Dia 26 – Heimkehr

Wieder mal ist der Abreisetag gekommen und er kommt früh. Denn um 0400 heißt es „Raus aus den Federn“. Der Flieger geht schon um 0700. Und darauf, dass die TAP immer Verspätung hat, wollen wir uns nicht verlassen. Frühstück wir eingespart. Gibt es auch um 4 Uhr noch nicht. Also werden die sieben Sachen gepackt und ausgecheckt.

Ein Uber XL wird gerufen und los geht die Fahrt zum Flughafen. Der Vorteil so einer unchristlichen Zeit ist, das kein Verkehr ist. Im Nu sind wir am Flughafen. Der ist eine Spur größer, als der in Santa Cruz. Wir machen eine kleine Wanderung, weil wir nicht direkt vor dem Checkin-Bereich von TAP abgesetzt wurden.

Eingecheckt haben wir schon online, jetzt muss nur mehr zum Dropoff gegangen werden, um das Gepäck los zu werden. Dann gehen Tami und Mura in die Lounge und ICBeter setzt sich an einen Tisch im Restaurantbereich zum Blog-Schreiben. Denn gestern Nacht war keine Zeit mehr. Eine halbe Stunde vor Abflug wird dann zum Gate marschiert.

Es weihnachtet schon sehr am Airport Lisboa

Dort sieht man auf den ersten Blick, dass im Flugzeug nicht viele freie Sitzplätze sein werden. Die Leute stehen nicht nur im Gate, sondern auch davor in langer Schlange an. Aber wir liegen noch gut in der Zeit. Beim Einsteigen sind wir wieder mal das Letzte. Als ICBeter an die Reihe kommt, blinkt das Display ganz wild.

„Ihr Sitzplatz ist geändert worden“. Statt dem fußfreien Sitz in der 17. Reihe am Fenster – so ziemlich der beste Platz, den man bekommen kann – ein Gangplatz in der 16. Reihe. Da stecken doch wieder die dunklen Mächte dahinter… Die kurze Nacht macht sich immerhin dadurch bezahlt, dass man den halben Flug verschläft. So kommt die Landung in Wien schon bald.

Hier hat es 3 °C, was etwa der Temperatur der Antarktis entspricht. Aber alle haben ihre dicken Jacken dabei und nicht in den Koffer gepackt. Muras Schwager holt die Taskforce vom Flughafen ab. ICBeter nutzt die Zeit am Rücksitz, um den Blog von gestern zu vervollständigen. Dann wird einer nach dem anderen daheim abgesetzt und die Reise ist offiziell beendet.

Unser Flieger. A321neo mit Retro-Lackierung

Wir sind in Coldpools, einem Hotpool und mehreren Thermalpools gebadet, sind mit Buggys in die Berge gefahren, haben jede Menge Nebel gesehen, im Vulkan gekochtes Essen gefuttert, haben eine nervtötende Alarmanlage überlebt, viele Katzen gesehen, zu große Pizza für eine Person und zu kleine Pizza für zwei Personen verputzt, sind bis auf die Knochen nass geworden, nur um einen Teil eines Wals zu sehen, haben viel Regen und noch mehr Wind getrotzt, haben den Pico einmal fast ohne Nebel gesehen, haben eine Doppeldusche gesehen, sind etwa hüfttief im Schlamm gewatet, unseren bisher kleinsten Flughafen benutzt, Glühwein bei 20 °C getrunken, vom höchsten Gebäude Portugals runter geschaut, sieben Tore im portugiesischen Cup gesehen und drei neue Freddys kennen gelernt.

Deshalb kann diese Reise getrost als großer Schritt in Richtung Weltherrschaft gewertet werden.

Dia 25 – Lissabon

Heute ist der letzte Tag des letzten Urlaubs angebrochen. Also mit Ausnahme des Rückflugtages. Da steht am Programm, alles von Lissabon anzuschauen, was uns noch fehlt. Nach dem Frühstück ohne gute Freddy-Toasts geht es los. Mit einem Tesla-Uber geht es wieder zum Startpunkt der Busse. Wir hoppen diesmal auf die Tour durch das moderne Lissabon.

Es geht nichts über ordentliche Verkabelung

Der Bus muss dafür aber vorher durch das alte Lissabon. Dort sind die Gassen gefühlt enger, als der Bus breit ist. Wer übrigens glaubt, in Wien wird viel gehupt, der war noch nie hier. Dann geht es den Fluss entlang. Wir sehen ein Kreuzfahrtschiff, das normalerweise in der Karibik unterwegs ist. In der Hurrikan-Saison bringen sie es anscheinend hier in Sicherheit.

Durch diese engen Gassen muss er kommen

Zimmer auf diesem Schiff gibt es schon für unter 1000 € pro Nacht. Aber halt nicht die teuersten. Es wird dann immer moderner, bis nur mehr neue Häuser zu sehen sind. Beim Vasco da Gama-Turm wird umgedreht und auf einem anderen Weg zurück gefahren. Wieder beim Christkindlmarkt angekommen muss Tami einen Sangria trinken.

Moderne Kunst

Dann geht es zur Kathedrale. Überall fahren Tuktuks mit Touristen durch die Gegend. Erst kommen aber zwei andere Kirchen dran, die auf dem Weg liegen. Zuerst die Sao Nicolau-Kirche, dann die Santo Antonio-Kirche. Dort findet gerade ein Konzert mit Orgel und Gesang statt. Dann geht es weiter zur Kathedrale. Davor ist scheinbar das Nest der Tuktuks.

Die Silvermoon hat 1000 Menschen an Bord. Davon 400 Crewmitglieder.

Dann steht wieder ein längerer Fußmarsch an. Ein bestimmtes Mitglied der Taskforce ist zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr mit dabei. Wir verraten aber nicht, welches. Es wird zum Fonte Liminosa gegangen. Das ist ein großer Springbrunnen. Für den wird das Flusswasser hergenommen. Der Weg dorthin geht praktischerweise immer geradeaus. Wir biegen kein einziges Mal falsch ab!

Jetzt wird’s modern

Da das nächste Ziel über 8 km entfernt ist, wird wieder ein Uber genommen. Diesmal ein Uber Green, wo nur Elektroautos kommen. Was man nicht alles für den Klimaschutz tut… Ziel ist der Vasco da Gama-Turm im Norden. Das ist ein Riesenturm am Flussufer, der für die Weltausstellung 1998 gebaut und ist das höchste Gebäude Portugals. Genau so wie in Seattle ist der eigentliche Zweck eines solchen Turms aber natürlich, dummen Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen, indem man sie rauf fährt.

Der Elevador Santa Justa diesmal von unten

Es gibt eine Kassa und einen Ticketautomaten. Da wir inzwischen wissen, dass uns die Technik immer alles leichter macht, nehmen wir den Automaten. Schnell mal zwei Tickets eingegeben uns schon bekommt man… die Frage nach Name, E-Mail und Herkunftsland. Letzteres muss man aus einem Dropdown auswählen. Auf einem Touchscreen.

Die Straßenbahn. Nur für Touristen.

Den ersten Buchstaben eintippen geht auch nicht. Man muss mit dem Finger die Scrollbar im Dropdown treffen. Dann muss man noch den Absenden-Button finden, indem man die ganze Seite nach unten scrollt und schon werden Tickets ausgedruckt. Die Leute, die nach uns kommen, gehen einfach zur Kassa, halten die Kreditkarte hin und gehen rein. Anfänger.

Antonius-Kirche

Wir bekommen vor der Liftfahrt noch die Info, dass es oben eine Bar gibt und dass die Drinks nicht im Eintrittspreis inkludiert sind. Für 10 € könnte da schon ein Cocktail drin sein… Oben kann man auf allen Seiten runter schauen. Das kennen wir schon von anderen Türmen. Und es gibt eine Bar. Und ein Klo, das darf man sich nicht entgehen lassen. Öffentliche WCs sind in Lissabon rar.

Kathedrale von Lissabon

Wer rauf fährt, muss irgendwann auch wieder runter. Direkt neben dem Turm gibt es eine Seilbahn. Eine von Doppelmayr. Sie fährt das Flussufer entlang. Sicher ein Spaß für alle Portugiesen, die noch nie eine Seilbahn gesehen haben. Aber für € 9,50 ein eher teurer Spaß. Also wird darauf verzichtet. Zu Fuß geht es dann zum Kongresszentrum.

Traditionelle Kachelkunst

Dort findet gerade ein Zahnärzte-Kongress statt. Zumindest, wenn wir das richtig übersetzt haben. In Portugiesisch sind wir ja schon sowas von perfekt. Der Weg geht entlang einer Restaurant-Meile. Wir schauen uns mal so eine Speisekarte an. Ab 20 Uhr ist alles teurer als davor. Sorry, stimmt nicht. Vor 20 Uhr ist alles billiger als danach!

Die Straße des schwarzen Peter

Es laufen vor dem Kongresszentrum auch allerlei lustige Gestalten herum. Vielleicht ist es ja doch kein Zahnärzte-Kongress, sondern ein Manga-Treffen. Gleich in der Nähe des Kongresszentrums ist eine Haltestelle des gelben Busses. Die wird mit der Karte bald gefunden. So Papierkarten funktionieren heutzutage immer noch. Wie im 19. Jahrhundert.

Spring, Brunnen!

Bei der Station kommt dann aber moderne Technik zum Einsatz. ICBeter scannt den QR-Code und es öffnet sich eine Website, die anzeigen soll, wo der Bus gerade ist. Sie zeigt immerhin den aktuellen Standort an. Jetzt wissen wir, wo wir sind. Aber nicht, wo der gelbe Bus ist. Tami versucht es mit seinem Handy. Da wird der Bus angezeigt. Weit weg von der Route.

Fonte Liminosa

Aber steht dort, wann der Bus bei unserer Station ist, nämlich um 1745. Das ist in nicht einmal 10 Minuten. Sehr gut. Inzwischen kommt der rote Bus. In dem wird man offensichtlich viel freundlicher begrüßt, als im gelben. Als 2 Leute einsteigen, steht schon eine blonde Frau am Eingang und umarmt die beiden herzlich. Das nächste Mal wählen wir auch den roten Bus.

Bar im Torre Vasco da Gama

Inzwischen ist es 1745. Der gelbe Bus ist aber nicht da. Dafür gibt es ein Update. Der Bus kommt jetzt doch erst in einer knappen halben Stunde. Also wird der Plan, in der Altstadt noch Andenken einzukaufen, fallen gelassen. Es wird ein Uber Green gerufen und heim gefahren. Das kommt tatsächlich zu der Zeit, die die App anzeigt.

Blick auf Lissabon

Als ein Militärflieger über uns fliegt, erzählt uns der Fahrer, dass er Fallschirmspringer ist. Es ist immer gut zu wissen, dass man einen todesmutigen Fahrer hat. Am Hotel angekommen wird festgestellt, dass Mura noch kein Essen bestellt hat. Nicht mal für sich selbst. Also tut sich die schwere Frage nach dem Essen auf.

Torre Vasco da Gama

Nach dem Scrollen durch die Bestell-App fällt die Entscheidung auf eine Hühnerbraterei. Es gibt eine Aktion zwei zum Preis von einem Burger. Der ist doppelt so teuer wie normal. Das ist natürlich ein guter Deal. Vor allem für den Verkäufer. Also wird zugeschlagen. Als ICBeter vor dem Hotel auf das Essen wartet, kommen lauter Benfica-Fans in voller Uniform daher und marschieren Richtung Stadion.

Die Seilbahn ist von Doppelmayr

Aus unserer reichlichen Reise-Erfahrung wissen wir, wenn Leute in ein Stadion rennen, ist dort irgendwas. So wie damals in Denver, als es ein Baseball-Spiel gab. Das Essen kommt per E-Bike. Wieder das Klima geschützt! Und es ist sogar das beste Essen, das wir hier in Lissabon bestellt haben. Burger mit Pommes und einem Haufen Saucen, von denen wir gar nicht wissen, dass wir sie bestellt haben.

Allerlei Gestalten beim Kongresszentrum

Dann schaut ICBeter mal nach, was da im Benfica-Stadion los ist. Ein Cup-Spiel gegen Amadora. Und es sind sogar noch Tickets um 24 € verfügbar. Also wird die Kreditkarte gezückt und kurzentschlossen ein Ticket gekauft. Die anderen beiden kommen nicht mit. Der Marsch zum Stadion dauert nur 2 Minuten. Dann heißt es aber den richtigen Eingang finden.

Hinterhältigerweise ist auch ein Service-Eingang mit „Port 8“ beschriftet. Aber dieser miese Trick hält nur kurz auf. Bei einem Marsch um das viertelte Stadion – eine kleine Wanderung – wird der Eingang gefunden. Der QR-Code am Handy funktioniert nicht. Aber es ist jemand dort, der das Ticket manuell kontrollieren kann.

Einheimische Flora

Jetzt muss der Aufgang zum 3. Rang gefunden werden. Einfach der Herde folgen. Dann muss nur noch die richtige Sektion gefunden werden. Sektion 11 ist schnell entdeckt. Jetzt muss nur noch die richtige Reihe gefunden werden. Reihe J. Da sind alle Plätze besetzt. Ein freundlicher Fan gibt die Info, dass man für diese Platznummer bei Sektion 12 reingehen muss, weil es ganz drüben ist.

Währenddessen bricht Jubel aus. Nicht, weil ICBeter jetzt die richtige Sektion herausgefunden hat, sondern weil Benfica das 1:0 geschossen hat. In Sektion 12 wird der Sitzplatz gleich gefunden. Gerade rechtzeitig zum 2:0. Zur Pause steht es 3:0. Mura und Tami wissen das auch, denn sie bekommen jedes Tor akustisch mit. ICBeter schreit aber extra leise, damit die beiden schlafen können.

Einheimische Fauna

Auch als es 4:0 steht, leiden die Benfica-Fans jedes mal Todesqualen, wenn ihr Team eine Chance vergibt. Zum Schluss steht es 7:0 und die Fans sind zufrieden. Beim Rausgehen ist einem alten Pfadfinder völlig klar, in welche Richtung er gehen muss. Nach einer dreiviertel Runde um das Stadion ist auch schon der Übergang zum Hotel gefunden.

Da es schon 2300 ist und morgen früh Tagwache ist, wird der Tag sofort für beendet erklärt.

Dia 24 – Lissabon

Da wir jetzt in einer neuen Zeitzone sind, lassen wir uns sicherheitshalber um 0800 wecken. Nicht, dass wir das Frühstück verschlafen, das es nur bis 1100 gibt. Für dieses muss man sich nach unten in den Speiseraum begeben. Dort gibt es ein Buffet mit Wurstzeug, Eiern, Käse, Nuttella (!) und sonstigem Kram, den Leute so zum Frühstück vertilgen.

Hoch auf dem gelben Wagen

Michelin-Sterne gewinnt dieses Frühstück aber keine. Die Butter gibt es in Packungen von gefühlt 2 Milligramm. Es gibt auch einen Doppel-Toaster. Der braucht aber ewig zum fertig werden und was er ausspuckt ist eher Zwieback als Toast. Wir vermissen Freddy jetzt schon. Nach dem Motto „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“ wird aber alles gefuttert. Schlechtwetter können wir uns jetzt nicht mehr leisten.

Der Verkehr in Lissabon wird streng überwacht

Wenn man beim Fenster rausschaut, blickt man auf das Stadion von Benfica Lissabon. Es ist dieses Wochenende aber kein Match hier. Am Mittwoch spielen sie in Monaco, aber da werden wir zufällig nicht dort sein. Dann geht es an den Tagesplan. Im Internet ist ein Hopon- Hopoff-Bus ausfindig gemacht worden. Es gibt den roten Bus und den gelben Bus. Letzterer hat bessere Bewertungen, als soll der genommen werden.

Das Aquädukt ist aus dem 18. Jahrhundert

Es wird ein Uber bestellt und los geht es. Die Fahrt dauert genau 30 Minuten. Dann sind wir an einem großen Platz, auf dem gerade ein Christkindlmarkt ist. Wie es sich für einen solchen gehört, gibt es auch Glühwein. Bei 20° C. Aber darum kümmern wir uns erst später. Jetzt muss mal ein 48-Stunden-Ticket für den gelben Bus gekauft werden. Das geht erfreulicher Weise direkt im Bus.

Die Brücke des 25. April kann auch an allen anderen Tagen benutzt werden.

Es gibt zwei Linien, die blaue, die durch das alte Lissabon geht und die rosa, die durch das moderne führt. Wir beginnen mal mit der blauen. Wir folgen der bereits in Amerika bewährten Strategie, erst einmal die ganze Runde abzufahren und dann auf der zweiten entscheiden, wo sich Offhoppen lohnt. Man bekommt Kopfhörer, die man anstecken kann und in seiner Lieblingssprache anhören. Auf dem Platz von ICBeter funktioniert es natürlich nicht.

Moderne Kunst

Nachdem die Runde erledigt ist, wird erst mal ein Imbiss genommen, denn es ist schon Mittag. Da kommt der Christkindlmarkt gerade recht. Mura testet auch den Glühwein. Er ist deutlich stärker als jener daheim. Die haben das österreichische Konzept, dass die Leute möglichst viel von dem Zeug kaufen und trinken sollen, bevor sie umfallen, bis jetzt nicht übernommen.

Alte Kunst

Dann wird zum Elevador de Santo Justa marschiert. Das ist ein großer Aufzug, der einen tiefer liegenden Stadteil mit einem höheren verbindet. Mit ein wenig Umweg – den wir natürlich absichtlich gemacht haben, um die Straßen zu besichtigen – finden wir den auch. Mit unserem Busticket könnten wir sogar runter und wieder rauf fahren. Aber trotz minutenlangem Warten kommt kein Lift rauf.

Das Convento do Carmo ist seit dem Erdbeben 1755 kaputt.

Also wird weiter marschiert. So können wir fotografieren, dass der Lift gerade rauf fährt. Nächste Station ist der Eleveador da Gloria. Das klingt auch nach einem Aufzug, ist aber eher eine kurze Straßenbahn, die einen steilen Weg rauf fährt. Einer der sogenannten Funiculars. Der führt direkt zu einem Miradouro, von dem man große Teile der Stadt überblicken kann.

Elevador Sta. Justa

Dann wird ein langer Fußmarsch zum Parque Edoardo VII. gemacht. Ein bestimmtes Mitglied der Taskforce ist zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr mit dabei. Es wird aber nicht verraten, wer es ist. Auf dem Weg kann man immer wieder über das berühmte Lissaboner Kopfsteinpflaster stolpern. Das meiste davon geht bis auf das 19. Jahrhundert zurück. Einige Stellen scheinen seither nicht repariert worden zu sein.

Funicular de Gloria

Im Parque wird bereits ein weiterer Christkindlmarkt aufgebaut. Man kann nie genug davon haben. Am oberen Ende dieses Parks ist die Haltestelle des gelben Bus. Rund 150 Meter davor sehen wir die Station. Und den Bus, der gerade kommt. Für einen 150 m Sprint bergauf ist aber keiner motiviert und so wird auf den nächsten gewartet. Das gibt eine wohlverdiente Verschnaufpause. Natürlich kommt zweimal der rote Bus, bevor der nächste gelbe kommt.

Da wollten wir nicht um die Burg hinauf gehen

Diesmal wird bis Belem gefahren. Dort ist ein großer Palast, der jetzt ein Museum ist. Als wir davor stehen, kommt ein Polizeimotorrad mit Blaulicht. Dann noch eines und noch eines. Dann ein paar Polizeiautos. Dann eine Armada von schwarzen Limousinen. Eine davon mit chinesischer Staatsflagge. Dann eine Armada von Polizei-Bussen. Der ganze Tross bleibt vor dem Museum stehen und alles wird abgesperrt.

Traditionelle Kunst

Fotos kann man nur mehr aus der Ferne machen mit vielen schwarzen Autos davor. Na schönen Dank auch… Also wird lieber der Park davor angeschaut und das Padrão dos Descobrimentos. Ein riesen Denkmal am Ufer des Flusses Tajo. Dann geht die Sonne unter und es wird Zeit, sich zurück zu ziehen. Genau dort, wo wir sind ist auch eine Station des gelben Bus. Diesmal ist das Glück auf unserer Seite. Zwei Minuten warten und der Bus ist da.

Parque Edoardo VII

Die restliche Route wird dann nochmal abgefahren. ICBeter hat sogar funktionierenden Ton. Am Ende angekommen wird wieder ein Uber ins Hotel genommen. Der Vorteil von portugiesischen Uberfahrern im Vergleich zu amerikanischen ist, dass sie so gut wie nichts reden. Da erspart man sich selbst das Reden. Beim Hotel wird noch ein Supermarkt für Getränke und Eis.

Mosteiro dos Jerónimos

Bei Eintreffen im Zimmer sitzt Mura schon mit 6 Schachteln Sushi am Tisch. Das ist nett, dass er gleich für alle Sushi gekauft hat. Leider stellt sich heraus, dass es nur seine eigene Ration ist. Die hat er hungrig bestellt, was immer ein Fehler ist. ICBeter und Tami bestellen daraufhin Pizza. Eine 2-Personen Pizza.

Padrão dos Descobrimentos im Abendrot

Als die geliefert wird, macht die Tatsache, dass der Pizzakarton so groß ist, wie ein normaler Pizzakarton daheim, schon etwas misstrauisch. Die Hoffnung, dass die Pizza größer ist, als der Karton erfüllt sich aber nicht. Da ist es gut, dass bei Mura die Augen beim Bestellen größer waren als der Sushimagen. Da gibt es für die anderen beiden noch eine Vorspeise. Außerdem ist nicht bestelltes Knoblauchbrot geliefert worden.

Christkindlmarkt Lisboa

Weil es ein langer Tag war, wird dieser dann bald für beendet erklärt.

Dia 23 – Reisetag

Wieder mal ist der letzte Tag auf einer Insel gekommen. Gleich in der Früh heißt es daher, Abschied von Freddy X. zu nehmen. Er war uns ein treuer Begleiter durch diese Zeit. Die letzten Toasts toastet er auch anstandslos. Wir schaffen es sogar, alles Wurstzeug aufzuessen und nichts zurück zu lassen. Wir werden einfach immer besser.

Auch Cola und Orangensaft bleiben nicht übrig. Der letzte Rest wird noch in die Koffer gepackt. Dann kommt die Betreuerin vom Nebenbalkon daher. Das Haus gehört nämlich dem selben Besitzer und wird auch vermietet. Auch sie sieht sich zur Sicherheit außer dem Wohnzimmer nichts an. Als wir noch einen letzten Blick auf Küche und Wohnzimmer werfen, sind wir uns sicher, dass wir 3 Wochen lang hier waren und nicht 6 Tage.

Abschied von Freddy X.

Dann geht die letzte Fahrt mit unserem Automatik-Qashqai los. Nach ein paar Kilometern dann die Hiobsbotschaft: Mura fällt ein, dass wir noch Eis im Kühlfach vergessen haben! Das hätten wir locker noch essen können. Das ist ein herber Rückschlag auf dem Weg zur Weltherrschaft! Nach einer Schweigeminute für das verlorene Eis geht es dann Richtung Santa Cruz.

Dort waren wir glaube ich schon einmal. Die Stadt verabschiedet uns mit Nebel und Regen. Mal schauen, ob das Flugzeug bei dem Wetter landen kann. Bei dem heftigen Flugverkehr hier könnte das gefährlich werden. Vor dem Flughafen gibt es aber noch einen kurzen Stopp beim Andenken-Geschäft, weil Mura noch Kühlschrankmagneten kaufen muss. Sonst müsste er wieder hierher zurück kommen, um welche zu kaufen.

Tami und ICBeter haben das Geschäft ja gestern ausfindig gemacht. Nächste Station ist die Tankstelle. Wieder haben wir das Auto ohne freien Tank bekommen. Die Fahrt zum Flughafen ist dann nur mehr 50 Meter weit. Mit einmal verfahren finden wir hin. Da heißt es jetzt Abschied nehmen vom Auto. Die Tür zum Flughafen geht nicht auf.

Unser Flug ist in der Liste!

Vermutlich noch geschlossen. Aber drin sitzt schon einer. Der kommt zur Tür, denn von innen geht sie auf. Im Abfertigungszimmer gibt es drei Checkin-Schalter. Noch ist keiner besetzt. Aber es gibt 10 Sitzplätze. Dort warten wir. Warten wird heute unsere Hauptbeschäftigung sein. Es kommt noch ein älteres Ehepaar. Die Tür geht nicht auf. Also geht ICBeter hin und öffnet die Tür. Das bringt wieder gutes Karma.

Dann wird der Checkin geöffnet. Alle drei Schalter sind besetzt. Das muss wohl so sein, sonst kommen die einzelnen Mitarbeiter wohl nicht auf ihre Arbeitsstunden. Tami und ICBeter suchen sich den Mittelschalter aus. Mura, der extra gebucht hat, den linken. Das Gepäck wird bis Lissabon durchgecheckt. Na schauen wir mal.

Am Stock oben gibt es eine Cafeteria. Das ist der Treffpunkt für alle Mitarbeiter vor dem Schichtbeginn. Der ist für alle gleich, nämlich kurz bevor das heutige Flugzeug landet. Auch die ersten Passagiere finden sich ein. Wir können von oben die Rückgabe der Mietautos beobachten. Keiner hat so ein großes Auto bekommen wie wir.

Mura isst zur Sicherheit einen Burger mit Pommes. Mit etwas Sauce wäre er sogar sehr gut gewesen. Zur Bewältigung des Ansturms bekommt jeder, der etwas Warmes bestellt, ein Piepserl, das piepst, wenn das Essen fertig ist. Nach dem Ansturm von Mitarbeitern und Passagieren – sicher 20 an der Zahl – haben auch die in der Cafeteria wieder Ruhe für heute. Wenn ihr jemals einen Burnout habt, wandert nach Santa Cruz aus und bewerbt euch am Flughafen.

Letzter Blick auf Flores

Mura schaut am Handy auf Flightradar24, wo denn der Flieger gerade ist. Denn in einer halben Stunde sollte er hier landen. Es ist aber weit und breit keiner zu sehen. Er macht den dummen Scherz, dass der noch gar nicht in der Luft ist und wir Verspätung aufreißen werden. Also sucht er mal den Flug auf einer Flug-Webseite. 55 Minuten Verspätung.

Da bleibt nur eines: Warten. Um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen, kaufen wir uns jeder ein Eis. Ein paar sind noch vorhanden. Als das aufgegessen ist, gehen wir durch die Security. Damit die mal was zu tun kriegen dort. Inzwischen ist der Flieger auch in Flightradar24 zu sehen. Daher wissen wir, wann er da ist und können ihm beim Landen zusehen.

Vor dem Einsteigen müssen wir am Gate noch warten. Das ist übrigens leicht zu finden, denn es gibt nur eines. Das heißt einfach „Gate“. Wir müssen so lange warten, bis es endlich wieder zu regnen beginnt. Dann dürfen wir zu Fuß zum Flieger gehen. Aber es gibt gratis Schirme, die man an der Flugzeugtür wieder abgeben kann.

Natürlich müssen wir wieder hinten einsteigen. Das gute Karma von der Früh macht sich jetzt bezahlt, denn die Reihe hinter ICBeter und Tami bleibt leer. So haben sie beide einen Fensterplatz. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft. Der Flug startet mit 1:10 h Verspätung. Der Flug geht nach Terceira. Aufmerksame Blog-Lesern kommt das sicher bekannt vor.

Am Flughafen Lissabon weihnachtet es schon

Da sind wir zwischengelandet, als wir nach Pico geflogen sind. Dort angekommen stehen schon 3 Dash-Maschinen dort herum. Mit unserer vier. Mura hat im Internet recherchiert, dass die Fluglinie 5 davon besitzt. Es ist also fast die ganze Flotte hier versammelt. Letztes Mal mussten wir noch zu Fuß ins Terminal gehen. Diesmal warten zwei Busse auf uns, die uns die 100 m hinführen.

Es hat also in der Zwischenzeit der Fortschritt auf Terceira Einzug gehalten. Wir gehen direkt zum nächsten Gate. Dort können wir aber nur kurz durchatmen. Denn das Boarding beginnt sofort. Wieder werden wir mit Bussen zum Flieger gefahren. Zum gleichen, aus dem wir ausgestiegen sind. Und wir haben die gleichen Sitzplätze. Aber die Reihe dahinter ist diesmal besetzt.

Wieder geht es in die Lüfte und bald wieder herunter. Diesmal in Ponta Delgada. Nicht dem kleinen Dorf auf Flores, sondern dem großen auf Sao Miguel. Aufmerksame Blog-Leser erinnern sich. Den Flughafen kennen wir also auch schon. Als Stammgäste begrüßen uns die Mitarbeiter auch freundlich beim Betreten des Terminals. Davor steht übrigens die 5. Dash-Maschine der Airline.

Im Coffeeshop essen wir sicherheitshalber etwas. Die Wedges sind außen heiß und innen halb roh. Medium rear also. Das gibt keine Michelin-Sterne. Dafür ist es doppelt so teuer wie am Flugplatz von Flores. Mura nutzt dann noch die allerletzte Chance, auf den Azoren Andenken zu kaufen. Dann heißt es Warten auf den nächsten Flug. Die Verspätung hat uns über eine Stunde Wartezeit erspart. Es leben die portugiesischen Fluglinien!

Das neue Wohnzimmer wird in Augenschein genommen

Dann wird es Zeit zum Einsteigen. Der dritte und tatsächlich letzte Flug des Tages beginnt. Mura sitzt in der Businessclass vorne, ICBeter und Tami haben den Mittelsitz und Gangsitz. Daneben sitzt eine Mutter mit 2 Kindern und der Vater bei uns am Fenster. Also geben wir ihm den Gangsitz. Wieder gutes Karma gesammelt!

Nach zwei Stunden landet die Kiste in Lissabon. Nach einer Wanderung zum Baggage Claim fährt unser Gepäck schon Ringelspiel als wir dort ankommen. Mura bestellt ein Uber. XXL-Uber funktioniert nicht, also muss es ein XL-Uber tun. Es kommt Muras neues Lieblingsauto: Ein Dacia Jogger. Eine etwas 60jährige Fahrerin kommt damit. Wir heben unsere Koffer lieber selber rein.

Wir wohnen in einem Apartment-Hotel. Da haben wir ein kleines Wohnzimmer mit Kochecke und zwei Zimmer. Und das wichtigste: Zwei Badezimmer! Fehlt nur noch das Abendessen. Mura hat im Flugzeug schon Steak gegessen. Da wir jetzt wieder in der Zivilisation sind, gibt es hier Lieferdienste. Also bestellen ICBeter und Tami schnell noch Burger. Die werden statt mit Pommes Frittes wieder mit diesen komischen Minifrittes geliefert, wie beim Hotdog in Santa Cruz. Michelin-Sterne bekommen die Burger keine.

Mura testet dann noch die Dusche. Es ist kompliziert. Rechts stellt man Temperatur und Wassermenge ein, links wo das Wasser rauskommen soll. Irgendwie schafft er es dann aber doch. Weil durch die Zeitumstellung schon nach Mitternacht ist, wird der Tag dann für beendet erklärt. Damit hat unser letzter Urlaub begonnen.

Dia 22 – Ponta Delgada

Der letzte komplette Tag auf den Azoren ist angebrochen. Es wird zwar aller Voraussicht nach noch weitere Tage auf den Azoren geben, aber nicht für uns. Sie müssen halt irgendwie ohne uns auskommen. Madeira hat das schließlich auch geschafft. Freddy X. darf aber noch zweimal für uns toasten und macht das ohne Meckern.

Als Special gibt es bei diesem Frühstück Tintenfische aus der Dose. Inklusive Sand, damit man sicher sein kann, dass sie wirklich aus dem Meer sind. Natürlich könnte der Sand auch so beigemischt worden sein. Nach dem Frühstück ergibt eine Volkszählung in den Toast-Packungen, dass morgen eine Scheibe zu wenig da sein wird.

Ponta Delgada

Jetzt ist guter Rat wieder teuer. Aber es gibt ja ein Geschäft neben der Bar. ICBeter geht dort hin, um eine Semmel zu kaufen. Einzeln gibt es die aber nicht, also muss eine Zweierpackung gekauft werden. Das wird kompliziert morgen. Aber noch ist es nicht so weit. Wir haben noch 24 Stunden, um über dieses Problem nachzudenken.

Auf dem Programm stehen heute Besichtigungen im Norden. Weil dabei keine Wanderung geplant ist, macht Mura nicht mit und bleibt daheim. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. In Ponta Delgada geht es dann auf eine kleine Nebenstraße bis zu einem Leuchtturm. Der ist offenbar im Besitz des Militärs, deshalb ist alles rund herum abgesperrt.

Vaca und der Ozean

Aber davor kann man die Klippen runter schauen und ein oder zwei Fotos machen. Dann werden in der Nähe noch ein paar Fotopunkte angefahren. Das Wetter ist schön, es hat sich ausgezahlt, dass gestern alle ihre Portion aufgegessen haben. Ein paar Straßen haben Madeira-Steigung. Aber mit unserem Automatik-Qashqai kein Problem.

Dann geht die Fahrt nach Santa Cruz. Weil das gleich in der Nähe liegt. Dort wird noch ein Geschäft gesucht, in dem letzte Souvenirs gekauft werden können. Im Google findet man dazu nichts. Zwar heißt es, was Google nicht kennt, gibt es nicht, aber wir versuchen trotzdem unser Glück. Einfach alle Gassen abmarschieren.

Das Wasser ist ein klarer Fall

Schon in der zweiten Gasse werden wir fündig. Es gibt Kühlschrankmagneten, Stofftiere (hauptsächlich Kühe) und Ansichtskarten. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft! Am Rückweg hat der Foodtruck offen. ICBeter nutzt die Gelegenheit und holt sich einen Hotdog. Der Azoren-Hotdog ist etwas anders als der übliche.

Zusätzlich zu Brot, Würstel, Ketchup und Mayo gibt es noch Minifrittes und Oliven. Man wird auch nicht gefragt, welche dieser Zutaten man haben will. Nach dem Motto „gegessen wird, was auf den Tisch kommt“ bekommt man einfach alles. Tami verzichtet, denn er freut sich schon auf die Bohnensuppe, die es zu Mittag immer im Cafe gibt. Mura hat die bereits erfolgreich getestet.

Der gefährliche Wachhund bewacht den Leuchtturm

Also wird die Heimfahrt angetreten. Der letzte Miradouro, den wir wegen Schlechtwetters auslassen mussten, wird am Rückweg auch noch mitgenommen. Offenbar ist auf Flores gerade Rushhour, denn auf der ca. 30-minütigen Fahrt begegnen uns mindestens 5 Autos! Das erinnert uns fast an die Staus in Honolulu!

In Faja Grande (haben wir erwähnt, dass es das westlichste Dorf Europas ist?) steigt Tami gleich in der Nähe des Cafe aus, denn er will auf keinen Fall zu spät zur Bohnensuppe kommen. ICBeter fährt die 40 m weiter zum Haus. Mura ist gerade schwer mit dem Mittagsschläfchen beschäftigt. Eine Minute später kommt auch Tami bei der Tür herein.

Vacas Artgenossen lassen es sich gut gehen

Nein, er hat nicht den Rekord im Bohnensuppen-Schnellessen gebrochen. Das Cafe hat am Mittwoch geschlossen. Das ist insofern schlecht, als heute Mittwoch ist. Das ist natürlich ein schwerer Rückschlag auf dem Weg zur Weltherrschaft. Aber zum Trost gibt es ja Schokokekse. Für solche Notfälle sind die schließlich erfunden worden.

Dann wird es Zeit zum Blog-Schreiben. Damit sich das Chips-, Cola- und Winddesaster nicht wiederholt, nimmt ICBeter diesmal nur eine Tafel Schokolade mit. Die bietet dem Wind weniger Angriffsfläche. Vermutlich wird sie deshalb immer so flach produziert. Außer der Toblerone. Wie man Toblerone auf einer windigen Terrasse essen kann, können wir euch leider auch nicht sagen. Wir wissen zwar fast alles, aber eben nur fast.

Farol de Albarnaz

Aber wenn ihr gelernt habt, dass man Chips und Cola nicht auf eine windige Terrasse mitnimmt, dann hat sich das viele Blog-Schreiben schon gelohnt. Der Wind ist heute übrigens nicht schwächer. Es würde sich lohnen, ein Windrad auf die Terrasse zu stellen. Jetzt wissen wir auch, warum alle Sesseln und Liegen auf der Terrasse angeschraubt sind.

Langsam, aber sicher kommt die Zeit des Abendessens. Am ersten Tag auf dieser Insel haben wir Tiefkühlzeug gekauft, weil wir sicher irgendwann nichts zu Essen finden, da so viele Lokale zu sind. Da heute der letzte Abend ist, muss das Zeug weg. Mura macht den Anfang. Er testet, ob der Backofen funktioniert. Dann kommen ICBeter und Tami. Sie testen, ob die Mikrowelle funktioniert.

Die Insel Corvo. Nein, nicht die. Die ganz hinten.

Nach ein paar Minuten auf alle Knöpfe drücken haben sie sie auch tatsächlich in Gang gebracht. War aber auch klar, dass man die „+30“-Taste drücken muss, um das Teil zu starten. Fazit des Ganzen: Die Geräte funktionieren alle, das Essen ist aber nicht unbedingt das beste, das wir auf dieser Reis hatten.

Auf der Lachs-Lasagne steht „Lachs“ drauf, damit man beim Essen weiß, dass es nach Lachs schmecken sollte. Wir können uns aber an eine USA-Reise erinnern, wo wir einmal Fertiggerichte gegessen haben, die noch schlechter geschmeckt haben. Also ist das hier ein Erfolg. Es ist sogar noch Eis da, weil wir so weitsichtig eingekauft haben.

Zum Schluss noch ein Foto für alle, die kein Meer mehr sehen können.

Dann geht wieder das große Einpacken los. Wieder bewahrheitet sich die alte Weisheit, dass immer dann, wenn alles eingepackt ist, noch 30 % fehlen. Aber es wird wieder alles untergebracht, denn im Einpacken sind wir ja inzwischen Profis. Wir sollen Youtube-Tutorials für Koffer packen machen und damit Unsummen verdienen.

Dann begeben sich alle zur letzten Ruhe auf den Azoren. Aber es ist nur der dritte Urlaub, der endet. Oder – je nach Zählweise – der vierte. Wenn man den Tag auf Fajal als eigenen Urlaub zählt. Ein Urlaub in Lissabon steht uns noch bevor. Wer jetzt glaubt, wir steigen morgen in Santa Cruz ins Flugzeug ein und in Lissabon wieder aus, der irrt gewaltig. Mehr wird aber noch nicht verraten…

Dia 21 – Santa Cruz

Heute ist es schon 0800 bis alle aufgestanden sind. Es ist aber auch kein umfangreiches Programm geplant. Zum Frühstück gibt es als Special Räucherlachs und Tintenfische aus der Dose. Freddy X. Toastet brav alle Toasts, auch die Vollkorn. Die haben keine Rinde. Das Tagesprogramm ist, nach Santa Cruz zu fahren und sich Museen anzuschauen.

Der Miradouro ist erreicht

Weil das aber nicht so lange dauert, kann noch ein Vorprogramm absolviert werden. In Form einer Wanderung. Es gehen aber nicht alle mit. Einer bleibt daheim. Es wird aber noch nicht verraten, wer. Ausgangspunkt ist unser Haus. Dort gibt es nämlich ein Schild, dass in 100 m ein Miradouro ist. Und es gehen Stiegen nach oben.

Die werden mal genommen. Irgendwann wird der Weg ziemlich unwegsam. Verwachsen und uneben. Nach einigen Metern ist dann ganz Schluss. Also muss umgedreht werden. Am Rückweg sieht ICBeter, dass nach links Stiegen hinauf gehen. Das könnte vielleicht der richtige Weg sein. Und tatsächlich führt der zum Miradouro. Da sieht man wieder mal, dass sich ein Pfadfinder nie verirrt!

Vaca über Faja Grande

Dort oben hängt auch die Webcam. Dann geht es wieder runter. Nächste Station ist die Kirche. Die liegt mitten in der Partymeile von Faja Grande zwischen Bar und Cafe. Weiter geht es zum Strand. Dort gibt es ein Naturbad, das gerade keiner benutzt, einen Campingplatz, den gerade niemand benutzt und ein Fußballplatz den gerade niemand benutzt.

Piscina naturalis

Außerdem das Barraca Q’abana. Das ist jetzt zu. Als alles fotografiert ist, wird der Rückweg angetreten. Damit kann das Hauptprogramm gestartet werden. Das machen wieder alle mit! Es wird nach Santa Cruz gefahren. Die Strecke kennen wir inzwischen auswendig und finden problemlos hin. Zumindest mit Navi. Während in Faja Grande bei Abfahrt schönes Wetter herrschte, ist es hier nebelig und regnerisch. Das ist, weil ICBeter gestern hier seinen Fisch nicht aufgegessen hat.

Ein Pottwal samt seiner Beute wurde gefangen.

Erste Station ist die alte Wal-Fabrik. Dort sind keine Wale produziert worden, sondern im Gegenteil zerlegt und verarbeitet worden. Zuerst mussten die Wale erspäht werden. Dafür sind Leute den ganzen Tag in Ausgucken herum gesessen und haben mit Ferngläsern das Meer angeschaut. So wie Touristen. Wenn die Pottwale aufgetaucht sind, haben sie Alarm gegeben.

Walfängerboot – besser als ein Speedboat!

Dann sind die Bootfahrer dran gekommen. So wie heute die Touristen mit dem Speedboat sind sie raus gefahren. Sie mussten aber selber rudern. Dann ist der Wal erlegt und an Land gezogen worden. Dort hat dann die Verarbeitung begonnen. Das Fett ist ausgekocht worden, um Öl zu bekommen. Das Fleisch ist mit heißem Dampf gekocht und verarbeitet worden. Die Knochen sind zu Mehl zerrieben worden.

Walfleischkochmaschine

Die Maschinen stehen alle noch dort. Auch die Dampfkessel und die Ölkochbehälter. Wenn also der nächste Wal gefangen wird, könnten die gleich wieder loslegen. Theoretisch. Das Museum bietet immerhin ein ausgezeichnetes Preis-Leisungs-Verhältnis. Einen Euro kostet der Eintritt für eine Person. Um gutes Karma zu sammeln, geben wir 5 €. Also 66,67 % Trinkgeld.

Könnte trotzdem sein, dass das Museum mit zwei anwesenden Angestellten heute Verlust gemacht hat. Außer uns war nämlich die ganze Zeit niemand hier. Nachdem wir alles über den Walfang wissen (z. B. dass er hier bis 1981 betrieben wurde) gibt es erst einmal ein Pause. Neben dem nächsten Museum ist eine Bar.

Walölmaschine

Dort fallen wir ein. Es sind allerhand Sandwiches auf der Speisekarte. Geben tut es aber nur mehr Hendl-Sandwich. Ein Stück. Das teilen sich ICBeter und Tami. Mura bestellt einen Toast, den gibt es noch. Beim Warten können wir die Leute beobachten, die herein kommen. So kommt der Typ von der Autovermietung herein, der mit Mura den Juke holen gefahren ist. Er winkt uns freundlich zu. Auf dieser Insel kennen wir uns halt alle.

Computer History Museum?

Dann kommt noch einer von der Flughafen-Feuerwehr herein. Das heutige Flugzeug ist schon abgeflogen. Mura hat es gehört, als er das Museum verlassen hat. Also haben die jetzt Feierabend. Genau so wie die Gepäckabfertiger, die Securityleute und die im Tower. Burnout holt sich am Flughafen Santa Cruz niemand.

Die Zeit, wenn kein Flugzeug da ist – also etwa 23 ½ Stunden am Tag – wird aber genutzt. So fährt etwa ein Traktor rund um die Landebahn und erntet Heu. Diese Landebahn ist übrigens fast so lang wie die ganze Ortschaft. Die erstreckt sich quasi entlang der Landebahn des Flughafens. Nach dem Imbiss geht es ins Flores-Museum.

Piraten!

Es ist in einem ehemaligen Franziskanerkloster untergebracht. Später war es ein Krankenhaus. Der Eintritt ist wieder 1 €. Weil Mura kein Cash mehr hat, kramt ICBeter noch 4 € hervor. Damit gibt es diesmal nur 33,33 % Trinkgeld. Es geht auf 2 Pisos um die Geschichte von Flores. Von ersten Siedlern bis zu den Piraten. Damit sind aber nicht die Leute gemeint, die die Touristen ausnehmen.

Klarer Fall: Ein Wasserfall!

Dann sucht Mura noch einen Bankomaten. Weil der zufällig direkt neben dem Helios ist, muss natürlich auch dort rein gegangen werden. Außer Eis brauchen wir zwar nichts, aber davon dafür reichlich. Dann muss es klarerweise schnell heim gefahren werden, damit das Eis nicht schmilzt. Das gelingt auch. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft!

Natürlich darf auch ein Wasserfall nicht fehlen

Weil das ganze nicht so lange gedauert hat, ist noch Zeit für ein Nachprogramm. Es gibt noch etwa eine Stunde lang Sonnenlicht. Weil es erstmals komplett wolkenlos ist, kann der Marsch nach Ponta da Faja angetreten werden. Da lassen sich nämlich Wasserfälle fotografieren. Es muss zwar etwas flotter marschiert werden, um noch vor Sonnenuntergang anzukommen, aber auch das wird geschafft.

Letztlich fehlt nur mehr das letzte Projekt eines jeden Tages: Das Abendessen. Die Wahl fällt wieder auf die Barraca Q’abana. Diesmal ist sogar ein Tisch frei. Tami probiert mit den Spießen was neues aus, die anderen bleiben bei bewährtem. Diesmal essen alle auf, daher wird das mit dem Wetter morgen passen. Die Nachspeise wird daheim gegessen, weil die Eisvorräte ja jetzt aufgefüllt sind. Damit kann der Tag zufrieden für beendet erklärt werden.

Dia 20 – Ponta do Ilheu

Der Dia startet wieder um etwa 0730 mit dem Frühstück. Freddy X. toastet wieder brav alle Toasts. Wir stellen fest, dass wir deutlich weniger Butter verbrauchen, seit wir die Butter haben, die man aus der Plastikdose rausfummeln muss. Wahrscheinlich gibt es deshalb nur diese Butter. So kommen die Leute länger damit aus und sie müssen nicht so viel davon mit dem Schiff herschicken.

Die Wurstpackungen können wir ohne Schere nicht öffnen. Sowohl Mura als auch Tami scheitern kläglich. Vermutlich ist es in Portugal Gesetz, dass ungesunde Lebensmittel kindersicher verpackt werden müssen. Dann geht Tami seiner neuen Lieblingsbeschäftigung nach, nämlich Schuhe fönen. Derweil wird eine Einkaufsliste erstellt.

Miradouro 1

Da das kein Ort ist, an dem man täglich einkaufen gehen kann, muss man die Gelegenheit nutzen, wenn man einmal in einer größeren Stadt ist. Heute geht es in den hohen Norden. Nach Ponta Delgada. Ihr werdet jetzt sagen: Da ward ihr doch schon! Aber Ponta Delgada ist so wie St. Georgen in Österreich. Jede Region, die etwas auf sich hält, hat so einen Ort.

Um vom Westen in den Norden zu kommen, muss man erst in den Osten. Denn von dort geht die einzige Straße rauf. Da Mura gestern Wandertag hatte, ist heute dringend ein Ruhetag notwendig. Also machen sich heute ICBeter und Tami auf den Weg. Der Zielpunkt wird einprogrammiert und los geht es. Unterwegs werden mehrere Miradouros mitgenommen.

Ponta Delgada von oben

Nach Ponta Delgada wird schnell gefunden. Der Wanderweg beginnt am letzten Ende der Ortschaft. So müssen schön enge und steile Straßen runtergefahren werden, bis der Punkt erreicht ist. Das Gute daran, dass man im November da ist, ist dass auch wenn es nur einen oder zwei Parkplätze gibt, immer was frei ist.

Der Weg geht großteils durch den Wald. Aber er ist markiert. Bei einer großen Abzweigung wird der Markierung nach rechts gefolgt. Der Weg geht dort steil bergauf. Da das laut Karte nicht so war, kommt ICBeter das nach etwa einer Minute spanisch vor. Das ist insofern schlecht, als wir in Portugal sind. Ein Blick auf die Wander-App zeigt, dass wir falsch abgebogen sind.

Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht!

Die Markierung hat uns in die Irre geführt. Das ist sicher wieder ein plumper Versuch der dunklen Mächte, uns an der Weltherrschaft zu hindern. Also geht es weiterhin relativ flach. Dann kommt ein Stück, auf dem Wasser am Weg fließt. Eh nur ein paar Millimeter. Das triggert ein Trauma bei uns. Tägliche Blog-Leser wissen Bescheid. Aber es wird dann nicht mehr schlammiger.

Dann besteht der Weg aus lauter Pflastersteinen. Das ist auch ein Dejavu. An der Mitte des Weges ist eine kleine Brücke. Sie hat keine Geländer und links und rechts geht es 20 m in die Tiefe. Aber sie ist immerhin über 2 m breit. Man muss also schon ordentlich einen sitzen haben, um da runter zu fallen. Nach weiteren Wald-Kilometern kommt dann ein Aussichtspunkt. Es ist zwar bewölkt, aber man ist trotzdem dankbar.

Das sind ja schöne Aussichten…

Kurz vor Ende des Weges kommt dann ein Klettern auf Felsen mit Abgrund links daneben. Das sind zwar ein paar Büsche zwischen Weg und Abgrund, aber es wird trotzdem umgedreht. Die Aussicht ist hier auch gut. Ein weiterer Aussichtspunkt wird noch anmarschiert, dann geht es wieder zurück. Das Auto hat brav auf uns gewartet.

Ins Navi wird ein Miradouro im Hafen eingegeben. Das schickt uns dann durch enge Gassen dort hin. Die Hauptstraße wäre auch hin gegangen. An diesem Aussichtspunkt steht ein Nissan Juke mit dem Kennzeichen BB82QR. Jetzt besteht wohl kein Zweifel mehr, dass uns dieses Auto stalkt! Nach dem Fotografieren geht es wieder raus aus dem Dorf.

Am Ende das Weges

Das Navi leitet uns nur einmal in die Irre. Danach bleiben wir konsequent auf der Hauptstraße, den die führt sicher hinaus. Über noch ein paar Miradouros geht es dann nach Santa Cruz. Da sind wir damals vor langer Zeit mit dem Flugzeug angekommen. Wir sehen uns erst einmal die Kirche und den Hafen an. Von da werden wir morgen mit der Fähre auf die Insel Corvo fahren. Wenn nicht irgend was schräges dazwischen kommt.

Dann wird zum Supermarkt gefahren. Im ersten Versuch fahren wir daran vorbei. Obwohl das Navi sagt, dass das Ziel erreicht ist, sieht keiner den Helios-Markt. Also wird einmal um den Häuserblock herum gefahren. Beim zweiten Mal wird genauer geschaut. Tatsächlich steht über einem Haus das Schild „Helios“. Ohne Parkplätze davor. Also wird in der Quergasse geparkt.

Wellengang: hoch

Dieser Helios ist etwas kleiner als der in Lajes. Aber es gibt alles wichtige. Schoko und Cola zum Beispiel. Die Einkaufsliste kann komplett abgearbeitet werden. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft! Der Nachteil am Parken in einer Seitengasse ist, dass man die Einkäufe zu Fuß in eine Seitengasse schleppen muss. Aber auch das wird unfallfrei gemeistert.

Mit einem kleinen Umweg über einen Miradouro wird dann die Heimfahrt angetreten. Natürlich mehrmals unterbrochen von Miradouros. Mura hat in der Zwischenzeit das Mittagsmenü im lokalen Cafe ausprobiert und für gut befunden. Bohnengemüsesuppe und Ripperl mit Wedges. Nach der Heimkunft geht ICBeter wieder auf die Terrasse zum Blog schreiben.

Miradouro 2

Mit Cola und Chips. Wir wollen ja nicht sagen, dass es windig war, aber der Wind wirft das Colaglas um und das Cola quer über den Laptop. Das ist eine besondere Freude. Aber wofür gibt es Küchenrollen? Die machen alles wieder gut. Also wird zum Rückzug geblasen und im Haus weiter geschrieben.

Zum Abendessen hat Mura wieder ein Lokal aufgestöbert, das geöffnet hat. Also wird dort hin gefahren. Es ist sogar ein Tisch frei. Zuerst glauben wir, dass hier wohl Selbstbedienung ist, denn in den ersten Minuten kommt einfach niemand, um die Bestellung aufzunehmen. Irgendwann kommt dann doch die Chefin. Sie zählt auf, was alles da ist. Jeder bestellt einen Fisch und wird gefragt, ob er Süßkartoffeln und Salat dazu will.

Geysire!

Tami nimmt Süßkartoffeln und Salat, die beiden anderen normale Erdäpfel und keinen Salat. Im Fernsehen läuft Kroatien gegen Portugal. Portugal führt 1:0. Dann kommt auch schon das Essen. Alle bekommen normale Erdäpfel und Salat. Auf einem anderen Tisch sitzen Amerikaner. Das besondere an Amerikanern ist, dass man ihren Tischgesprächen auch drei Tische weiter problemlos folgen kann.

Leider wird es morgen regnen. Denn ICBeter hat seinen Fisch nicht aufgegessen. Und das, obwohl es nur etwa ein halbes Kilo Thunfisch war. Als der Tisch abgeräumt wird, versucht der Wirt, das noch nicht leere Bierglas von ICBeter wegzutragen. Der verteidigt es aber erfolgreich. Zum Bezahlen muss man an die Kasse gehen.

Miradouro 3

Dort rechnet die Wirtin alles im Kopf zusammen. Das dauert schon ein Weilchen. Letztlich schafft sie es aber. Also kann zufrieden nach Hause gefahren werden. Dort ist sogar der Parkplatz vor unserem Haus frei. Das ist ein gutes Omen. Somit wird der Tag nach Ausnutzung der Internetverbindung für beendet erklärt.

Dia 19 – Reserva Florestal Natural do Morro Alto e Pico da Se

In der Früh begrüßt uns ein ausgedehntes Azoren-Tief. Es regnet ordentlich. Da die Vorhersage erst ab Mittag Besserung verspricht, haben wir rund 5 Stunden Zeit für ein ausgedehntes Frühstück. Heute wird der neue Toaster in Betrieb genommen. Es ist ein Langtoaster, wo die beiden Toastscheiben hintereinander statt nebeneinander reingesteckt werden.

Er toastet brav die Toasts. Wir geben ihm den Namen Freddy. Er ist damit Freddy X. Als Special gibt es heute „Klassisch Corned Beef“. Das ist zwar kein Spam, kommt dem aber am nächsten. Es gibt hier Himalaya-Salz. Darauf steht „100 % Salz“. Im Kleingedruckten „100 g enthalten 98,5 g Salz“. Das kommt Daumen mal Pi schon hin. Wir nehmen aber lieber das Salz, wo 100 g Salz in 100 g sind.

Dieser Weg ist steinig und schwer

Weil bis Mittag noch viel Zeit ist, kann schon mal der Blog für heute geschrieben werden. Wir wissen ja eh schon, was wir vorhaben. Was soll da schon groß anders passieren, was wir nicht schon voraussehen? Als um 1130 nur mehr leichte Bewölkung zu sehen ist, riskieren wir es. Plan A ist heute, zu den großen Seen zu fahren. Plan B gibt es nicht. Falls also Plan A ausfallen würde, müssten wir uns eine Alternative zu Plan B überlegen.

Ins Navi werden wieder die Koordinaten eingegeben und los geht es. Heute ist Mura wieder mit von der Partie. Der erste Wanderweg ist schon nach kurzer Fahrt erreicht. Der Weg ist nur 1,4 km lang und etwas über 100 Höhenmeter bergauf. Also wird kein Problem vorausgesehen. Es nieselt ein wenig, aber das stört doch nicht.

Aber zur Belohnung gibt’s Wasserfälle bis zum Abwinken

Nach kurzem Marsch beginnt der Weg gepflastert zu werden. Nicht so schön, wie auf der Hauptstraße in Eisenstadt, sondern mit lauter verschieden großen und hohen Steinen. Die aufgrund des Nieselregens teils schön rutschig sind. Das haben wir nicht vorhergesehen. Aber Mura hat seine Wanderstöcke dabei und ist daher natürlich am sichersten unterwegs.

Am Weg nach oben kommt uns eine Frau in Gummistiefel entgegen. ICBeter macht den dummen Scherz, dass wir heute noch im Schlamm waten werden. Der Weg bleibt aber relativ trocken. Das Pflastersteine klettern wird sogar einmal kurz von einem normalen Weg unterbrochen. Da kann man nicht meckern. Wir finden auch eine Levada neben dem Weg.

Das gefällt auch Vaca

Kurz vor dem Ziel kommen wir an einem Steingebilde vorbei, das wie eine alte Ritterburg aussieht. Das macht auch Sinn, denn als die Azoren entdeckt wurden, gab es sicher noch Ritter. Es sind auch „Betreten verboten“-Schilder angebracht, die aus der Ritterzeit stammen könnten. Wir riskieren keinen Angriff auf die Burg, sondern gehen weiter zum Zielpunkt.

Dort ist ein kleiner See und zahllose Wasserfälle. Mehr Wasserfälle auf einen Fleck haben wir nur in Madeira bei 25 Fontes gesehen. Altgediente Blog-Leser wissen Bescheid. Dort werden ein oder zwei Fotos gemacht und eine Trinkpause eingelegt. Dann kommt der schwierige Abstieg. Trotz der nassen Steine, über die wir uns wagen müssen, wird das Ziel sicher erreicht. Das soll uns der Reinhold Messner erst einmal nachmachen.

Ein Biwak für Notfälle

Wie gefährlich der Weg ist, sieht man auch daran, dass ein Biwak neben dem Weg steht, in das man sich retten kann, wenn man in Bergnot gerät. Das Auto hat brav auf uns gewartet. Nächste Station sind dann die größeren Seen. Wieder ist die Fahrt dorthin schnell erledigt. Wir steigen am Startpunkt der Wanderung aus.

ICBeter findet zuerst den Einstieg in den Weg nicht, weil er die Karte am Handy verkehrt herum hält. Nach einem geschulten Blick auf Tamis offline Karte mit GPS-Funktion weiß er aber sofort, wo er ist. Ein Pfadfinder verirrt sich eben nie! Da der Weg bei einem Miradouro endet, wo man hinfahren kann, kann Mura diesen Weg leider nicht mitgehen, denn er muss das Auto dort hin bringen.

Miradouro

Am Beginn des Weges ist der erste See, der Lagoa Seca, zu sehen. Oder auch nicht. Denn es ist kein Wasser drin. Wir fragen uns, wo das ganze Wasser wohl sein mag. Dann geht es entlang des zweiten Sees, dem Lagoa Comprida. Der hat sogar Wasser. Ein See ist schöner, wenn Wasser drinnen ist. Darum haben vermutlich die meisten Seen Wasser. Im Zicksee haben sie es auch eine Zeit lang ohne probiert. Das hat sich dort auch nicht bewährt.

Am Ende des Sees ist der Miradouro, wo Mura mit dem Auto wartet. Von dort sieht man auch den dritten See, den Lagoa Funda. Ja, der heißt genau so wie der gestern. Der hat eigentlich Lagoa Funda das Lajes geheißen. Weil das aber so viel Text ist, haben wir das gekürzt, damit ihr schneller mit dem Lesen fertig seid. Leider habt ihr die Zeit, die ihr gestern beim Lesen eingespart habt, mit diesen vier Zeilen jetzt wieder verloren. Sorry.

Der Lagoa Seca ist ein Erdloch, das sich selbst als See identifiziert.

Der Lagoa Funda befindet sich in der Caldeira Negra. Ob man das heute noch sagen darf, wissen wir nicht. Es gibt aber noch einen vierten See. Den Lagoa Branca. Dort geht auch ein Wanderweg hin. Der ist nur 900 m lang. Zu wenig für Mura, daher gehen nur ICBeter und Tami dort hin. Wird in ein paar Minuten erledigt sein.

Der Weg beginnt schon ziemlich nass. Aber er ist nur ein paar Millimeter mit Wasser bedeckt. Und man kann auf Steine steigen. Dann wird er etwas gatschig. Aber man kann an den Rändern entlang gehen. Dann wird er etwas sumpfig. Da ist es schon ein kleiner Vorteil, wenn man so wie ICBeter feste Wanderschuhe hat.

Der Lagoa Comprida hat Wasser

Dann wird der Weg sehr sumpfig. Teilweise kann man auf Bypass-Wegen daneben gehen. Das geht aber nicht immer, denn es ist stark mit niedrigen Büschen bewachsen. Der Sumpf wird oft nur durch tiefe Wasserlacken in der Mitte des Weges unterbrochen. Jetzt wissen wir auch, wo das ganze Wasser ist, das im Lagoa Seca fehlt.

Meist sinkt man nur 3 oder 4 cm tief in den Schlamm. Manchmal aber doch deutlich tiefer. Da ist es ein großer Vorteil, wenn man feste Wanderschuhe hat wie ICBeter. Nicht alle, die mitgekommen sind, haben das. Der Vorteil, wenn man einmal 20 cm tief eingesunken ist, ist dass man dann nicht mehr aufpassen muss. Als Tamis Schuhe einen Dreckwasser-Sättigungsgrad von 100 % erreicht haben, ist es schon egal.

Der Lagoa Funda hat mehr Wasser.

Also wird frohen Mutes bis zum See weiter gegangen. Der hat zwar Wasser, aber nicht ganz so viel. Ist mehr so eine Lacke. Wenig überraschend ist der Rückweg auch nicht besser. Aber wie gesagt, eh schon wurscht. Also waten wir halt im Schlamm zurück. Mura ist natürlich traurig, dass er bei diesem Abenteuer nicht dabei war. Leider müssen wir wegen Tamis Wasserschuhen jetzt nach Hause fahren, sonst wäre Mura diesen Weg auch noch gegangen.

Daheim findet Tami einen Fön und hat damit bereits eine Nachmittags-Beschäftigung. ICBeter zieht sich aufs Dach zum Blog-Schreiben zurück. Denn es gab jetzt doch Ereignisse, die wir nicht vorausgesehen haben. So verrinnt die Zeit, bis die des Abendessens kommt. Weil ohnehin viele Lokale geschlossen sind und heute auch noch Sonntag ist, wird kein Risiko eingegangen.

Der Lagoa Branca kann nur von eingefleischten Abenteurern erreicht werden

Bei unserem letzten Besuch im Barraca Q’abana haben wir erfragt, dass sie täglich geöffnet haben. Also wird wieder dort hin gefahren. Diesmal sind die Einheimischen aber scheinbar gewarnt. Sie wissen, dass Fremde da sind, die einfach so Tische im Restaurant besetzen. Also sind sie alle rechtzeitig gekommen und haben alle Tische belegt.

Jetzt ist guter Rat wieder mal teuer. Wir sind aber gefinkelt und bestellen Essen zum Mitnehmen. Die Speisekarte haben wir schon letztes Mal fotografiert, also sind wir schon im Bilde. Wir warten auf einem Tisch draußen auf das Essen. Da kommen zwei Katzen, um uns auszuspionieren. Wahrscheinlich getarnte CIA-Agenten. Als sie merken, dass sie aus uns nichts raus kriegen, ziehen sie wieder ab.

Ein geschütztes Moor? Nein, der Weg zum See!

Mit dem Essen wird dann nach Hause gefahren. Dort isst es sich auch deutlich bequemer. Zur Vorspeise werden Essig-Eier mit nach Hause genommen. Mit ein wenig Nostalgie für unsere Schottland-Reisen. Nachspeise wird keine mitgenommen, denn die ist ja eh im Eisschrank. Nach dem Essen geht Tami sein Schuh-Trocknungs-Projekt an. Mit einem Fön, ein paar hundert KWh Strom und viel Zeit kann das was werden.

Nach der Aktion ist es im ganzen Haus um 1 °C wärmer. Muras Wäsche am Wäscheständer trocknet dadurch auch gleich mal schneller. Ob Tamis Schuhe gerettet werden konnten, steht zum Redaktionsschluss dieses Blogs noch nicht fest. Mit diesem Cliffhanger verabschieden wir uns heute von euch. Mehr wenn ihr uns wieder seht, ihr müsst unbedingt gucken, wie es mit Tamis Schuhen weiter geht.

Dia 18 – Lagoa Funda

Um 0730 sind wieder mal alle wach. Das erste Frühstück auf Flores steht an. Gestern wurde im Supermarkt richtiges Brot gekauft. Also so dunkel mit Rinde, wie in Österreich. Im Ausland ein seltenes Gut. Deshalb werden die Toasts für später aufgehoben. Der neue Toaster hat also noch keinen Einsatz. Wir sind schon sehr gespannt, wie gut er toasten wird und welchen Namen wir ihm geben werden.

Das Brot kann geschmacklich zwar nicht ganz mit dem heimischen mithalten, aber es ist schon ein ganz guter Versuch. Als Special gibt es heute Miesmuscheln in Öl. Auch Wurst ist genug da, wir haben für viele Tage eingekauft. Es gibt sogar Messer, die nicht nur warme Butter, sondern auch Paprika schneiden! Solche Kleinigkeiten im Leben lernt man erst zu schätzen, wenn man längere Zeit darauf verzichten musste.

Lagoa Funda

Z. B. als Tourist bzw. Entdecker. Überhaupt müssen sich die Entdecker dieser Insel so ähnlich gefühlt haben wie wir. Kaum offene Restaurants, keine gute Supermarkt-Infrastruktur, keine Autobahnen, die Wanderwege schlecht markiert (das war jetzt ein Spoiler – sorry). Aber das waren vermutlich ähnlich harte Typen wie wir.

Dann geht es an den Tagesplan. Plan A ist, bis zu jenem Punkt zu wandern, an dem man den westlichsten Punkt Europas sieht. Das ist ein Fels mitten im Meer. Muras Vorsatz ist, nur genau so weit zu marschieren, bis dieser Fels zu sehen ist. Bei genauerer Recherche in Google Maps wird herausgefunden, dass der Fels, den wir von unserem Haus aus sehen können, genau jener ist.

Lagoa Rasa

Also hat Mura sein Tages-Soll erfüllt und setzt sich zufrieden an sein Notebook. Plan B ist, zu einer Wanderung beim Lagoa Funda aufzubrechen. Tami und ICBeter gehen diesen Plan an. Wieder werden ins Navi nur die Koordinaten des Startpunktes eingegeben. Die Fahrt dorthin ist kurz. Wie alles auf dieser Insel, mit Ausnahme der Fahrt in den Norden. Da gibt es nämlich keine direkte Straße aus dem Westen. Wegen Berg und so.

Als das Navi dann sagt, sie haben ihr Ziel erreicht, ist dort nur ein Feldweg zu sehen, aber keine Anzeigetafel, wie es bei Wanderwegen auf den Azoren üblich ist. Auch keine Markierung weit und breit. Also wird mal kurz umdisponiert. Die Miradouro-Runde, die nach der Wanderung geplant war, wird vorgezogen. Eine kleine Bergstraße führt hinauf. Die hat zwar gelegentlich Schlaglöcher, wir fühlen uns aber noch nicht wie der Typ, der mit dem Mietwagen zu Sete Cidades rauf gefahren ist, wo wir mit den Buggys waren.

Lagoa Funda und Lagoa Rasa

Der erste Miradouro ist genau zwischen dem Lagoa Funda und dem Lagoa Rasa. Also ein Zwei-Seen-Aussichtspunkt. Die Seen sind gut zu sehn. Wolken werfen halt einen großen Schatten auf sie. Von dem Chinesen bei Boca Inferno haben wir gelernt, dass man bei suboptimaler Sicht einfach so lange warten soll, bis es besser wird. Und tatsächlich kommt ein großes Wolkenloch und die Seen sind im Sonnenlicht zu sehn.

Dann kommt so eine Glücksbrunzerin daher, steigt aus dem Auto aus und hat sofort die beste Sicht nach unten. Ohne sich das – so wie wir – mühsam erarbeiten zu müssen. Dann geht es weiter. Der nächste Miradouro hat keinen Parkplatz. Er ist direkt neben der Straße. Wir bleiben einfach auf der Straße stehen. Jeder, der vorbeikommt, kann ja locker vorbei fahren.

Miradouro 1

Die Sicht ist noch schlechter, als am Anfang beim ersten Miradouro. Eher so wie in Boca Inferno. Nebel. Aber wieder denken wir an unser großes Vorbild, den Chinesen. Und nach einer Viertelstunde, die wir zum Glück im warmen Auto verbringen können, klart es auf und lässt 5 Minuten lang Fotos zu. Andere Autos sind keine vorbei gekommen.

Am höchsten Punkt der Straße versuchen wir unser Glück nochmal. Nach 20 Minuten geben wir aber auf, denn der Nebel ist diesmal zu hartnäckig. Offenbar aber nur an diesem einen Punkt, denn etwas weiter unten ist die Sicht wieder perfekt. So werden dann noch einige Punkte absolviert. Als die Runde um die Seen komplett ist, wenden wir uns wieder dem Wanderplan zu.

Einmal noch Lagoa Funda

Wir fahren wieder dorthin, wo uns das Navi zuerst hin lotsen wollte. Laut Tamis offline Karte ist das aber schon richtig. Markierungen gibt es weit und breit keine. Das könnte natürlich auch ein plumper Versuch der dunklen Mächte sein, uns an der Weltherrschaft zu hindern. Also wird auf gut Glück losmarschiert. Es ist ein sandiger Feldweg.

Dann kommt auch noch ein Schranken, um den man mühsam herum klettern muss. Die Straße endet in einem Steinbruch. Naja, eher ein Sandbruch. Die Wander-App zeigt jetzt nach rechts gehen an. Dort ist ein Stacheldrahtzaun. Also wird ein Stück zurück marschiert. Es geht dann noch ein unwegsamer Pfad gerade bergauf. Sieht nicht wie ein Wanderweg aus. Aber das könnte natürlich ein plumper Versuch sein… eh schon wissen.

Wasserfall am… Lagoa Funda

Also wird hinauf gestapft. Dort geht dann tatsächlich eine recht guter Weg nach rechts rüber, genau wie die App es versprochen hat. Markierung gibt es natürlich immer noch keine. Irgendwann stehen wir dann auf einer Kuhwiese, von der es einen tollen Blick auf den Lagoa Funda gibt. Der andere See ist zu weit oben, um ihn von hier zu sehen. Leider ist es bewölkt, der See daher im Schatten. Ihr dürft jetzt raten, was wir gemacht haben, um trotzdem sonnige Fotos zu bekommen.

Dann geht es an den Rückmarsch. Das Auto hat wieder brav auf uns gewartet. Wer weiß, ob das der Nissan Juke genau so gemacht hätte. Wo der jetzt wohl sein mag? Wir werden es wohl nie erfah ren. Auf dem Heimweg werden noch zwei Miradouros en passant mitgenommen. Den Weg in das westlichste Dorf Europas finden wir ohne Navi. Klar, man muss ja immer nur nach Westen fahren, bis Europa aus ist.

Einmal geht’s noch…

Wir parken uns wieder auf den großen Parkplatz bei der Bushaltestelle. Dort steht auch ein grauer Nissan Juke. ICBeter macht den dummen Scherz, dass das sicher der ist, den wir verschmäht haben. Tami meint, er hat die Nummer von dem fotografiert und schaut zu Hause nach. Also merken wir uns die Nummer. BB82QR. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau der Wagen jetzt direkt neben uns steht, praktisch Null. Im Haus kramt dann Tami das Foto vom Juke am Flughafen heraus. Die Nummer ist BB82QR.

Vielleicht ist der Juke angefressen, dass wir ihn verschmäht haben und stalkt uns jetzt. Vielleicht sind die, die den Quashqai ursprünglich reserviert haben, doch noch gekommen und haben dann statt dessen den Juke bekommen. Ohne Automatik. Und wohnen gleich neben uns. Und fluchen jetzt auf die Autovermietung.

Vaca beim Miradouro

Das restliche Sonnenlicht des Tages wird auf der Dachterrasse zum Blogschreiben genutzt. Bei Nieselregen. Aber wir haben schließlich dafür bezahlt. Irgendwann kommt dann unvermeidlich die Zeit des Abendessens. Mura war fleißig und hat zwei Lokale im Internet gesucht. In der Hoffnung, dass es offen hat, wird zum ersten gefahren. Tatsächlich brennt im Lokal Licht.

Wir gehen zwar bei der falschen Tür hinein und landen in der Bar, werden aber zur richtigen Tür geschickt. Es ist ein schönes Lokal, wo gute Shrimps und Tintenfische gegessen werden. Die Shrimps sind aber nicht geschält, sodass das ganze wieder ein ziemliches Gemetzel wird. Das kennen wir aber schon von Sao Miguel. Nur in Pico waren die Shrimps immer geschält.

Miradouro 2

Zur Vorspeise gab es Venusmuscheln. Die bestehen zu 95 % aus Schale. ICBeter bestellt wieder ein großes Bier, wie immer seit dem Desaster mit dem 0,2-Liter-Glas. Das große war bisher immer 0,5 Liter, also ein klassisches Krügerl. Heute sind es aber 0,48 Liter. Nicht, weil schlecht eingeschenkt war, sondern weil es so auf dem Glas gestanden ist. Mura muss natürlich sofort recherchieren, was es mit dieser Menge auf sich hat. Offenbar entsprechen 0,48 Liter einem amerikanischen Pint.

Es macht natürlich Sinn, dass hier die amerikanischen Maßeinheiten verwendet werden, denn wir befinden uns ja bekanntlicher weise auf der nordamerikanischen Platte. Nach dem Essen geht es wieder nach Hause, wo das Eis-Fach dezimiert werden muss. Damit kann der Tag für beendet erklärt werden.

Dia 17 – Faja Grande

Weil die Reise heute weiter geht, heißt es wieder früh aufstehen. Um 0600 läutet der Wecker. Tamis Handywecker weckt auch gleich das nächste und übernächste Zimmer auf. Die freuen sich bestimmt, denn jetzt brauchen sie keinen eigenen Wecker. Dann gibt es ein Hotelfrühstück. Aber ohne Freddy ist das nicht das gleiche.

Der hiesige Toaster schmeißt die halbfertig gemachten Toasts lieblos hinunter. Man merkt, dass er ein Fließbandarbeiter ist, der nur seinen Job macht. Das wird in Flores hoffentlich besser. Weil uns auf Pico die gute Wurst übrig geblieben ist, haben wir sie mitgenommen. Die können wir jetzt essen. Die ist besser als die Frühstückswurst. Es gibt auch eine Pancake-Maschine, die Mura testen muss. Angeblich muss man winken, und die Maschine startet.

Es geht aber nicht. Daher muss man sich die Sache genauer ansehen. Mal schauen, ob man das Cover der Maschine abnehmen kann. Kann man. Darunter taucht eine Tastatur auf. Da drückt Mura mal ein paar Tasten und schon legt die Maschine los und spuckt zwei Pancakes aus. Ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft.

Ganz durch sind die Dinger nicht. Da müsste man noch optimieren, aber so lange sind wir leider nicht da. Also wird das Projekt Frühstück beendet. Mura hat dem Taxler von gestern gesagt, er soll heute um 0800 da sein. Es wird spannend, ob er da ist. Schwer beladen mit allen Koffern geht es runter. Das Taxi ist tatsächlich da! Das ist schon ein wenig verdächtig.

Santa Cruz von oben

Die Fahrt zum Flughafen dauert nur 10 Minuten. Es gibt 6 Checkin-Schalter. Nummer 2 ist besetzt. Mit dem Checkin für Lissabon. Das ist subopimal, weil wir dort nicht hin wollen. Am Bildschirm steht, dass Flores am Schalter 4 eingecheckt wird. Der ist leer. Jetzt ist guter Rat wieder teuer. Also einfach bei Lissabon anstellen.

Nach ein paar Minuten kommt dann eine Mitarbeiterin und setzt sich auf Schalter 4. Das ist ein gutes Zeichen. Tatsächlich ist es der Schalter für Flores. Mura wird angeboten, dass auch sein kleiner Koffer eingecheckt wird. Kostet nix extra. Also riskiert er es. Bei der Security sind wir gleich dran. Während der Wartezeit am Gate (es gibt nur eines) können wir die Securtiy beobachten.

Die meiste Zeit sitzen sie herum und warten, dass jemand kommt. Burnout bekommt hier keiner. Langsam, aber stetig füllt sich das Gate dann doch. Irgendwann geht dann auch an der Landebahn das hektische Treiben los. Soll heißen, ein Followme-Auto fährt einmal die Landebahn auf und ab. Dann zeigen sich sogar Leute in Warnwesten draußen.

Miradouro 1

Es wird offenbar erst. Ein Flugzeug ist im Anflug! Das Followme fährt schon wieder hin und her. Dann fliegt tatsächlich eine Dash 8 daher und landet. Direkt vor dem Gate bleibt sie stehen. Man merkt, wie sich die Arbeiter freuen, dass es wirklich was zu tun gibt. Gepäckwagen, Stromwagen, alles da. Inzwischen ist das Gate komplett gefüllt mit reisewütigen Passagieren.

Schon geht das Boarding los. Wir müssen natürlich wieder hinten einsteigen. Reihe 15 von 21. Das Flugzeug ist praktisch voll. Es gibt nur einen einzigen freien Sitzplatz. Der neben Mura. Scheinbar ist er bei der Fluglinie schon bekannt und neben seinem Sitzplatz taucht im Computer sofort ein rotes X auf. So kann er wieder Businessclass fliegen.

Lange kann er sich daran aber nicht erfreuen, denn schon kurz nach dem Steigflug beginnt der Sturzflug – ah – Sinkflug. Die Kiste landet am Flughafen von Santa Cruz (also Heiligenkreuz). Flughafen ist vielleicht etwas übertrieben. Flugplatz passt hier besser. Vielleicht ist sogar Wr. Neustadt ein größerer Flugplatz. Neben der Landebahn ist ein Platz, auf dem zwei Flieger parken können.

Miradouro 2

Wenn jemals zwei gleichzeitig da sein sollten. Von dort sind es 50 Meter zu Fuß zum Terminal. Nach ein paar Schritten ist man beim Baggage Claim. 20 Koffer passen vielleicht gleichzeitig auf das Band. Man kann auch zuschauen, wie die Arbeiter die Koffer aufs Band legen. Zuletzt kommen unsere. Als Mura seinen vom Band nimmt bleibt es stehen. Wahrscheinlich bis am Abend oder so.

Bei den Autovermietungen gibt es zwei Schalter. Einer, vor dem 4 Leute stehen und einer, vor dem niemand steht. Unsere Vermietung ist beim ersten. Eh klar. Inzwischen können wir belauschen, wie einem Touristen im Tourismusbüro erklärt wird, welche Tage demnächst schön genug für Aktivitäten sein werden. Letztlich kommen wir dran.

Zur Auswahl stehen ein Dacia und ein Nissan Juke. Ersteres ist Muras Hauptfeind auf dieser Reise geworden. Also nimmt er den Juke. Die Formalitäten sind rasch erledigt. Draußen vor der Tür warten wir auf den Mitarbeiter. Er kommt mit einem Dacia daher. Wir haben aber einen Nissan-Schlüssel. Die Sache ist aber schnell aufgeklärt. Der Juke steht auf einem anderen Parkplatz. Mura wird dort hin gebracht und kommt dann damit wieder zurück.

Einheimische Fauna; Der Azoren-Esel

Als er in die Karre einsteigt und die paar hundert Meter zum Flughafen zurück fährt, tut ihm schon alles weh. Also versucht er sein Glück und geht nochmal zum Schalter, ob nicht doch ein größerer Wagen da ist. Am Parkplatz hat er nämlich einen erspäht. Die Mitarbeiterin ist ihm scheinbar gewogen. Vielleicht, weil sie am gleichen Tag geboren ist, wie er. Also bekommt er einen Quashqai. Der ist zwar heute von jemand anderem reserviert, aber der ist bis jetzt nicht gekommen. Der Aufpreis beträgt 60 €. Für die ganze Woche.

Mit Quashqai kennen wir uns jetzt schon aus. Wir hatten auf Sao Miguel schon einen. Und dieser hat sogar Automatik! Kein wildes hin- und herschalten auf den Bergstraßen mehr. Und wir wissen schon auswendig, wie wie den mit unseren Koffern beladen. Ein Problem wäre gelöst. Das nächste Problem ist, dass wir ein paar Stunden totschlagen müssen, bis wir das neue Haus beziehen können.

Also wird zuerst einmal ein Geschäft gesucht, um Getränke für die nächsten Stunden zu kaufen. Dann wird die Fahrt zu unserem Haus in Angriff genommen. Es liegt ganz auf der gegenüber liegenden Seite der Insel. Wir geben einen Umweg ins Navi ein, damit wir an der Küste entlang fahren können und damit Zeit schinden können.

Einheimische Flora

Es ist bewölkt, aber trotzdem werden alle Miradouros abfotografiert. Viel zu früh kommen wir an. Das Haus ist schnell gefunden, denn wir haben Fotos davon. Nur rein können wir nicht. Also wird erst mal die Umgebung erkundet. Faja Grande ist die westlichste Ortschaft Europas. Die Insel Flores liegt so weit westlich, dass sie auf der nordamerikanischen Platte liegt. Wir sind geologisch gesehen also schon in Amerika.

Als erstes finden wir einen Laden mit angeschlossener Bar. Der Laden ist… überschaubar. Links und Rechts Regale und in der Mitte Tiefkühltruhen. Die sind aber leer. Die Truhe mit dem Eis ist auch leer. Das ist ganz schlecht. Brot gibt es keines mehr. Also setzen wir uns mal an die Bar. Die hat immerhin bis 1400 geöffnet. Bier gibt es in Flaschen von ca. 0,15 Litern.

Cola Zero gibt es nicht. Dann geht es weiter. In der selben Gasse gibt es ein Cafe. Dort gibt es Bagles mit allerlei Inhalt zum Mittagessen. Das ist hier aber kein so ein Sündenpfuhl wie die Bar, deshalb gibt es kein Bier. Auch sonst keinen Alkohol. Cola Zero auch nicht. Das Cafe hat sogar bis 1500 offen. Da kann man nicht meckern. Und die Bagles sind sogar gut.

Wenn du glaubst, du hast schon alles im Leben gesehen, siehst du eine Doppeldusche!

In der gleichen Gasse steht ein riesiger Stromgenerator. Offenbar ist das Dorf vom Stromnetz getrennt, denn auf den Strommasten arbeiten Leute. Den Generator hört man bis zu unserem Haus. Mal sehen, ob der die ganze Nacht durchlaufen wird. Dann geht es zurück zum Haus. Da kommt uns gerade eine Frau entgegen, die uns fragt, ob wie die Mieter sind.

Seltsam, wie sie uns als Touristen identifizieren konnte. Sie muss ein besonderes Auge dafür haben. Es gibt drei Schlafzimmer. Das ist bei drei Personen ziemlich praktisch. Außerdem zwei Badezimmer. Und in jedem Badezimmer ist eine Doppeldusche. Also zwei Duschen gegenüber. Es könnten also vier Leute gleichzeitig duschen!

Das ist wahrscheinlich ein weltweites Alleinstellungsmerkmal dieses Hauses. Auf dem Haus drauf ist eine Terrasse, die über die gesamte Fläche geht. Da kann man eine Terrassenparty für 30 Leute schmeißen. Nachdem alle Koffer rein geschleppt wurden, muss das Projekt Einkaufen angegangen werden. Der Laden nebenan ist nicht wirklich eine ergiebige Quelle.

Wo ist das Goldtöpfchen?

Also wird ein echter Supermarkt herausgesucht. Da sind nur 20 Minuten zu fahren. Mit unserem Automatik-Qashqai kein Problem. Das ist der größte und beste Supermarkt auf der Insel. Man darf sich den trotzdem nicht so groß vorstellen, wie einen der 10 Supermärkte in Eisenstadt. Oder in anderen Großstädten. Aber es gibt halt ein paar Regalgänge, durch die man gehen kann. Die Betreuerin hat uns erzählt, dass heute das Schiff mit den frischen Waren gekommen ist. Das kommt nur einmal die Woche. Darum sind wahrscheinlich so viele Leute da.

Ein Einkaufswagen wird bis zum Rand angefüllt, denn jeden Tag können wir hier nicht herkommen. Der Einkauf kostet eine neue Rekordsumme für diese Reise. Dann wird schnell heim gefahren, damit das viele Eis nicht schmilzt. Daheim öffnet ICBeter das Büro auf der Terrasse. Rund 100 m² Platz zum Blog schreiben. Immer unter der dezenten Geräuschkulisse des Generators.

Irgendwann wird es dann zu kühl und es wird nach unten verlegt. Dort fällt dann der Strom aus. Das ist ein gutes Zeichen. Denn das kann nur bedeuten, dass der Generator abgeschaltet wird. Nach kurzem Warten geht der Strom tatsächlich wieder an und der Generator aus. Wieder ein großer Schritt in Richtung Weltherrschaft.

Noch ist alles sauber und ordentlich…

Die Freude darüber macht hungrig. Also wird essen gefahren. Mura hat zwei Restaurants in Faja Grande ausfindig gemacht. Die Chance, geöffnet zu haben, ist bei beiden 50 %. Ergibt insgesamt 100 %. Dass diese Rechnung absolut korrekt ist, beweist die Tatsache, dass das erste geschlossen und das zweite geöffnet hat.

Und in diesem gibt es sogar noch einen freien Tisch. Dass wir nicht zu früh gekommen sind, zeigt, dass sich das Lokal mehr und mehr füllt. Als einziges offenes Lokal ist es vermutlich der zentrale Treffpunkt für die Bevölkerung. Wahrscheinlich haben wir alles durcheinander gebracht. Es kommt vermutlich jeder an einem anderen Tag zu einer bestimmten Zeit hier her. Und wir besetzen jetzt einfach zusätzlich einen Tisch…

Als alle satt sind, fahren wir wieder ab. Es warten schon einige Leute auf einen freien Tisch. Nachspeise gibt es zu Hause aus dem Tiefkühlfach. Damit hat der dritte Urlaub offiziell begonnen und der Tag kann für beendet erklärt werden.