist. Nein, nicht die Big Ben-Melodie wie sonst, sondern eine richtige.

  • Heimische Flora

Da schon am Nachmittag viele Halloween-Kinder gesichtet worden sind, wurden sicherheitshalber billige Zuckerln eingekauft, um sie den marodierenden Horden zuwerfen zu können. Schließlich ist die Zeit für das Abendessen gekommen. Mura hat im Vorfeld Tipps vom Vermieter des Hauses bekommen. Eines von den empfohlenen Lokalen ist gleich um die Ecke.

Nach kurzer Suche ist es gefunden. Drinnen ist alles reserviert, aber draußen ist noch Platz. Da die Temperaturen angenehm sind, wird das in Kauf genommen. ICBeter und Tami essen gegrillten Oktopus. Mura bleibt sicherheitshalber beim Steak. Außer in Schottland hat er damit nie schlechte Erfahrungen gemacht. Zur Vorspeise gibt es noch Shrimps. Das ist so eine ähnliche Sauerei wie beim Boiling Crab in den USA. Nur, dass es kein Plastik-Lätzchen gibt.

Es laufen schon Kinder in Halloween-Kostümen herum. Eines hat das Prinzip des Süßigkeiten sammelns noch nicht ganz verstanden und will uns einen seiner Schlecker schenken. Mura lässt den Reis übrig. Wenn es morgen regnet, wissen wir, wer schuld ist! Am Abend geht in der Nachbarschaft noch eine Alarmanlage los. Sie hat bis jetzt nicht aufgehört. Wir werden morgen berichten, ob sie die ganze Nacht durchgeheult hat.

Dia 1 – Salto do Prego

Dem Jetlag sei Dank wachen alles schon um ca. 0600 auf. Da ist es draußen noch stockdunkel. Aber zum Frühstücken braucht man kein Tageslicht. Da gestern kein Spam gefunden wurde, werden Wurst und Tiroler Schinken gegessen. Der heißt hier aber nicht so. Es gibt auch einen Toaster in der Küche. Er wird Freddy getauft und ist mithin offiziell Freddy VIII. Er scheint sich aber nicht würdig in seine Ahnenreihe einzureihen. Er hört zwar auf zu toasten, wenn die Brote fertig sind, aber er wirft sie nicht automatisch aus. So wird das nix.

Dürfen wir vorstellen? Freddy VIII.

Nach dieser Enttäuschung kann der Tag allerdings nur mehr besser werden. Daher wird die erste Wanderung in Angriff genommen. Mura hütet aber am ersten Tag noch das Haus. Also machen sich ICBeter und Tami auf den Weg. Wie man zielsicher zu einem Wanderweg navigiert, haben wir in Madeira gelernt. Keine Adressen oder solche Scherze eingeben, sondern immer nur Koordinaten.

Dann geht es los. Da das Navi nicht weiß, in welche Richtung das Auto schaut, navigiert es erst einmal falsch herum. Aber es wird auf einem Platz, der augenscheinlich eine Fußgängerzone ist, umgedreht und alles passt wieder. Die Straßen sind weniger steil und weniger eng als in Madeira, das heißt aber nichts. Steil ist es schon. Unterwegs ist ein Viewpoint angeschrieben. Der wird natürlich mitgenommen.

Viewpoint. Das ganz hinten sind Wolken, nicht das auftauchende Atlantis.

Dort muss man zwar 2 km hinfahren, aber was tut man nicht für die Weltherrschaft. Strahlenden Sonnenschein gibt es nicht, aber es ist nur leicht bewölkt. So sieht man problemlos bis zum Meer und noch viel mehr. Wir schauen genau, ob irgendwo Atlantis auftaucht, aber vorerst haben wir damit noch Pech. Also wird weiter gefahren. Es geht kurvig auf und ab, das sind wir aber von Inseln gewöhnt.

Irgendwann hört das Navi auf zu navigieren. Also wird stehen geblieben und es wird nochmal auf das letzte Ziel programmiert. Da führt es das Auto wieder ein paar hundert Meter zurück. Es ist nämlich am Ziel angekommen und hat dann einfach aufgehört. Da das mitten auf der Straße passiert ist, ist guter Rat nun teuer. Ein Einstieg in einen Wanderweg ist hier nicht zu sehen.

Heimische Flora

Also packt Tami sein Handy aus und wirft die Wander-App an. ICBeter schaut derweil auf seinem Handy in Google Maps, wo das sein kann. Mit noch einer Navigationsapp wird dann festgestellt, dass der Beginn der Wanderung ein paar hundert Meter die Straße rauf ist. Das beweist wieder mal, dass echte Männer instinktiv überall ohne die geringste Hilfe hinfinden.

Es ist der Wanderweg PR09 Salto do Prego. Es ist ein Rundweg, den man in beide Richtungen gehen kann. Da der Weg feucht ist, weil immer wieder Nieselregen einsetzt, wird die schlaue Entscheidung getroffen, den Weg mit den Serpentinen bergauf zu gehen. Bergab rutscht man nämlich viel besser, das ist für heute aber nicht geplant.

Der Beweis: Wir haben ein österreichisches Kennzeichen!

Es hat sich als weise Entscheidung erwiesen, denn der Serpentinen-Weg nach oben ist mit Steinen gepflastert, was noch rutschiger ist. Es geht ordentlich nach oben, durch Regenwald und Bambuswäldchen. Irgendwann taucht dann ein Wasserfall auf, der das Ende des Hinweges markiert. Damit es nicht zu einfach ist, muss man dort hin nochmal steil nach unten gehen. Und dann natürlich wieder hinauf.

Beim Wasserfall werden wie immer ein oder zwei Fotos gemacht. Der Rückweg ist um 300 m kürzer und weniger steil als der Hinweg. Geheimtipp für alle Faulen: diesen Weg hin und zurück gehen! Welchen Vorteil es hat, schon um ca. 0800 zum Wandern loszufahren zeigt sich bei der Rückkehr zum Auto: Während es das zweite war, das sich dort hingestellt hat, sind jetzt alle Parkplätze restlos belegt. Wer uns wegen Parkplatzmangels den Weg zur Weltherrschaft verbauen will, muss früher aufstehen!

Rückblickend ein schöner Blick zurück

Dann wird Provoacao ins Navi eingegeben und losgefahren. Das Navi will und zurück nach Faial da Terra lotsen, wo die Wanderung war. Der restliche Weg wird immer länger statt kürzer. Also wird die Route gelöscht und nochmal eingegeben. Es will uns zurück nach Faial da Terra lotsen. Also wird es nochmal programmiert. Wieder das gleiche.

Dann wird aus dem Gedächtnis erst mal die Strecke zurück gefahren, die wir gekommen sind. Ein ausgefuchster Plan, der und zurück nach Povoacao bringt. Das Gute ist, dass wir wieder in unserer Ortschaft sind. Das Schlechte ist, dass wir nicht wissen, wie wir in unsere Gasse kommen. Das Navi zeigt an, dass noch 12 km zu fahren sind.

Steine pflastern unseren Weg

Also wird aus den letzten Zielen nicht Povoacao ausgewählt, sondern irgendwas anderes. Dann zeigt es an, dass das Ziel in 400 m erreicht ist. Wir fahren dort hin uns stehen tatsächlich vor unserem Haus. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft! Mura hat inzwischen seine Pflicht als Urlauber erfüllt und vormittags ein ausgedehntes Mittagsschläfchen gemacht. Unterbrochen nur immer von den Kirchenglocken, die alle halben Stunden schlagen.

Die Azoren sind scheinbar nicht weit weg von London, dann man hört hier Big Ben schlagen. Diese wichtige Erkenntnis sollt jemand in Wikipedia eintragen. Wir haben dafür erst mal keine Zeit, denn wenn man ein Appartement mit Pool und Hotpool mietet, muss man das auch ausnutzen. Also wird das gemacht. Die Temperatur des Pools ist in der Größenordnung von Madeira. Wer jetzt nicht weiß, was das bedeutet, möge es bitte in diesem Blog nachlesen.

Was haben Madeira und die Azoren gemeinsam? Die Bananen!

ICBeter und Mura sind von der damaligen Reise schon geeicht und wagen sich minutenlang hinein. Eine große Hilfe ist dabei die aufblasbare Schwimm-Schnecke, die in einem Kammerl neben dem Pool gefunden wird. Warum hat es sowas in Madeira nicht gegeben? Dann gibt es aber doch den Rückzug in den Hot Pool. Auch der entspricht in der Temperatur jenem von Madeira.

Diese Tatsache lässt den Verdacht aufkommen, dass es zwischen der Steilheit von Straßen und den Temperaturen von Swimmingpools einen direkten Zusammenhang gibt. Ich glaube, wir sind da auf eine ganz heiße Spur gestoßen. Wir sollten einen eigenen Youtube-Kanal für diese Theorie gründen. Die Lügenpresse berichtet ja von solchen Wahrheiten nicht!

Günstiges Eigenheim in ruhiger Lage vorzugsweise an Heimwerker abzugeben.

In der Früh wurde übrigens ein tolles Feature entdeckt: Gleich neben dem Pool gibt es eine Dusche und ein Klo. Die Dusche ist im Gegensatz zu der im Haus hoch genug für Mura und das Klo hat im Gegensatz zum dem im Haus ein Fenster, wo die Aromen abziehen können. Das andere hat zwar einen Abzug, den man einschalten kann, der tut aber nichts. So wird das Außenklo kurzerhand zum Kackklo ernannt. Und warum markiert Libre Office jetzt dieses Wort als unbekannt?

Dann meint ein nicht näher benanntes Mitglied der Taskforce, dass die eigentlich auf Reisen übliche Vorgangsweise – nur Frühstück und Abendessen zu essen – heute nicht funktionieren wird, weil er Hunger hat. Das könnte auch damit zu tun haben, dass nebenan ein Restaurant ist, dessen Küchendüfte immer zum Pool wehen. Also wird in die Ortschaft marschiert und die Suche nach Lokalen gestartet. In der Fußgängerzone, wo wir in der Früh gelandet sind, wird man fündig.

Fällt das Wasser steil zu Tal, ist es wohl ein Wasserfall!

Es ist die Snack Bar „Picnic“. Ein Picknick kommt jetzt gerade recht. Es wird aber nicht viel gegessen, nur ein Sandwich mit Pommes plus Cola. Ein nicht näher genanntes Mitglied der Taskforce zwei davon. Diese vier Mahlzeiten kosten zusammen etwa die Hälfte davon, was auf Hawai’i eine Portion Burger mit Pommes plus Cola gekostet hat. Damit es nicht ganz so peinlich wenig ist, wird 20 % Trinkgeld gegeben.

Auf der Wanderung zum Lokal, die übrigens die erste auf dieser Reise ist, die alle mitgemacht haben, wurde ein kleiner Supermarkt ausgekundschaftet. Diese Tatsache wird am Rückweg heimtückisch ausgenutzt, um noch fehlende Sachen einzukaufen. Da der Rückweg kurz ist, kann diesmal auch Eis gekauft werden. Dann wird noch eine weitere Parallele zu Madeira herausgefunden. Die Liegen am Pool eignen sich hervorragend zum Blogschreiben. Das WLAN reicht locker bis dorthin also werden auch andere wichtige Arbeiten wie Youtube schauen und Internet surfen dort erledigt.

Über sieben gefährliche Brücken musst du gehn.

So wird herausgefunden, dass die dunklen Mächte eine Naturkatastrophe nach Spanien statt auf die Azoren geschickt haben. Wahrscheinlich, weil Mura vor ein paar Wochen dort war. Also die Sonne entschwand wechseln alle von der Pool-Couch auf die Wohnzimmer-Couch. Denn ein wichtiger Programmpunkt des heutigen Tages fehlt noch: Die Planung der Programmpunkte des morgigen Tages.

Da übermorgen ein Regentag angekündigt ist, muss der Tag morgen ausgenutzt werden. Was für morgen beschlossen wurde, wird hier natürlich noch nicht verraten, sonst schaut sich ja morgen niemand mehr den Blog an! Weil es so schön ist, wird dann Samstag auch gleich verplant.

Levada!

Eigentlich haben wir zum verspäteten Lunch nur ein (oder zwei) Sandwich gegessen, damit wir am Abend richtig essen gehen können. Dann hat aber keiner mehr so richtig Hunger. Einer von uns selbst erstellten Studie zufolge ergeben die Chips, das Cola und das Eis, das daheim vorhanden ist, eine vollwertige Mahlzeit. Also wird das Essen gehen fallen gelassen. Tami tanzt etwas aus der Reihe, weil er auch noch etwas richtiges isst.

Der erfolgreiche Tag wird dann mit Ausnutzung der guten Internetverbindung abgeschlossen. Morgen warten wieder unbeschreibliche Abenteuer auf die ICB-Taskforce.

  • Exotische Tiere: Das Azoren-Rind

Dia 0 – Chegada

Der große Tag ist endlich gekommen. Die Reise, die uns mit hoher Wahrscheinlichkeit endlich die Weltherrschaft einbringen wird, hat begonnen. Die dunklen Mächte haben zwar wieder einen untauglichen Versuch unternommen, uns Steine in den Weg zu legen, aber das hält uns nicht auf. So wurden z. B. Ausschreitungen in Lissabon angezettelt. Aber viel zu früh, denn auf der Hinreise steigen wir in Lissabon nur um. Aufenthalt dort haben wir erst auf der Heimreise.

Alle haben schon brav am Vortag begonnen zu packen, sodass heute kein Stress ausbricht. Auf den vergangenen Reisen hat es sich bewährt zur Verwirrung der dunklen Mächte getrennt anzureisen. Mura wird alleine von seinem Vater zum Flughafen geführt. Weil das sauteure Auto zu klein ist, um 3 Leute plus Gepäck aufzunehmen.

ICBeter holt Tami aus Ödenburg ab. Das ist jedesmal ein Abenteuer, denn Orban baut mit unseren EU-Geldern überall Autobahnen und Kreisverkehre. Das ist dann immer so einer, wo letztes Mal noch keiner war. Aber auch diese Hürde wird gemeistert. Auf der Rückfahrt wird das Auto an der Grenze nicht angehalten, weil direkt davor ein weißer Kastenwagen fährt. Der mutmaßliche Schlepper wird sofort rausgewunken. Wenn ihr was schmuggeln wollt, dann fahrt direkt nach einem Kastenwagen über die Grenze!

Bis auf einen Traktor, der die ICB-Taskforce nur unwesentlich aufhalten kann, gibt es bis Eisenstadt keine Komplikationen. Dort wird ICBeters Schwester eingeladen, denn sie muss das Auto vom Flughafen wieder nach hause bringen. Und das nur, weil es immer noch keine autonomen Autos gibt, die nicht in San Francisco Taxi fahren.

Die schlechte Nachricht ist, dass sich Mura etwas verspäten wird. Die gute Nachricht ist, dass sich der Abflug um noch mehr verspäten wird. Auf die TAP ist eben Verlass! Die sind auf unserer Seite. Weil bei der Suche nach der Weltherrschaft mit allen Tricks gearbeitet werden muss, hat ICBeter ein Ticket ohne Aufgabegepäck gekauft. Denn Mura und Tami können mit ihrem Businessclass-Ticket jeweils zwei Koffer mitnehmen.

A320
Rein in den Vogel.

Ganze 45 € gespart! In einem unbeobachteten Moment wird der Koffer Mura untergeschoben und die beiden stellen sich zum Checkin an. ICBeter hat schon daheim eingecheckt und geht schon mal zur Security, denn er kann sich nicht beim Priority Check anstellen, deshalb wird es länger dauern. Alle stellen sich bei den Checks rechts an, links steht keiner. Vermutlich denken alle, wenn dort keiner steht, geht es dort sicher nicht.

Das wird sofort überprüft und siehe da, dort ist offen und die Securityleute wundern sich, warum keiner zu ihnen kommt. Beim Prioritycheck steht auch nur einer vor Mura und Tami. Der hat aber geschätzte 28 Flascherl Flüssigkeit mit, die alle geprüft werden müssen. Also muss wie immer auf die Businessclass-Leute gewartet werden.

Da der Lifehack mit den Koffern so gut funktioniert hat, wird in der Lounge gleich der nächste versucht. Es gibt nämlich zwei Lounges gleich nebeneinander. In die eine können Tami und Mura mit ihren Tickets gehen, in die andere kann Mura mit seiner Kreditkarte mitsamt einem Gast gehen. Also wird ICBeter so in diese zweite Lounge geschleust. Wieder voll gespart! Wenn das so weiter geht, wird die Reise noch gratis…

Zu essen gibt es Hühnercurry mit Reis und noch solche Sachen. In der anderen Lounge gibt es Schnitzel. Das ist wichtig, denn das wird es jetzt fast 4 Wochen nicht mehr geben. Nach Erringung der Weltherrschaft werden wird Schnitzel überall verpflichtend einführen. Tami und Mura fressen sich daher damit voll.

A380
Nicht unser Flieger…

Eine Dreiviertelstunde vor dem verspäteten Abflug wird dann zum Gate gegangen. ICBeter stellt fest, dass er bereits seinen Boardingpass verloren hat. Wie gut, dass es die segensreiche Erfindung des elektronischen Boardingpasses gibt. Ob das funktionieren wird, wird sich herausstellen. Am Gate ist bereits die Hölle los. Der A320 ist voll.

Der Flug geht ohne besondere Zwischenfälle ab. Tami frisst sich noch durch das Businessclass-Essen. Dann landet der Vogel in Lissabon. Diesmal warten keine Leute vor dem Flieger und lotsen uns gleich in den nächsten Bus wie letztes Mal. Wir dürfen in den Terminal. Tami und Mura marschieren schnell zur Lounge. Nach vier Versuchen geht die Tür vom Aufzug zu und sie kommen dort an und fressen sich durch das Lounge-Essen. Schnitzel gibt es keines.

Verblüffenderweise pünktlich startet das Boarding in den Flieger nach Ponta Delgada. Der A321neo ist ebenfalls komplett voll. ICBeter sitzt in der letzten Reihe umringt von Italienerinnen. Tami frisst sich vorne durchs Businessclass-Essen und mit einer etwas holprigen Landung geht auch dieser Flug zu Ende. Der Nachteil davon, in der letzten Reihe zu sitzen ist, dass man am längsten braucht, wenn man vorne aussteigen muss. Der Vorteil ist, dass man am schnellsten draußen ist, wenn man auch hinten aussteigen kann.

Dann steht man auf dem Flugfeld und merkt, dass diesmal kein Bus da ist, wo man einsteigen kann. Man geht also einfach allen anderen Leuten nach, die den Weg zum Terminal zu Fuß finden. Nach der Wanderung heißt es aufs Gepäck warten. Damit haben wir in Portugal bis jetzt keine guten Erfahrungen gemacht. Aber die Koffer kommen alle an. Dass bis jetzt alles funktioniert hat, ist irgendwie verdächtig.

Dann geht es zum Autoverleih. Das Auto ist vorreserviert worden. Es ist ein Nissan Qashqai. Im Vergleich zum Raumschiff auf Hawai’i ist das ein besserer Mini. Es muss also wieder Tetris gespielt werden, um alle Koffer unterzubringen. Ins Navi wird dann ein Supermarkt eingetippt, der nach 1900 noch offen hat. Der wird mit einem kleinen Umweg auch gefunden.

Airport Lisboa
Lissabon Airport

Es werden Sachen fürs Abendessen und Frühstück eingekauft. Aber nicht zu viel, denn im Auto sind nur mehr wenige Kubikzentimeter Raum verfügbar. Die schlechte Nachricht ist, dass kein Spam gefunden wird. Das wird eine harte Prüfung morgen beim Frühstück. Dann geht es ab zum Quartier. Weit kann es ja nicht sein, denn so groß ist die Insel ja nicht.

Außerdem sind die Straßen sehr gut ausgebaut. Breite zweispurige Autobahnen. Zumindest rund um die Hauptstadt Ponta Delgada. Irgendwann verschwindet dann die Autobahn und es geht eine normale Straße weiter. Irgendwann wird die dann immer enger und kurvenreicher. Aber immerhin schön asphaltiert. Irgendwann ist es dann aus mit dem Asphalt und es kommt nur mehr Kopfsteinpflaster.

Die Befürchtung ist, dass irgendwann auch das aus sein wird und eine Dirt Road kommen wird. Das bewahrheitet sich aber nicht. Denn das Kopfsteinpflaster dauert nur einige Kilometer, dann ist die Straße wieder gut. Also eng und kurvenreich halt. Dass es schon stockfinster ist, ist nicht unbedingt ein Vorteil. Nach etwas über einer Stunde abenteuerlicher Fahrt kommt dann Povoacao. Der Ort, wo das Quartier ist.

Jetzt wissen wir, warum es so billig war. Für die Wanderungen wird diese Strecke noch ein paar mal gefahren werden müssen. Das Haus liegt in einer entlegenen Seitengasse. Mit einer Nummernkombination kommt man rein. Das Gepäck muss in den ersten Stock geschleppt werden. Dort gibt es dann aber zwei Zimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche, Bad und dahinter einen Pool mit Hotpool. Die Temperatur ist aber sicherheitshalber nicht getestet worden. Aber wir sind zuversichtlich, dass das Wasser schön warm sein wird.

A321neo
Der Adler ist gelandet.

Die Küche wird gleich mit dem gekauften Abendessen eingeweiht. Dann kommt aber das wichtigste. Verbinden mit dem WLAN und testen der Internetverbindung. Wer ist noch nie schweißgebadet aus einem Albtraum erwacht, in dem er kein Internet hatte? Aber es funktioniert auf Anhieb. Auch ein Bluetooh-Lautsprecher, der so groß ist wie ein 10jähriges Kind, steht im Wohnzimmer.

Mit Blogschreiben und Internetsurfen wird der erfolgreiche Tag abgeschlossen und für beendet erklärt.

Standort: 37.74834, -25.24414

Vorschau 1

Medien und Influencer auf der ganzen Welt sind in Aufruhr! Gerüchte, dass die ICB-Taskforce „Fremde und Chaotische Kontintene“ sich wieder auf die Suche nach der Weltherrschaft begibt, wollen nicht verstummen. Da es also nicht länger geheim zu halten ist, lassen wir die Katze aus dem Sack. *)

Ab Dienstag nächster Woche ist die Taskforce in der üblichen Besetzung wieder in der weiten Welt unterwegs. Wo geht es hin? Im Jahr 2020 ist Australien am Programm gestanden. Die dunklen Mächte haben das mit eine Pandemie zunichte gemacht. Also stand diese große Insel heuer wieder auf dem Planungszettel. Die dunklen Mächte haben das aber mit absurd hohen Flugpreisen und dem Verhindern von Schnäppchen-Angeboten zunichte gemacht.

Australien ist es also nicht. Schon 2022 war das Motto: Wenn es die große Insel nicht sein kann, dann halt mehrere kleine Inseln. Deshalb ging es nach Hawai‘i. Dort war die Weltherrschaft aber nicht zu finden, also sind diesmal andere Inseln ausgesucht worden: Die Azoren. Die liegen im Atlantik, also nicht weit weg vom versunkenen Atlantis. Falls Atlantis gerade neben den Azoren wieder auftaucht, während wir dort sind, sind wir die ersten, die es entdecken!

Einen besseren Weg zur Weltherrschaft kann es nicht geben, deshalb sind wir frohen Mutes. Flüge und Quartiere sowie Mietautos sind gebucht, also kann – außer ein paar hundert Dingen – nichts mehr schiefgehen. Natürlich sind auch alle top trainiert für die Wanderungen auf die Vulkane, denn auch die Azoren sind Vulkaninseln.

Von unserem Madeira-Abenteuer können wir auch noch perfekt portugiesisch. Soll heißen, wir kennen die Wörter für Bitte, Danke und Stockwerk. Mehr braucht man erfahrungsgemäß nicht. Bleibt also dran und schaut ab nächster Woche wieder täglich hier vorbei!

*) Hinweis für die Tierschützer: Wir haben nicht wirklich eine Katze in einen Sack gesteckt! Auch nicht Schrödingers Katze. Es ist nur eine Metapher.